Weg frei für Peter Riebli und Sarah Regez
10.07.2026 SissachNicole Spiegel-Roth kandidiert nicht mehr
Nicole Spiegel-Roth
je. In neun Monaten sind Landratswahlen. Dabei verzichtet die SVP Sissach und Umgebung auf ein bekanntes Gesicht. Zwar schreibt die Sektion, Landrätin Nicole Spiegel-Roth verzichte ...
Nicole Spiegel-Roth kandidiert nicht mehr
Nicole Spiegel-Roth
je. In neun Monaten sind Landratswahlen. Dabei verzichtet die SVP Sissach und Umgebung auf ein bekanntes Gesicht. Zwar schreibt die Sektion, Landrätin Nicole Spiegel-Roth verzichte «aufgrund der aktuellen Situation und der Ausgangslage» auf eine erneute Kandidatur. Nach Informationen der «Volksstimme» wurde ihr ein solcher Schritt jedoch nahegelegt. Aus dem Umfeld der SVP Sissach heisst es, der Druck auf Spiegel-Roth sei zuletzt «zu gross» gewesen. Laut Vertretern der SVP Sissach würden die Statuten eine Kandidatur von Spiegel-Roth nicht zulassen, da sie seit knapp einem Jahr in Allschwil und nicht mehr in Sissach wohnt. Es gibt jedoch keine Anzeichen dafür, dass sich die Sektion um eine Ausnahme bemüht hätte. Im Januar hatte sich der damalige SVP-Sissach-Präsident Christian Ritter in der «Volksstimme» noch «grundsätzlich offen» für eine erneute Kandidatur von Spiegel-Roth gezeigt.
Im Hintergrund dürften persönliche Interessen eine Rolle gespielt haben. Mit Kantonalpräsident Peter Riebli (Buckten) und Sarah Regez (Tenniken) streben zwei prominente Mitglieder der SVP Sissach die Wahl in den Landrat an. Riebli gehört dem Baselbieter Parlament seit 2015 an; Regez rückt nach den Sommerferien für den Rümlinger Matthias Liechti nach, der in den Regierungsrat gewählt wurde. Aufgrund des neuen Wahlsystems ist unklar, wie viele Sitze die SVP im Wahlkreis Sissach erlangen wird. Erwartet werden zwei bis drei Mandate. Nach dem Ausscheiden von Spiegel-Roth und Liechti haben sich die Aussichten für Riebli und Regez deutlich verbessert. Während Riebli praktisch als gewählt gilt, bleibt bei Regez abzuwarten, welche Auswirkungen die öffentliche Diskussion um ihre angebliche Nähe zu rechtsextremen Kreisen auf ihre Wahlchancen haben wird. Christian Ritter tritt erneut an – er landete bei den letzten Landratswahlen nur knapp hinter Regez. Die Liste wird von den weniger bekannten Julia Strasser (Sissach), Christian Strub (Läufelfingen), Remus Strub (Itingen) und Johann Suter (Zunzgen) komplettiert.
Auf Anfrage wollte sich Spiegel-Roth nicht zu den Vorgängen äussern und verwies auf die Mitteilung der SVP Sissach. Noch im Januar hatte sie gegenüber der «Volksstimme» erklärt, sie wolle auch bei den Landratswahlen 2027 im Wahlkreis Sissach kandidieren. Sie sei durch Familie und Freunde weiterhin im Oberbaselbiet präsent. Eine Kandidatur im Wahlkreis Allschwil schloss sie aus, da ihr Ehemann Florian Spiegel die dortige SVP im Landrat vertritt. Wie es für Spiegel-Roth politisch weitergeht, ist derzeit offen. Die Spannungen zwischen ihr und Peter Riebli reichen bis zu den parteiinternen Nominierungen für die Nationalratswahlen 2023 zurück. Damals erhielt die kurz zuvor der Partei beigetretene Regez den Vorzug vor der engagierten Jungpolitikerin Spiegel-Roth. Einflussreiche Kräfte um Riebli setzten sich für Regez ein. In den folgenden Jahren kam es innerhalb der Partei und der Landratsfraktion zu zwischenmenschlichen Spannungen und heftigen Streitigkeiten.

