Wandel durch Handel?
23.09.2025 SissachGespräch im «Cheesmeyer» mit Kathrin Amacker, Regula Rytz und Stefan Zemp
vs. Was ermöglicht einen sozialen und ökologischen Austausch – wirtschaftlich und politisch? Darüber diskutiert Ueli Mäder im Sissacher ...
Gespräch im «Cheesmeyer» mit Kathrin Amacker, Regula Rytz und Stefan Zemp
vs. Was ermöglicht einen sozialen und ökologischen Austausch – wirtschaftlich und politisch? Darüber diskutiert Ueli Mäder im Sissacher «Cheesmeyer» mit der Pharmazeutin Kathrin Amacker, der Staatsrechtlerin Regula Rytz und dem Ofenbauer Stefan Zemp. Dabei interessieren Erfahrungen auf lokaler, regionaler und vor allem globaler Ebene.
Alle drei Gäste politisierten einst in Parlamenten. Stefan Zemp (SP) im Baselbieter Landrat, Regula Rytz (Grüne) im Nationalrat und Kathrin Amacker (CVP) ebenso.
Amacker präsidiert nun die Regio Basiliensis sowie Fair Trade Max Havelaar. Sie arbeitete in grossen Unternehmen und ist immer noch sportlich engagiert. «In unseren Familienalben kleben Fotos von Turnern in weissen Hosen und Leibchen, die in Pyramiden übereinander stehen», erzählt sie. «Und so lernten wir früh, im Handstand zu gehen.» An ihrem 16. Geburtstag leitete sie bereits ihr erstes Training im Kunstturnen, blieb dann 33 Jahre lang dabei und fördert heute mit dem «Panathlon Club beider Basel» junge Sporttalente.
Amacker begann ihre berufliche Laufbahn in der damaligen Ciba-Geigy. Alex Krauer führte den Konzern. Laut Amacker stellte er «die wirtschaftliche, soziale und ökologische Verantwortung auf dieselbe Stufe» und setzte mit dem Schweizer Mitwirkungsgesetz eine interne Vertretung der Angestellten zügig um, die Amacker nach der Fusion zur Novartis leitete.
Nach jahrelanger Tätigkeit in Vorständen und Verbänden trat Amacker im Jahr 2000 der CVP bei, die sie im Binninger Einwohnerrat, in der kantonalen Gleichstellungskommission, im Landrat und schliesslich auch im Nationalrat vertrat. «Immer ging es um Menschen – das hat mich motiviert», sagt sie. Und nach 18 Jahren Politik wechselte sie in die Swisscom-Konzernleitung. Da folgten unternehmerische Führungsaufgaben. Dies in den Bereichen Strategie, Finanzen, Kommunikation, Risikomanagement und Personalführung. Und davon profitiere sie nun auch bei ihrer Mitverantwortung für die Friedensstiftung Swisspeace oder den Branchenverband Recypac, der eine Schweizer Kreislaufwirtschaft für Plastik und Getränkekartons aufbaut.
Der Ausgleich zwischen Arbeit und Kapital ist für Amacker «ein zentraler Wert für gesellschaftliche Gerechtigkeit». Arbeit müsse sich lohnen. Und ein 100-Prozent-Job müsse für eine Familie zum Leben reichen, «nicht nur zum Überleben». Arbeitgebende hätten sich an der sozialen Absicherung der Arbeitnehmenden zu beteiligen.
Der soziale Ausgleich findet sich, so Amacker, in der Präambel unserer Bundesverfassung verbrieft: «Die Stärke des Volkes misst sich am Wohl der Schwachen». So trage bei uns auch ein nationaler Finanzausgleich zum inneren Frieden bei. Dieses Prinzip festige ebenfalls den Frieden innerhalb der EU, der keineswegs selbstverständlich sei. Und für Unternehmen gelte es, ihre Sorgfaltspflicht über ihre Wertschöpfungsketten wahrzunehmen: «bis zur Kleinbauernfamilie im Globalen Süden».
An den globalen Bezug knüpft Regula Rytz an, die frühere Sekretärin des Schweizer Gewerkschaftsbunds. Die ehemalige Berner Stadträtin präsidiert seit 2022 die Schweizer Entwicklungsorganisation Helvetas. Sie hat die Konzernverantwortungsinitiative und den Aufruf für globale Gerechtigkeit mit initiiert. Er verpflichtet uns dazu, die Umweltziele der Vereinten Nationen einzuhalten.
Und welche lokalen Kooperationen sind im Sinne sozialer Nachhaltigkeit möglich? Wandel durch Handel, aber wie? Darauf geht Stefan Zemp ein. Der Musiker ist über die Landwirtschaft zum Hafner geworden. Er springt im «Cheesmeyer» für die ursprünglich angekündigte Bäuerin und Politikwissenschaftlerin Laura Grazioli ein. Sie hat im Juli ihr drittes Kind geboren.
Gespräch mit Kathrin Amacker, Regula Rytz und Stefan Zemp, moderiert von Ueli Mäder, Musik von Lukas Rückli,
Donnerstag, 25. September, 19.00 bis 20.30 Uhr, «Cheesmeyer», Sissach.

