Was sagt Ihr Garten über Sie aus?
21.04.2026 PolitikDominique Zbinden, Landrätin Grüne, Sissach
Die warmen Sonnenstrahlen der Frühlingssonne lockten in den vergangenen Wochen alle Leute nach draussen. Auf einem Spaziergang durchs Dorf beobachtete ich, wie unterschiedlich Gärten sein können. Da ...
Dominique Zbinden, Landrätin Grüne, Sissach
Die warmen Sonnenstrahlen der Frühlingssonne lockten in den vergangenen Wochen alle Leute nach draussen. Auf einem Spaziergang durchs Dorf beobachtete ich, wie unterschiedlich Gärten sein können. Da gibt es riesige Schotterflächen, unterbrochen von vereinzelten Pflanzen und Steinskulpturen, daneben eine alte Rasenfläche komplett übersät mit wunderschön blühenden Primeln in allen Farben. Vis-àvis besteht der sichtbare Garten hauptsächlich aus einer grossen versiegelten Fläche als Parkplatz für mehrere Fahrzeuge. Mitleidig stelle ich mir diesen Platz im Sommer vor und wie heiss dieser Ort sein muss, so ohne Grünfläche und Bäume.
In Gedanken versunken laufe ich weiter. Gärten haben sehr unterschiedliche Funktionen zu erfüllen. Die einen dienen als Parkplatz, andere sind das erweitere Wohnzimmer, nochmals andere sind ein Gemüseproduktionsfeld oder ein Fussballplatz. Nicht immer ist die Fläche gross genug, um alle gewollten Funktionen zu erfüllen. Einen Garten zu haben, und sei er auch noch so klein, ist jedoch eigentlich bereits ein Privileg. Viele Menschen wohnen in Mietwohnungen und sind froh, wenn sie wenigstens einen Balkon haben. Es ist also nur angebracht, mit dieser wertvollen Fläche einen tollen Raum zu gestalten, in dem man sich auch gerne aufhält.
Ein Garten ist in erster Linie ein Rückzugsort für uns Menschen. Wir sollen darin Platz finden, um uns von der Anstrengung des Tages zu erholen und die frische Luft direkt vor unserer Haustüre zu geniessen. Meist ist in einem Garten jedoch genügend Platz, um auch der Natur noch etwas Raum zu bieten. Zum Glück lassen sich diese beiden Elemente oft sogar verknüpfen. So kann ein gepflanzter Baum zum einen Schatten spenden, um den Liegestuhl an heissen Tagen an einem kühleren Ort zu platzieren, und zum anderen kann er gleichzeitig beispielsweise auch Lebensraum und Nahrung für verschiedene Vögel und Insekten sein.
Etwas verwunschene Gärten mit alten Bäumen und Sträuchern, die verborgene Ecken bilden, laden viel mehr dazu ein, sich dort aufzuhalten, als die kurz gemähte Rasenfläche mit der kleinen Eibenhecke darum. In einem naturnahen Garten gibt es zudem auch immer etwas zu entdecken. Alles verändert sich ständig im Verlauf der Jahreszeiten, und hie und da huscht ein Wildtier vorbei. So wird der Garten nie langweilig.
Ich möchte Sie gerne dazu einladen, selbst einen Spaziergang durchs Quartier zu machen und auch einen Blick in Ihren eigenen Garten zu werfen, sofern sie einen haben. Achten Sie einmal darauf, welche Gärten auf Sie einladend wirken. Wo würden Sie sich gerne mit einem Liegestuhl hineinsetzen? Welche Flächen wirken auf Sie abweisend und geben einem das Gefühl, dort nicht erwünscht zu sein? Zurück in Ihrem eigenen Garten überlegen Sie sich, wie Ihr Garten auf andere wirkt. Welche Wirkung möchten Sie mit Ihrem Garten erzielen – und hat Ihr Garten die gewünschte Wirkung?
In der «Carte blanche» äussern sich Oberbaselbieter National- und Landratsmitglieder sowie Vertreterinnen und Vertreter der Gemeindebehörden zu einem selbst gewählten Thema.

