Vom Weltmeister zum König
07.07.2026 Sport, Weitere SportartenAdrian Schaub ist Schützenkönig mit der Pistole über 25 Meter
Welt- und Europameister ist Adrian Schaub bereits. Seit Sonntag darf sich der Pistolenschütze auch Schützenkönig nennen. Am «Eidgenössischen» in Chur triumphierte der Zunzger und ...
Adrian Schaub ist Schützenkönig mit der Pistole über 25 Meter
Welt- und Europameister ist Adrian Schaub bereits. Seit Sonntag darf sich der Pistolenschütze auch Schützenkönig nennen. Am «Eidgenössischen» in Chur triumphierte der Zunzger und liess sich am späten Abend in seiner Heimatgemeinde feiern.
Thomas Ditzler
«Die Teilnahme am Königsfinal war mein grosses Ziel in diesem Jahr», sagte Adrian Schaub am späten Sonntagabend. «Dass dieser Wettkampf mit dem Königstitel gekrönt wurde, ist ein riesiger Erfolg und bedeutet mir sehr viel», betonte der Zunzger weiter, als er um 22.30 Uhr in seiner Wohngemeinde von rund 60 Freunden und Bekannten nach seiner Rückkehr vom Eidgenössischen Schützenfest in Chur mit einem spontanen Empfang überrascht wurde.
Hinter dem 28-Jährigen liegt ein Wettkampftag, an dem der amtierende Weltmeister einmal mehr sein Potenzial abrufen konnte. Als Fünfter hatte sich Schaub für den Königsausstich der besten 30 Pistolenschützen über 25 Meter am Sonntagmorgen qualifiziert. In diesem Wettkampf, bei dem sowohl Präzision als auch Schnellfeuer geschossen wurden, setzte Schaub ein erstes Zeichen an die Konkurrenz und qualifizierte sich als bester Schütze für den Königsfinal der acht Besten vom Nachmittag. In diesem Final, in dem zehn Serien à fünf Schüsse im Schnellfeuer geschossen wurden, zeichnete sich ein Duell mit dem zweifachen Schützenkönig Christian Klauenbösch (SG Zofingen) ab.
Mit Konstanz gepunktet
Im Final, der im K.o.-System absolviert wurde, setzte sich Adrian Schaub letztlich mit drei Punkten Vorsprung durch. Während Schaub regelmässige Resultate lieferte, konnte sein ärgster Widersacher trotz einiger guter Serien nicht mit der Konstanz des Zunzgers mithalten. Als Schaub jedoch in der sechsten und siebten Serie nur je einen von fünf Punkten verbuchen konnte, sei er etwas nervöser geworden, gab er zu Protokoll.
«Diese Phase des Finals hat gezeigt, dass das Momentum schnell auch auf die andere Seite kippen kann», bilanzierte Schaub. Seine Einstellung, immer bis zum letzten Schuss an sich zu glauben, habe sich in dieser Phase des Wettkampfs jedoch ausbezahlt, so der Zunzger weiter. «Ich habe bereits während des Wettkampfs gespürt, was möglich ist», sagte Adrian Schaub. Als der Zunzger in der letzten Serie mit drei Punkten einen Punkt mehr als sein Konkurrent verbuchen konnte, war der Erfolg des Zunzger Pistolenschützen Tatsache.
«Natürlich ist dieser Erfolg nicht mit dem WM-Titel aus dem vergangenen Jahr vergleichbar», gestand Schaub. Weil aber der Schützenkönig nur alle fünf Jahre erkoren wird, sei diese Auszeichnung auf nationaler Ebene dennoch sehr speziell für ihn. Überrascht zeigte sich der 28-Jährige zudem, als er rund eineinhalb Stunden später als geplant am Sonntagabend in Zunzgen vor dem Landgasthof Hard vorfuhr. Dass bis um 22.30 Uhr so viele Freunde und Bekannte auf ihn gewartet hätten, um bei der spontanen Feier zu gratulieren, habe ihn enorm gefreut: «Dieser Rückhalt ist eine grosse Wertschätzung und bereitet mir grosse Freude», so Schaub. Lobende Worte gab es dann auch vom Zunzger Gemeindepräsidenten Hansruedi Wüthrich und von Marcel Zimmermann, Präsident des Schiessvereins Zunzgen-Tenniken, an die Adresse des frischgebackenen Königs.
Seinen Erfolg so richtig realisiert habe er noch nicht. «Es braucht sicher noch etwas Zeit», so Schaub. Zeit zum Zurücklehnen und zum Geniessen bleibt jedoch kaum. Bereits gestern Montag reiste der Schützenkönig ins nächste Trainingslager. Oder wie er es selber sagt: «Nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf.»
Bronze für Bertschi
td. In fünf Kategorien wurde am «Eidgenössischen» in Chur der Königstitel vergeben. Neben der Kategorie 25 Meter Pistole wurde auch in drei Kategorien über 300 Meter Gewehr sowie über 50 Meter Gewehr um die Krone geschossen. In der Kategorie 50 Meter Gewehr qualifizierte sich mit Michèle Bertschi eine weitere Oberbaselbieterin für den Final. Die Bubendörferin (Freischützen Balsthal-Klus) sicherte sich dabei die Bronzemedaille. Olympiasiegerin Chiara Leone gewann in dieser Kategorie. Von den weiteren Oberbaselbietern, die sich für den Königsausstich qualifizieren konnten, gelang keinem der Sprung in die jeweiligen Finals der besten Acht.



