Unklare Todesfälle bei Füchsen
17.04.2026 RickenbachInfektionskrankheit Staupe wird vermutet – das rät der Kanton
Staupe ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die vor allem bei Hunden und marderartigen Wildtieren auftritt. Sie führt häufig zum Tod, wenn die Tiere nicht geimpft sind. Laut den zuständigen ...
Infektionskrankheit Staupe wird vermutet – das rät der Kanton
Staupe ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die vor allem bei Hunden und marderartigen Wildtieren auftritt. Sie führt häufig zum Tod, wenn die Tiere nicht geimpft sind. Laut den zuständigen Behörden ist die Lage im Kanton ruhig.
André Frauchiger
Ein Sissacher Tierarzt hat dieser Tage auf seiner Website mitgeteilt, dass in den vergangenen Wochen im Gebiet der Gemeinde Rickenbach verendete Füchse aufgefunden worden seien. Aufgrund der festgestellten Symptome werde vermutet, dass die Tiere an der hochansteckenden Infektionskrankheit Staupe gestorben sind. Es werde den Hundebesitzerinnen und -besitzern deshalb geraten, den Impfstatus ihrer Hunde zu überprüfen. Die Impfung sollte alle drei Jahre aufgefrischt werden.
Die zuständigen Behörden – das Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (ALV) sowie das Amt für Wald und Wild beider Basel – teilten auf Anfrage der «Volksstimme» mit, sie hätten keine Meldung über tote Füchse in Rickenbach erhalten. Das sei kaum erstaunlich, denn die Infektionskrankheit Staupe ist in der Tierseuchenverordnung nicht aufgeführt. Aus diesem Grund bestehe auch keine Pflicht, Verdachtsfälle zu melden. Was bei den besagten Füchsen als Todesursache infrage komme, könne demzufolge von den Behörden auch nicht gesagt werden. Aktuell liegen ihnen im ganzen Kanton keine Meldungen bezüglich Staupe-Fällen vor.
Dennoch stellt sich die Frage: Was unternimmt der Kanton gegen Staupe? Für den Menschen bestehe bei dieser Infektionskrankheit keine Gefahr, unterstreichen Experten. Und Bekämpfungsmassnahmen von staatlicher Seite sind keine vorgesehen. Trotzdem sollte ein Wildtier, zum Beispiel ein erkrankter oder toter Fuchs, nicht berührt werden – weder von Menschen und schon gar nicht von Hunden. Denn: «Nicht geimpfte oder ungenügend geimpfte Hunde sind gefährdet, an der Staupe schwer zu erkranken. In solchen Fällen endet die Infektion meistens tödlich für das Tier», heisst es vom Kanton.
Importe als Problem
Unbedingt notwendig sei deshalb eine Impfung der Hunde, bestätigen die Behörden die Aussage von Tierärzten. Empfohlen wird, den Impfstatus des eigenen Hundes beim Tierarzt überprüfen zu lassen und gegebenenfalls die Impfung aufzufrischen. Im Wald oder in der Nähe von Hecken und Büschen sei es sinnvoll, Hunde an der Leine zu halten. Beim Auffinden eines kranken oder toten Wildtiers sollte umgehend die Jagdaufsicht informiert werden, raten die Behörden.
Die Staupe hat sich seit 2009 in der Schweiz ausgebreitet. Kranke Tiere aus östlichen Ländern brachten die Infektionskrankheit nach Mitteleuropa. Der Handel mit Welpen aus osteuropäischen Staaten erhöhe das Risiko einer Einschleppung der Infektionskrankheit zusätzlich. «Illegale Importe stellen für die häufig viel zu jungen, nicht ausreichend geimpften und sozialisierten Welpen ein nachhaltiges Trauma dar», heisst es vom Kanton.
Die Impfung, vor allem bei Jagd- und Herdenschutzhunden, trage zur Eindämmung der Staupe bei.
Betroffen sind vor allem Füchse und Dachse. Aber auch Marder, Frettchen, Wiesel und Waschbären können mit Staupe infiziert sein. Und eben auch Hunde. Anstecken können sich die Tiere jeglichen Alters durch den direkten Kontakt mit erkrankten Tieren oder durch indirekten Kontakt über Futter, Wasser oder Gegenstände, die mit den Sekreten oder Ausscheidungen infizierter Tiere verunreinigt wurden.
Die Symptome einer Staupe-Infektion sind Fieber, Appetitlosigkeit, starkes Erbrechen, plötzlicher Durchfall, Augen- und Nasenfluss, Niesen, Husten und Atemnot. Im weiteren Verlauf verschlimmere sich die Krankheit und es könnten zentralnervöse Störungen wie Krämpfe, Bewusstseinsstörungen, gesteigerte Aggressivität und Nervenlähmungen auftreten. An Staupe erkrankte Wildtiere fallen laut den Behörden durch ihr verändertes Verhalten wie mangelnde Scheu oder Apathie auf. Bei einem solchen Verhalten der Tiere sei äusserste Vorsicht geboten.
