Die Schriftstellerin Pearl Buck hat einmal gesagt: «Die wahre Lebenskunst besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen.» Daran denke ich oft, wenn ich im Waldenburgertal unterwegs bin. Hier gibt es nicht nur grüne Hügel und kühle Wälder. Es gibt auch ...
Die Schriftstellerin Pearl Buck hat einmal gesagt: «Die wahre Lebenskunst besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen.» Daran denke ich oft, wenn ich im Waldenburgertal unterwegs bin. Hier gibt es nicht nur grüne Hügel und kühle Wälder. Es gibt auch die Industriegeschichte, die stolz macht auf die Menschen mit Ideen und Mut, die nicht gewartet haben, bis jemand anderes anpackt. Und es gibt Unternehmen, die diese Haltung bis heute weitertragen: Sie bilden aus, schaffen Arbeitsplätze und sorgen dafür, dass im Tal Wertschöpfung entsteht.
Das Waldenburgertal ist kein «Schlaftal», denn hier gibt es noch Menschen, die sich in ihrer Freizeit dafür einsetzen, dass etwas läuft. Menschen, die aus freien Stücken tun, was sie nicht müssten. Hinter einem Markt mit mehr als 50 Ausstellenden stecken zum Beispiel viele Stunden telefonieren, organisieren, umdisponieren und Wünsche jonglieren. Ehrenamtlich. Jedes Jahr wieder. Die Werkhofmitarbeiter, die mit einem fröhlichen Lachen früh morgens Stände aufstellen und spätabends abbauen: selbstverständlich oder wunderbar? Oder der «Schatzfinder» mit den hundert Bons vom Tal fürs Tal: Was für viele aussieht, als wäre es «einfach da», trägt das Herzblut derjenigen, welche die Schätze des WB-Tals sichtbar machen und bewahren wollen – und unzählige Stunden Arbeit.
Ganz ehrlich: Wenn ich dann höre, 35 Franken seien zu viel für einen Gegenwert von mehreren Hundert Franken packender Geschichten und zu viel als Beitrag, dass das WB-Tal auch in Zukunft nicht «Schlaftal», sondern lebendiger Lebens-, Wohnund Arbeitsort ist, schmerzt mich das. Blumenladen, Arztpraxis, Sanitär, Kita, Physio, Apotheke oder Restaurant dort zu haben, wo man wohnt: Ist das wirklich so selbstverständlich oder vielleicht doch eher wunderbar?
Was ich sagen will: Wir sollten uns öfter mal vor Augen führen, was wir haben. Denn vieles fällt erst auf, wenn es fehlt. Ich wünsche Ihnen den Blick für das Wunderbare im Alltäglichen.
Herzlich Katrin Kaden,
Vorstand KMU Waldenburgertal