Tschudin + Heid geht an deutsche Gruppe
02.10.2026 WaldenburgCEO Tobias Schmid: Arbeitsplätze und Standort gesichert
sep. Bereits im August hat der CEO und Alleinbesitzer der «Tschudin + Heid AG» in Waldenburg, Tobias Schmid, 100 Prozent der Aktien an die deutsche «GTMB Metallteilfertigung GmbH» verkauft. ...
CEO Tobias Schmid: Arbeitsplätze und Standort gesichert
sep. Bereits im August hat der CEO und Alleinbesitzer der «Tschudin + Heid AG» in Waldenburg, Tobias Schmid, 100 Prozent der Aktien an die deutsche «GTMB Metallteilfertigung GmbH» verkauft. Über den Preis haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Der Verkauf an die deutsche Firma sei «eine sehr positive, frühzeitige Nachfolgelösung», sagte Schmid gestern auf Anfrage der «Volksstimme». Eingefädelt hat den Verkauf die Beratungsfirma «Investec».
«Es war seit Längerem klar, dass wir als KMU, obwohl wir sehr erfolgreich unterwegs sind, langfristig einen schweren Stand haben würden», so Schmid. Zunehmende Anforderungen und steigender administrativer Aufwand würden für KMU zur Belastung, sagt Schmid und nennt den verlangten jährlichen Nachhaltigkeitsbericht als Beispiel für die Herausforderungen.
Grossteil Schweizer Kunden
Seine Firma mit etwas über 50 Mitarbeitenden sei international tätig, habe aber gut 70 Prozent der Kunden in der Schweiz – unter anderem im Medtech- und im Rüstungsbereich. «Die grosse Nähe schätzen unsere Kunden, deswegen wird auch am Standort in Waldenburg und an den Arbeitsplätzen in der Schweiz nicht gerüttelt», versichert Schmid, der selber in Oberdorf wohnt und der Tschudin + Heid als Geschäftsführer erhalten bleiben wird, «wobei mittelfristig eine leichte Reduktion geplant ist».
Der gesamte Verwaltungsrat der Waldenburger Traditionsfirma, deren Ursprünge in der Uhrenindustrie im ausgehenden 19. Jahrhundert liegen, ist inzwischen gemäss Handelsregister ausgewechselt. Neu präsidiert ihn der Österreicher Stefan Hauer. Ihm zur Seite steht der Basler Thomas Alexander Hentz.
Stefan Hauer ist Managing Director der Münchener «Palero», eines Investmentfonds. «Palero» hat die Brandenburger «GTMB» 2024 übernommen und sie mit weiteren Betrieben zur «GT Group» ausgebaut. Die «Palero» steht nach eigenen Angaben «für eine seriöse, langfristige Entwicklung des Unternehmens». Sein Unternehmen könne von der Einbindung in ein grösseres Konglomerat als KMU profitieren, sagt Schmid. «Tschudin + Heid ist als erfolgreiches weiteres Element in dieses Portfolio eingekauft worden», sagt er und versichert, dass es sich bei der Finanzinvestment-Gesellschaft um eine strategisch orientierte, langfristig investierende Gruppe handle und das Schicksal der Tschudin + Heid in besten Händen liege.
Stakeholder waren informiert
Mit dem Zukauf aus dem Baselbiet erzielt die «Palero»-Gruppe nach eigenen Angaben erstmals einen Betriebsgewinn (Ebitda) von mehr als 10 Millionen Euro. Das hat die Gruppe selbst im Web-Karrierenforum «LinkedIn» bekannt gegeben; abgesehen davon ist der Verkauf des Waldenburger Traditionsunternehmens bisher nur von der «Investec» auf deren Website publiziert worden. Tobias Schmid sagt: «Alle Stakeholder, wie beispielsweise die Gemeinde und insbesondere Gemeindepräsidentin Andrea Sulzer, sind von uns informiert worden.»
Tschudin + Heid wurde im Jahr 1892 gegründet. Im Familienbesitz spielte das Unternehmen als wichtiger Arbeitgeber im Waldenburgertal weit mehr als 100 Jahre eine wesentliche Rolle. Heute fertigt das Unternehmen Komponenten für die Medizinaltechnik und die Rüstung, darunter Teile für das Schweizer Sturmgewehr von SIG.
