Von der Idee zur Umsetzung
01.10.2026 Politik, HersbergPascal Wiget, Gemeindepräsident Hersberg, GLP
Vor rund sechs Jahren durfte ich Einsitz in die politische Kommission der Altersund Pflegeregion Liestal (APRL) nehmen. Damals standen grundlegende Fragen im Zentrum: Wie entwickeln sich die Bedürfnisse der ...
Pascal Wiget, Gemeindepräsident Hersberg, GLP
Vor rund sechs Jahren durfte ich Einsitz in die politische Kommission der Altersund Pflegeregion Liestal (APRL) nehmen. Damals standen grundlegende Fragen im Zentrum: Wie entwickeln sich die Bedürfnisse der Bevölkerung? Wo bestehen Versorgungslücken? Und wie können die Gemeinden gemeinsam Verantwortung übernehmen? Seither wurde viel erreicht. Fachpersonen, Leistungserbringer, Behörden und Gemeindeverantwortliche haben Analysen erstellt, Workshops durchgeführt und ein Versorgungskonzept erarbeitet. Dabei wurde deutlich: Die Herausforderungen der Altersversorgung machen nicht an Gemeindegrenzen halt.
In den zehn APRL-Gemeinden leben rund 45 000 Menschen. Die Zahl der älteren Einwohnerinnen und Einwohner steigt. Viele möchten möglichst lange selbstständig und selbstbestimmt zu Hause leben. Dafür braucht es passende Unterstützung, gute Beratung und eine enge Zusammenarbeit von Gemeinden, Spitex, Pflegeheimen und weiteren Partnern.
In meinen bisherigen Beiträgen habe ich über ergänzende Angebote zwischen Spitex und Pflegeheim sowie neue Wohnund Betreuungsformen berichtet. Inzwischen sind zahlreiche Massnahmen konkretisiert. Jetzt müssen wir die Voraussetzungen schaffen, damit sie langfristig umgesetzt und weiterentwickelt werden können.
Genau hier wird Politik spannend. Die Öffentlichkeit sieht oft nur das Ergebnis jahrelanger Arbeit. Weniger sichtbar sind die Gespräche, Abklärungen und Diskussionen davor. Unsere Milizpolitik lebt von Menschen, die sich neben Beruf, Familie und weiteren Verpflichtungen für ihre Gemeinde und die Region engagieren. Die Mitarbeit in der APRL hat mir gezeigt, wie anspruchsvoll und bereichernd regionale Zusammenarbeit ist. Die Gemeinden bringen unterschiedliche Perspektiven ein. Uns verbindet das Ziel einer bedarfsgerechten und zukunftsfähigen Altersversorgung für die Menschen unserer Region.
Nun liegen den Gemeinden die Grundlagen für eine künftige Organisationsstruktur zur Vernehmlassung vor. Damit beginnt ein weiterer politischer Schritt. Die Gemeinderäte können die Vorschläge prüfen und Rückmeldungen einbringen. Diese Diskussionen helfen, die Vorlage weiterzuentwickeln und breit abzustützen. Regionale Zusammenarbeit bedeutet für mich, Aufgaben gemeinsam anzugehen, die eine einzelne Gemeinde nur schwer bewältigen kann. Die Altersversorgung gehört dazu. Die Gemeinden bleiben dabei verantwortlich und gestalten die Lösungen mit.
Im nächsten Jahr wird die Bevölkerung der zehn APRL-Gemeinden über den vorgeschlagenen Weg entscheiden können. Unabhängig vom Ausgang haben die vergangenen Jahre bereits viel bewirkt: Die Gemeinden sprechen gemeinsam über die Zukunft der Altersversorgung und entwickeln Lösungen für kommende Generationen. Darin liegt die Stärke unserer Milizpolitik und der regionalen Zusammenarbeit. Gemeinsam schaffen wir die Voraussetzungen für ein gutes Älterwerden in unserer Region.
In der «Carte blanche» äussern sich Oberbaselbieter National- und Landratsmitglieder sowie Vertreterinnen und Vertreter der Gemeindebehörden zu einem selbst gewählten Thema.

