Vier neue Staatsweine
04.06.2026 Sissach«Siebe Dupf» und Jauslin dominieren Kürung erneut – doch auch Oberbaselbieter überzeugen
Vier Weine aus dem Baselbiet dürfen sich für ein Jahr Staatswein nennen. Bei der Kürung der beiden Basel setzten sich neben etablierten Gütern auch ...
«Siebe Dupf» und Jauslin dominieren Kürung erneut – doch auch Oberbaselbieter überzeugen
Vier Weine aus dem Baselbiet dürfen sich für ein Jahr Staatswein nennen. Bei der Kürung der beiden Basel setzten sich neben etablierten Gütern auch kleinere Produzenten durch. Insgesamt standen 69 eingereichte Weine aus der Region im Wettbewerb.
Thomas Gubler
Zum zehnten Mal insgesamt und zum sechsten Mal gemeinsam mit Basel-Stadt wurde am Montag im ehrwürdigen Gewölbekeller des Schlosses Ebenrain in Sissach die Kürung der Staatsweine vorgenommen. Von den 69 eingereichten Weinen aus der Region hatte zuvor ein Gremium aus fünf professionellen Degustatorinnen und Sommeliers jeweils drei Finalisten für vier Kategorien auserwählt.
Aus diesen Finalisten hat eine Jury aus prominenten Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Kultur, Medien und Politik, wie den beiden Regierungsräten Thomi Jourdan und Kaspar Sutter, sowie den beiden Parlamentspräsidien Reto Tschudin (BL) und Gianna Hablützel (BS) die diesjährigen Staatsweine der jeweiligen Kategorie gekürt.
Gewonnen in der Kategorie «Leichte Weissweine» hat der Riesling-Sylvaner 2024 vom Weingut Jauslin. Die beiden anderen Finalisten waren der Baselbieter Riesling-Sylvaner der Siebe Dupf Kellerei AG, Liestal, und der Buus Bacchus von Fredy Löw aus Buus.
In der Kategorie «Kräftige und aromatische Weissweine oder Cuvées» siegte die Siebe Dupf Kellerei AG mit ihrem Baselbieter Kerner 2025, gefolgt vom eigenen Sauvignon Blanc 2024 und dem Sauvignon Blanc 2025 aus dem Weingut Jauslin als weitere Nominierte.
Bei den «Reinsortigen Pinots Noirs» ging der Sieg ins Oberbaselbiet: an den Verein «Syydebändel» mit seinem «Syydebändel» Pinot Noir Barrique 2022. Die beiden anderen Finalisten waren der Pinot Noir 2024 aus dem Weingut Jauslin und der Liestaler Blauburgunder 2024 von Kaufmann Weinbau, Liestal.
Auch in der Kategorie «Reinsortige Rotweine oder Cuvées» ging der Sieg ins Oberbaselbiet. Hier belegte der «Pinot & Dorsa» 2023 von Melanie und Joel Buser vom Hof Leimen in Buus den ersten Platz. Zu den beiden weiteren Nominierten gehörte das Weingut Jauslin mit dem «Lion Rouge» 2023 und dem «Feu Noir» 2024.
Kunst und KI
Damit hat sich einmal mehr eine Tendenz bei der Staatsweinkürung von Baselland und Basel-Stadt bestätigt: Die beiden grossen Weinhäuser Siebe Dupf, Liestal, und Jauslin, Muttenz, dominieren mitunter zwar den Wettbewerb. Allerdings gelingt es kleineren Produzenten regelmässig, die Phalanx der Grossen zu durchbrechen. Das war von Anfang an so und gelingt jedes Jahr in mehr oder weniger starkem Ausmass.
Staatswein und Medaillenträger ist dabei nur der Erstplatzierte. Neuerdings können die Kantone aber nicht nur die vier Staatsweine zum Ausschank an ihren Anlässen beziehen, sondern auch die jeweils anderen beiden Finalisten.
Der vom Weinproduzentenverband Region Basel/Solothurn unter dem Präsidium von Andreas Buser und dem Ebenrain-Zentrum für Landwirtschaft, Natur und Ernährung organisierte Anlass bietet den geladenen Gästen in kurzen Ansprachen und Grussbotschaften stets auch die Möglichkeit, über Wein zu philosophieren.
So schlug am Montagnachmittag der Baselbieter Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektor Thomi Jourdan den Bogen zur derzeit allgegenwärtigen Künstlichen Intelligenz. Es gebe Sachen und Entwicklungen, so Jourdan, die auch mit Künstlicher Intelligenz nicht beschleunigt werden könnten. Wein etwa entstehe während einer Zeit, die sich kaum beeinflussen lasse. Woraus er das Fazit zog: «Künstliche Intelligenz kann keinen Wein herstellen.»
Ines Goldbach, die Direktorin des Kunsthauses Baselland auf dem Dreispitz, verglich Winzer mit Kunstschaffenden, die beide oftmals nicht genau wüssten, wie ihr Werk oder Produkt am Schluss herauskomme. Um dann gleich aber den Unterschied zwischen Wein und Kunst herauszuschälen: «Wein sollte man massvoll geniessen. Bei der Kunst dürfen Sie masslos sein», meinte Goldbach.


