Vom Rückzugsort ins Rampenlicht
29.09.2026 OberdorfJanis Eric Thommen ist bei «The Voice of Germany» eine Runde weiter
Der Oberdörfer Gesangslehrer Janis Eric Thommen steht nun selbst auf der grossen Bühne. In der neusten Staffel der Gesangsshow «The Voice of Germany» überzeugte der 25-Jährige alle ...
Janis Eric Thommen ist bei «The Voice of Germany» eine Runde weiter
Der Oberdörfer Gesangslehrer Janis Eric Thommen steht nun selbst auf der grossen Bühne. In der neusten Staffel der Gesangsshow «The Voice of Germany» überzeugte der 25-Jährige alle Jurymitglieder. Mitte Oktober geht es weiter.
Fiona Findlay
«Musik war für mich schon immer ein Rückzugsort», sagt der Oberdörfer Janis Eric Thommen. Das Singen begleitete ihn durch seine Jugend: «Es brachte mir Geborgenheit zu einer Zeit, in der ich das kaum hatte.» Er setzte auf die Musik, studierte nach dem Abbruch einer Orgelbaulehre Musikpädagogik am Winterthurer Institut für aktuelle Musik (Wiam) und begann, unter dem Künstlernamen JET vor kleinem Publikum aufzutreten. Auf Anregung seiner Eltern wurde die Bühne jüngst plötzlich sehr gross: Thommen ist Kandidat bei der Castingshow «The Voice of Germany».
Am 19. September wurde die «Blind Audition» des Sängers bei «The Voice of Germany» auf «Sat.1» ausgestrahlt. Mit seiner Interpretation des Chansons «Hymne à l’amour» von Édith Piaf konnte der 25-Jährige alle vier Jurymitglieder überzeugen. Bei dieser Castingshow sitzen die Juroren mit dem Rücken zur Bühne und verlassen sich so bei der Beurteilung ihrer potenziellen Teammitglieder nur auf die Musik. Thommen interpretierte das französische Liebeslied auf seine eigene Weise und begleitete sich dabei am Klavier. Shirin David lobte seine «Engelsstimme», Rea Garvey sprach von Gewinnerpotenzial. Garvey und Nico Santos wollten Thommen anschliessend beide für ihr Team gewinnen. Thommen entschied sich für das Team von Santos, der den Oberbaselbieter als «kleines Juwel» bezeichnete.
Selbstsicher auf der Bühne
Mit seinem ersten Auftritt bei «The Voice of Germany» ist Thommen sehr zufrieden. Nervös sei er trotzdem gewesen. «Auf der Bühne flacht meine Nervosität aber zum Glück ab», sagt der Sänger.
Dank seiner Ausbildung als Gesangslehrer kennt Thommen zudem kleine Tricks, mit denen er sich beruhigen könne. Seit dem Abschluss seines Masters in Musikpädagogik im Jahr 2025 unterstützt der Oberbaselbieter Sängerinnen und Sänger dabei, die eigene Stimme zu finden. Beim Unterrichten lerne auch Thommen selbst viel dazu: «Vocal Coaching liefert einem viel Sicherheit im eigenen Gesang.»
Bereit für die «Battles»
Selbstbewusst auf einer grossen Bühne zu stehen, war für Thommen nicht immer selbstverständlich. Der Sänger beschreibt sich selbst als introvertierten und schüchternen Menschen. Vor einigen Jahren habe er sich ohne Erfolg bei «The Voice of Switzerland» beworben. Damals hätten die Selbstsicherheit und die Gesangstechnik noch nicht gereicht, so Thommen. Seither habe das Singen vor einem Publikum sein Selbstbewusstsein gestärkt. Während seiner Schulzeit sei er mit Mobbing konfrontiert gewesen. In der Musik habe er damals Zuflucht gefunden. Wenn Thommen mit seinem jüngeren Ich sprechen könnte, würde er ihm vor allem eines mitgeben: «Du hast so viele Gründe, warum du weitermachen sollst. Steh für dich selbst ein und lass andere nicht über dich bestimmen.»
Auf die nächste Runde bei «The Voice» freut sich Thommen. Noch stehe allerdings nicht fest, mit welchem Song er auftreten werde. Er hoffe, dass ihm das zugeteilte Lied liegen werde. Musikalisch ist Thommen vor allem von Pop und R ’n’ B geprägt. Als Inspirationen nennt er James Arthur, Calum Scott und Sam Smith. Dennoch betont Thommen: «Ich lasse mich nicht gern auf eine Richtung festlegen.» Gesang und Klavier sind Thommens Hauptinstrumente, doch auch an seinen Fähigkeiten an der Gitarre arbeite er laufend. «Das Singen bleibt mein Fokus», betont Thommen.
Mit seiner Teilnahme bei «The Voice of Germany» verfolgt der Baselbieter vor allem einen Zweck: Erfahrung zu sammeln. «Ich stecke mir das Ziel, in jedem Moment in der Sendung möglichst viel Freude zu finden», sagt Thommen. Er versuche, seine Erwartungen tief zu halten, gebe aber sein Bestes und nehme jede Runde, wie sie komme.
Mitte Oktober geht es in der nächsten Runde von «The Voice of Germany» weiter. Bei den «Battles» treten die Kandidatinnen und Kandidaten innerhalb ihres Teams gegeneinander an. Thommen will im Team von Santos die Stimmen der Juroren zum zweiten Mal erobern.


