Viele Besucher im «Reparier-Kaffi»
Am Tag des Frühlingsbeginns war es wieder so weit: In Gelterkinden lud das «Reparier-Kaffi» der Grünen Region Gelterkinden dazu ein, defekte Gegenstände vom Profi beurteilen und reparieren zu lassen. Dies alles dank ...
Viele Besucher im «Reparier-Kaffi»
Am Tag des Frühlingsbeginns war es wieder so weit: In Gelterkinden lud das «Reparier-Kaffi» der Grünen Region Gelterkinden dazu ein, defekte Gegenstände vom Profi beurteilen und reparieren zu lassen. Dies alles dank kostenlosem Engagement von engagierten Leuten aus der Elektro-, IT-, Velo-, Holz-, Metall- und Textilbranche. Der Andrang am letzten Samstag war enorm!
Während eines Zeitfensters von diesmal lediglich 2,5 Stunden sind rund 85 verschiedene Reparaturaufträge eingegangen. In den letzten sieben Jahren waren es durchschnittlich um die 50 bis 60 für den Zeitraum von 4 Stunden. Ob diese Zunahme zufällig oder aufgrund wachsenden Bewusstseins gegen die Wegwerfmentalität, des Bekannterwerdens des Anlasses oder aufgrund von weniger Kapital in den Portemonnaies der Bevölkerung ist, liess sich nicht herausfinden. Jedenfalls wurden Dutzende Messer und Scheren den beiden Messerschleifern anvertraut. Ein Drucker mit Fehlermeldung, diverse Kaffee- und Nähmaschinen, Radios, Staubsauger und auch ein Milchschäumer landeten auf dem Elektro-Tisch. Ein gebrochenes Stuhlbein wurde vom Schreiner fachmännisch geleimt, Velos für die Sommersaison auf Vordermann gebracht, das Gestänge eines defekten Liegestuhls bekam eine Schweissnaht, während daneben zwei Nähmaschinen ratternd Stofftaschen und Hosen flickten.
Manchmal waren die Gegenstände schon nach Minuten wieder einsatzbereit, zwischendurch musste richtiggehend am Problem herumgetüftelt werden. War der Defekt zu arbeitsintensiv, konnte man die Sachen den Fachleuten für eine offizielle Reparatur mitgeben bzw. dalassen, denn in den Werkstätten von Öko-Job werden tagtäglich (Garten-)Möbel restauriert.
Wer gezwungen war, in der Warteschlange zu stehen, konnte seine Zeit mit feinem Gebäck und Getränken versüssen. Beim Schwatz am Tisch hörte man immer mal wieder, wie gut dieses Reparatur-Angebot bei den Besucherinnen und Besuchern ankommt, denn damit erhielten viele liebgewonnene Gegenstände ein zweites Leben. Allerdings konnten die rund 20 Helfenden trotz vollem Einsatz nicht alles flicken, weil die Hersteller «vorsorglich» das Aufschrauben eines Geräts verunmöglichen oder weil es schlicht keine Ersatzteile dafür mehr gibt. Umso wichtiger scheint es, dieser Wegwerfmentalität entgegenzuhalten und eine Flick-Kultur zu pflegen.
Wer mochte, legte nach erfolgreicher Reparatur und genossenem Kaffee eine Spende in ein Kässeli für die Organisation des nächsten Anlasses. Dieser wird am 17. Oktober stattfinden. Wer bei diesem Projekt gerne seine konkrete Unterstützung – beispielsweise als Reparaturprofi oder als Kuchenbäcker – anbieten möchte, kann sich jederzeit bei den Grünen Gelterkinden oder bei Öko-Job melden.
Regula Waldner und Beatrice Rickenbacher, Grüne Region Gelterkinden