Von der Messerschmiede zum Welterfolg
30.10.2026 ReigoldswilVictorinox-CEO zu Gast beim KMU-Forum
Carl Elsener führt die Victorinox AG im globalen Wettbewerb erfolgreich. Am KMU-Forum in Reigoldswil zeigte er auf, wie Qualität, Verlässlichkeit und eine konsequente Weiterentwicklung über Generationen hinweg zum Erfolg ...
Victorinox-CEO zu Gast beim KMU-Forum
Carl Elsener führt die Victorinox AG im globalen Wettbewerb erfolgreich. Am KMU-Forum in Reigoldswil zeigte er auf, wie Qualität, Verlässlichkeit und eine konsequente Weiterentwicklung über Generationen hinweg zum Erfolg geführt haben.
Willi Wenger
Die in Ibach im Kanton Schwyz ansässige Victorinox AG mit global mehr als 2250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, davon 1250 in der Schweiz, hält als Familienunternehmen dem weltweiten Druck stand. Dies dokumentierte Konzernchef und Verwaltungsratspräsident Carl Elsener als Hauptreferent gegenüber lokalen Unternehmern aus sieben Oberbaselbieter Gewerbevereinen eindrücklich.
Er zeigte auf, wie Wertekultur und die vor 26 Jahren geschaffene Rechtsform einer Unternehmensstiftung den langfristigen Erfolg sichern können.
Das Stiftungsmodell der Victorinox AG sei wie ein Schutzschild für die Sicherstellung des Unternehmens und die Erhaltung der Arbeitsplätze zu sehen, hielt Elsener fest. «Unser Ziel war bei der Gründung der Stiftung klar: Wir wollen langfristig unabhängig bleiben.» Der erfolgreiche Unternehmer mit elf Geschwistern ergänzte, dass Victorinox nicht quartalsweise plane, sondern in Generationen denke.
Dies habe dem Unternehmen, das im Jahr 1884 als bescheidene Messerschmiede gegründet wurde, geholfen, im Inland, aber besonders auch im Ausland bestehen zu können. Der 68-Jährige führt den zweitgrössten Arbeitgeber im Kanton Schwyz zusammen mit mehreren Familienmitgliedern. «Wichtig für uns ist es, Qualitätsprodukte anbieten zu können. Nur so war es möglich, 120 Märkte weltweit erschliessen zu können», erklärte der «Sackmesser-Chef» den Erfolg von Victorinox.
Dieser basiere «seit der Gründung» auf vier Säulen: die Mitarbeitenden, die Kundschaft, die Produkte sowie die Marken des Unternehmens. Elsener betonte deutlich, dass hinter dem Erfolg Menschen stehen, die für die kompromisslose Qualität der Firmenprodukte stehen. Dies besonders auch in den Märkten ausserhalb der Schweiz, also in Deutschland, Mexiko und den Vereinigten Staaten.
Der Leitgedanke «In guten Zeiten Reserven bilden, so hat man in der Not» habe Victorinox seit der Gründung geholfen, über Generationen hinweg bestehen zu können.
Mutig, aber nicht übermütig sein
Ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit der Unternehmensgeschichte sei «9/11» gewesen, als der Absatz in den USA um rund einen Drittel eingebrochen ist. Dies sei eine sehr anspruchsvolle Zeit gewesen. «So wie auch heute, wo wir in den USA auf unsere Produkte 30 Prozent Zoll zahlen müssen.»
Als weiteres Beispiel nannte der Zentralschweizer die Stärke des Frankens, diese kann sich für Unternehmen nachteilig auswirken. Seine Ausführungen zum Euro, als dieser noch über 1.50 Franken kostete, waren mehr als vielsagend. Die Victorinox-Prinzipien können auch für die hiesigen Betriebe relevant sein.
Carl Elsener gab den Besucherinnen und Besuchern mit auf den Weg, auch mal mutig zu sein. «Werden Sie allerdings nicht übermütig», ergänzte er. «Für mich sind Offenheit, Vertrauen, Respekt, Dankbarkeit, Bescheidenheit, Mut sowie Verantwortung unverzichtbar.»
Das Taschenmesser mit anderen Taschenwerkzeugen ist im Übrigen der Leader der Victorinox AG. Der Umsatz dieser Multiproduktmarke beträgt 38 Prozent, gefolgt von Küchenund Berufsmessern, Uhren und Reisegepäck. Zu erwähnen ist, dass das Uhrenkompetenzzentrum seit 2005 in Delsberg bei der damals übernommenen Wenger SA liegt.
Im Erbe verpflichtet
en. Karl Elsener gründete 1884 die heutige Victorinox AG als Messerschmiede. Er wollte Arbeitsplätze schaffen und damit die Abwanderung der lokalen Bevölkerung ins Ausland verhindern. Sein visionäres Vorhaben zahlte sich bereits im Jahr 1891 aus. Er gründete den Verband Schweizerischer Messerschmiedemeister, was ihm die erste Grosslieferung von Soldatenmessern aus heimischer Fertigung an die Armee sicherte. 1897 liess er es unter dem Namen «Offiziers- und Sportmesser» gesetzlich schützen, was den Durchbruch ermöglichte. Das Messer mit dem Kreuz und Schild als Logo ist heute als original «Swiss Army Knife» weltberühmt. Der Firmenname wurde 1921 kreiert: Er setzt sich aus dem Vornamen Victoria – so hiess die Mutter des Firmengründers – und «Inox», dem Namen für rostfreien Stahl im Französischen, zusammen.

