Üben, üben, üben für die Bestnote 1
02.06.2026 GelterkindenJodlerklub Farnsburg bereitet sich auf den Höhepunkt des Jahres vor
Am Eidgenössischen Jodlerfest in Basel Ende Juni wird der Jodlerklub Farnsburg aus Gelterkinden nicht nur teilnehmen, sondern engagiert sich als Mitglied des Trägervereins auch bei dessen ...
Jodlerklub Farnsburg bereitet sich auf den Höhepunkt des Jahres vor
Am Eidgenössischen Jodlerfest in Basel Ende Juni wird der Jodlerklub Farnsburg aus Gelterkinden nicht nur teilnehmen, sondern engagiert sich als Mitglied des Trägervereins auch bei dessen Durchführungen. Zurzeit wird fleissig geprobt.
Carolina Mazacek
«… Jodlerfründ vo noch und färn …» singt der 26-köpfige Jodlerklub Farnsburg eine Zeile der Basler Jodlerfest-Hymne. Dies unter der Leitung der einzigen Frau im Proberaum im Gelterkinder Schulhaus Hofmatt, von Dirigentin Doris Hirsbrunner. «Als wir erfuhren, dass das Jodlerfest in Basel stattfinden wird, war die Haltung unter den Mitgliedern: ‹Geht das mit den Städtern?›», sagt sie während einer Verschnaufpause ihrer Sänger. Aber je näher das Jodlerfest rücke, desto kleiner werde der Stadt-Land-Graben und die Jodler freuten sich auf den Grossanlass. Auch in der Hymne wird gesungen: «… jodle tuet me nit nur z Bärn, …»
Im vergangenen Jahr am Nordwestschweizerischen Jodlerfest in Reigoldswil sowie beim letztmaligen Eidgenössischen Fest in Zug erhielt der Jodlerklub die Bestnote 1. Werden die Jodler ihre Erfolgsserie fortsetzen? «Alle hoffen, dass wir sehr gut abschneiden», sagt die Sissacherin und ergänzt: «Wenn wir unser Bestes geben und es trotzdem nicht reicht, dann ist es auch okay.» Was sie aber nicht dulde, sei, dass man sich keine Mühe gibt: «Dann ist es auch für mich schwer.» Das ist jedoch nicht der Fall, denn alle würden engagiert üben. Bis Ende März sollten die Jodler ihr Wettlied «Heimetfrüehlig» von Paul Meier auswendig lernen, was sie auch gemacht hätten. «Erst dann können wir am Lied wirklich arbeiten», sagt die 56-Jährige.
Der Komponist des Liedes, mit dem die Oberbaselbieter in Basel antreten werden, ist vor fünf Jahren 95-jährig gestorben. Dessen Lieder lägen ihren Sängern gut, sagt die Dirigentin, «Heimetfrüehlig» ganz besonders, deshalb sei es auch fürs «Eidgenössische» ausgewählt worden.
Männerformation mit Chefin
Im Proberaum ist Doris Hirsbrunner die einzige Frau und zugleich Chefin der 26-köpfigen Männerformation. Sie habe einen Dirigentenkurs des schweizerischen Chorverbands absolviert und sei anschliessend beim Jodlerklub Farnsburg gelandet, bei dem ihr Ehemann Ruedi nicht nur singt, sondern auch Präsident ist.
«Ein reiner Männerchor ist anders aufgebaut als ein gemischter Chor», sagt die Dirigentin. Er bestehe aus erstem und zweitem Tenor, erstem und zweitem Bass, plus erster und zweiter Jodelstimme. «Wenn sich Frauen bei uns melden, dann empfehlen wir ihnen zum Beispiel das 1. Frauen-Jodel-Chörli Basel, ein reiner Frauenjodelchor. Dirigentin Hirsbrunner selber singt in der von ihr geleiteten Formation auch nicht mit und steht bei den Auftritten nicht einmal auf der Bühne.
Ruedi Hirsbrunner erklärt, dass der Verein am Fest in Basel nicht nur mitwirke, sondern auch mitarbeite: «2017 wurden wir gefragt, ob wir Teil des Trägervereins für das Eidgenössische Jodlerfest in Basel sein möchten, das 2020 stattfinden sollte.» Man habe zugesagt, doch dann verhinderte die Pandemie die Durchführung.
Auch wenn die Mitglieder des Jodlerklubs inzwischen älter geworden sind, packen sie die Aufgaben als Trägerverein fürs grosse Fest in Basel an: vor dem Fest beim Versand der Festkarten und wärhrenddessen bei der Betreuung der Vortragslokalitäten sowie durch ihr Mitwirken am Festakt.
Und wie steht es um die Motivation unter den Jodlern? «Man übt das Wettlied die ganze Zeit, es kann einem schnell verleiden», sagt ein Vereinsmitglied. Doch er freue sich, wenn er mit seinen Kameraden das Jahresziel, das «Jodlerfest», erreicht hat. «Es ist schön, wenn ein Verein mit verschiedenen Charakteren zusammen jodelt», sagt Präsident Hirsbrunner. Viele können auch nicht Noten lesen, was aber nicht nötig sei, gutes Gehör reicht, ergänzt er.
Der Jodlerklub singt die Hymne weiter: «… drum gits z Basel gly e Jodlerfescht.» «Das kommt, das kommt, aber wir schauen uns noch einmal die zweite Strophe an», sagt die Dirigentin. Und später wird auch am Wettlied «Heimetfrüehlig» weiter gefeilt. Den Lohn für ihre Arbeit wird der Jodlerklub Farnsburg Ende Monat erhalten.
Sieben Oberbaselbieter Formationen treten an
cam. Beim Eidgenössischen Jodlerfest, das vom 26. bis zum 28. Juni in Basel stattfindet, werden sieben Jodlerklubs und Kleinformationen aus dem Oberbaselbiet auftreten: Jodlerklub Echo vom Ramstein aus Bretzwil, «Jodlerchörli Wildenstein» aus Bubendorf, Jodlerklub Farnsburg aus Gelterkinden, Jodlerklub Oberer Hauenstein aus Langenbruck, Jodlerklub Hohwacht aus Lauwil, Jodlerklub Silberbrünneli aus Ormalingen, «Jodlerfründe Wisebärg» aus Rünenberg. Wann und wo die Formationen im Einsatz stehen werden, kann auf der Website des «Eidgenössischen» (www.jodlerfestbasel.ch) nachgelesen werden.

