Was lange währt …
18.08.2026 LampenbergDer nördliche Teil der Hauptstrasse wird erneuert
Wesentlich später als geplant wird der letzte Abschnitt des Innerortsbereichs von Lampenberg saniert. Das Projekt ist in der Bevölkerung weitgehend unbestritten.
Elmar Gächter
Dass ...
Der nördliche Teil der Hauptstrasse wird erneuert
Wesentlich später als geplant wird der letzte Abschnitt des Innerortsbereichs von Lampenberg saniert. Das Projekt ist in der Bevölkerung weitgehend unbestritten.
Elmar Gächter
Dass Gemeindepräsidentin Charlotte Gaugler zur Begrüssung von einem «langersehnten» Informationsanlass sprach, kommt nicht von ungefähr. Eigentlich gingen Gemeinde und Kanton davon aus, den letzten Abschnitt der Erneuerungs-Trilogie im Innerortsbereich von Lampenberg viel früher zu realisieren. Von 2017 bis 2018 war der zweite Teil der Kantonsstrasse bis zur Gemeindeverwaltung saniert worden, das dritte und letzte Teilstück liess jedoch lange auf sich warten. Zunächst der WB-Ausbau – man wollte in dieser Zeit Baustellen auf dem Kantonsstrassennetz möglichst vermeiden – dann Projektleiter-Wechsel beim zuständigen Tiefbauamt und zuletzt das grosse Dorffest führten zu Verzögerungen. Mitte September erfolgt nun aber der Start: Die rund 400 Meter lange Strecke zwischen Gemeindeverwaltung und Dorfausgang wird erneuert.
Ramon Gerster ist als Leiter ad interim des Kreises 2 des Tiefbauamts Gesamtprojektleiter des Vorhabens. Er nannte als wesentliche Projektziele die komplette Erneuerung der Fahrbahn, den Bau eines einseitigen Trottoirs, die behindertengerechte Gestaltung der beiden Bushaltestellen, Hangsicherungsmassnahmen sowie den Einbau eines Regenwasserkanals. Gleichzeitig werden Werkleitungen von EBL, Swisscom und Kabelfernsehen erneuert und ergänzt. Bauleiter Roger Frey vom Ingenieurbüro Sutter erläuterte die Vorgehensweise, bei der die Hauptstrasse abschnittsweise halbseitig erneuert wird und die Baustellen mit Lichtsignalanlagen geregelt werden. «Die Dorfdurchfahrt ist immer gewährleistet», so seine Aussage. Während der gesamten Bauzeit, die bis Ende 2027 dauern soll, kann die Kantonsstrasse abschnittsweise einseitig befahren werden. Der lärmmindernde Deckbelag soll im Sommer 2028 eingebaut werden.
Diskussion um Verkehrsinsel
Kritische Stimmen zum Gesamtprojekt waren nicht zu vernehmen. Bereits im Planauflageverfahren war es weitgehend unbestritten und der Landerwerb konnte freihändig abgewickelt werden. Für Diskussion am gut besuchten Informationsanlass sorgte hingegen die seitlich vorgesehene Verkehrsinsel bei der Einmündung des Bündtenwegs.
Während der Kanton Sicherheitsgründe für diese Massnahme geltend macht – «damit man vom Dorf her nicht direkt in den Bündtenweg rasen kann» –, kommt das Vorhaben bei verschiedenen Anwohnenden schlecht an. Ein Ehepaar hielt fest, dass es seit Jahrzehnten in diesem Bereich wohne und noch nie einen Unfall erlebt habe. «Ich denke, wir haben noch einen gewissen Spielraum, wie man die Insel ausgestaltet», sagte die Gemeindepräsidentin und stellte in Aussicht, dass sich der Gemeinderat beim Kanton für eine Überarbeitung des Projekts einsetzt.
Während der Bauzeit ist die ganze Erneuerungsstrecke nur mit 30 km/h befahrbar. Für einzelne Teilnehmende Grund genug vorzuschlagen, diese Einschränkung gleich generell auf dem ganzen Gemeindegebiet einzuführen. Laut Charlotte Gaugler ist dies durchaus ein Thema im Gemeinderat, auch wenn man mit den Tafeln, freiwillig höchstens 30 km/h zu fahren, bisher gute Erfahrungen gemacht habe.
Sie konnte den Fahrzeuglenkenden ein gutes Zeugnis ausstellen, wurden doch beim Schulbeginn nach den Sommerferien Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. «Niemand überschritt die Limite von 50 Stundenkilometern, die gemessene Höchstgeschwindigkeit betrug 43 km/h», so Gaugler.
Ramon Gerster bezifferte die Erneuerungskosten auf rund 1,8 Millionen Franken, wovon ein Betrag von rund 250 000 Franken für den Regenwasserkanal zulasten der Gemeinde Lampenberg geht. Die Bau- und Umweltschutzdirektion wird die Bevölkerung laufend über die wesentlichen Projektfortschritte informieren, wie die am Anlass anwesende Kommunikationschefin Andrea Tschopp festhielt.

