Schulgelände wurde am Jubiläumsfest zum Begegnungsort
Mit rund 100 Gästen, selbst gemachter Pizza und einer bewegenden Talkrunde hat die Offene Jugendarbeit Region Sissach ihren 30. Geburtstag gefeiert. Am Jubiläumsfest vom 30. Mai verwandelte sich das Gelände bei ...
Schulgelände wurde am Jubiläumsfest zum Begegnungsort
Mit rund 100 Gästen, selbst gemachter Pizza und einer bewegenden Talkrunde hat die Offene Jugendarbeit Region Sissach ihren 30. Geburtstag gefeiert. Am Jubiläumsfest vom 30. Mai verwandelte sich das Gelände bei der Primarschule Dorf in Sissach in einen Begegnungsort. Alt und Jung kamen zusammen, um drei Jahrzehnte Jugendarbeit zu feiern – mit Verpflegung, Spiel- und Bastelmöglichkeiten.
Den emotionalen Höhepunkt bildete die Talkrunde. Unter der Leitung von Thomas Furrer, Ressortleiter Kind. Jugend.Familie KJF und ehemaliger Leiter des Clubs Underground, sprachen Jugendliche, Fachleute und Gemeindevertreter über das, was Offene Jugendarbeit bedeutet. Roth, ehemaliges Mitglied des Ausschusses, erinnerte sich an die schwierigen Anfänge: Wenn die zwei angestellten Sozialpädagogen fehlten, blieb der Club Underground einfach geschlossen. Einige Gemeinden zogen sich zurück, die Finanzierung wackelte. Erst die Zusammenarbeit mit der Stiftung Jugendsozialwerk brachte Stabilität.
Silvio Strub, Gemeinderat in Itingen und Präsident des Trägervereins Offene Jugendarbeit Region Sissach, stellt fest: Öffentliche Aufmerksamkeit entsteht oft erst dann, wenn etwas schiefläuft – und dann würden meistens «die Jungen» als Problem wahrgenommen. Persönliche Geschichten der Jugendlichen, wie jene von Janis (21), zeigen, welche Wirkung die Offene Jugendarbeit hat. «Ich wurde akzeptiert, wie ich war: Laut!» Besonders prägend war für ihn die Zuwendung der Mitarbeitenden. Das brachte ihn zur Überzeugung: «So möchte ich auch werden!» Heute absolviert der ausgebildete Fachmann Betreuung in der Offenen Jugendarbeit Region Sissach ein Praktikum.
Für die jugendlichen Talk-Teilnehmenden ist der Club Underground ein Ort, wo man abschalten kann und wo echte Gemeinschaft entsteht. «Man kann offener sein und den Mut finden, zu sich selbst zu stehen», sagt Nando, 16-jähriger Zimmermannslehrling. Sandro, 17-jährig, schätzt die Möglichkeit, vom Alltagsstress herunterzukommen. Salome, 16-jährig, vor allem die Akzeptanz: «Man wird so angenommen, wie man ist.»
Mirjam Jauslin