Pendler verpassen Schnellzug
je. Der 102er-Bus, der zweimal pro Stunde verkehrt, kommt am Bahnhof Gelterkinden just dann an, wenn dort der Schnellzug nach Basel abfährt. Die Busreisenden aus Kienberg, Anwil, Rothenfluh und Ormalingen sehen den Zug also vor ihren ...
Pendler verpassen Schnellzug
je. Der 102er-Bus, der zweimal pro Stunde verkehrt, kommt am Bahnhof Gelterkinden just dann an, wenn dort der Schnellzug nach Basel abfährt. Die Busreisenden aus Kienberg, Anwil, Rothenfluh und Ormalingen sehen den Zug also vor ihren Augen davonfahren. Ihnen bleibt nur die langsamere S-Bahn.
Das wollen die betroffenen Gemeinden ändern. In der Vernehmlassung zum neuen Fahrplan ab Dezember ersuchten sie den Kanton, die Abfahrtszeiten des Busses leicht nach vorne zu verschieben. Spielraum wäre vorhanden: Der Bus wartet in Kienberg ohnehin neun Minuten, bis er wieder losfährt.
Davon wollte der zuständige Regierungsrat Isaac Reber (Grüne) bislang nichts wissen. Und daran ändert sich vorerst auch nichts, wie nun klar ist. Der Ormalinger Landrat Dario Rigo («Mitte») hakte in der Fragestunde des Landrats gestern bei Reber nach. Dieser stellte zwar in Aussicht, die Abfahrtszeiten des 102ers überprüfen zu wollen – allerdings nicht jetzt, sondern erst nach einigen Monaten. Es brauche einen fundierten Entscheid, so Reber.
Viele Betroffene fragen sich allerdings, worauf der Regierungsrat noch warten will. Aus ihrer Sicht ist die Ausgangslage klar – und sie dürfte sich in den kommenden Monaten kaum verändern.
Rigo stört insbesondere, dass der Regierungsrat nicht auf die Bedenken der Gemeinden eingeht. «Sie wischt die Vernehmlassung einfach als irrelevant beiseite», schreibt er im Nachgang der gestrigen Fragestunde im Landrat. Mit anderen Worten: Wozu braucht es überhaupt eine Vernehmlassung, wenn offensichtliche Mängel nicht behoben werden?
Gleichzeitig hegt Rigo den Verdacht, dass dem Kanton die aktuelle Situation gar nicht besonders ungelegen kommt. Denn mit den heutigen Fahrzeiten des 102ers wird die S-Bahn stärker genutzt. Und anders als den Schnellzug muss der Kanton diese mitfinanzieren. In gewissem Masse profitiert er von der aktuellen Situation also.