Trockenheit als Spielverderberin
28.07.2026 OltingenOpen-Air-Kino muss wegen Waldbrandgefahr abgesagt werden
Die Trockenheit macht dem «Zig Openair Kino» einen Strich durch die Rechnung. Aufgrund der hohen Waldbrandgefahr und kantonaler Auflagen kann die Veranstaltung auf einer Waldlichtung zwischen Oltingen und Zeglingen nicht ...
Open-Air-Kino muss wegen Waldbrandgefahr abgesagt werden
Die Trockenheit macht dem «Zig Openair Kino» einen Strich durch die Rechnung. Aufgrund der hohen Waldbrandgefahr und kantonaler Auflagen kann die Veranstaltung auf einer Waldlichtung zwischen Oltingen und Zeglingen nicht stattfinden.
Janis Erne
Das beliebte «Zig Openair Kino» wird in diesem Jahr nicht stattfinden. Der veranstaltende Verein hat den Anlass, der vom 5. bis 8. August in der gleichnamigen Waldlichtung zwischen Oltingen und Zeglingen geplant war, abgesagt. Ausschlaggebend sind die anhaltende Trockenheit, die hohe Waldbrandgefahr und die damit verbundenen kantonalen Verbote. Nach der coronabedingten Absage 2020 fällt der Anlass erst zum zweiten Mal in seiner 34-jährigen Geschichte aus.
«Es fällt uns alles andere als leicht, aber wir müssen das diesjährige Open-Air-Kino absagen», schreibt das OK in einer Mitteilung vom vergangenen Freitag. Zuvor seien verschiedene Szenarien geprüft und Gespräche mit Behörden geführt worden. Gemeinsam sei man schliesslich zum Entschluss gekommen, den Anlass nicht durchzuführen.
Wie Vereinspräsident Daniel Weitnauer auf Anfrage erklärt, führten mehrere Faktoren zur Absage. Ein Problem war das kantonale Verbot, Autos auf Wiesen und Feldern zu parkieren. «Diese Einschränkung hatten wir noch nie», sagt Weitnauer. Bisher hätten die Besucher ihre Fahrzeuge jeweils auf einer nahe gelegenen Wiese abstellen können.
Zwar habe das OK beim Kantonalen Führungsstab abgeklärt, ob es mit einem Sicherheitskonzept eine Sonderbewilligung für das Parkieren gegeben hätte. «Wahrscheinlich wäre das möglich gewesen, aber die Unsicherheit, ob es schlussendlich tatsächlich klappt, wäre zu gross gewesen», sagt Weitnauer. Eine praktikable Alternative habe es nicht gegeben. «In Oltingen gibt es keinen grossen Asphalt- oder Kiesparkplatz», so der Vereinspräsident. Ein Shuttlebetrieb wäre daher nicht möglich gewesen. Von Zeglingen oder einem weiter entfernten Dorf wie Gelterkinden aus einen solchen aufzuziehen, wäre dem OK wiederum zu teuer geworden.
Kontrolle nicht möglich
Auch das Kulinarische wäre von den geltenden Auflagen betroffen gewesen. Grills – selbst elektrische – sind im Freien derzeit verboten. Das hätte das Verpflegungsangebot eingeschränkt. Für den Verein sind die Einnahmen aus dem Verkauf von Speisen und Getränken ein wesentlicher Bestandteil der Finanzierung des Open-Air-Kinos.
Ein weiterer entscheidender Faktor für die Absage war laut Weitnauer die Waldbrandgefahr. Über die vier Kinoabende verteilt rechnete das Organisationskomitee mit rund 1000 Eintritten. «Wir können nicht durchgehend alle Besucher kontrollieren, damit sie nicht im Wald rauchen», sagt Weitnauer. Hinzu komme die Verletzungsgefahr durch ausgetrocknete Äste, die herabfallen, oder im Extremfall durch umstürzende Bäume. In solchen Fällen hätte sich die Frage gestellt, ob der Verein die Haftung übernehmen müsste.
Das trockene Gelände hätte zwar bewässert werden können, um das Brandrisiko etwas zu minimieren. Doch angesichts der herrschenden Wasserknappheit wäre dies laut Weitnauer wohl weder bewilligt worden noch bei der Bevölkerung auf Verständnis gestossen.
Tickets werden zurückerstattet
Der Entscheid, das Open-Air-Kino abzusagen, habe man bewusst jetzt, also rund zwei Wochen vor der Durchführung, gefällt, sagt Weitnauer. So könnten Bestellungen bei Lieferanten noch storniert werden: «Wir wollen rasch Lösungen finden und den finanziellen Verlust in Grenzen halten.» Ob eine Versicherung den entstandenen Verlust übernimmt, werde der Verein zu einem späteren Zeitpunkt abklären.
Auf den Vorverkauf wirkt sich die Absage nur beschränkt aus. Bislang waren laut Daniel Weitnauer weniger als 50 Tickets verkauft worden. Die meisten Besucher würden ihre Eintrittskarten jeweils erst in der Woche vor dem Anlass oder an der Abendkasse kaufen. Die bereits verkauften Billette werden zurückerstattet.
Für die Organisatoren ist die Absage auch deshalb bitter, weil schon viel Vorarbeit geleistet worden ist. «Besonders leid tut uns die Absage für alle, die bereits viel Zeit und Herzblut investiert haben», schreibt das OK. Das gelte für Sponsoren, Helferinnen und Helfer sowie das Organisationskomitee selbst.
Die Situation ist aussergewöhnlich. Das Open-Air-Kino in Oltingen konnte viele Jahre von idealem Sommerwetter profitieren: «Früher hiess es oft scherzhaft, am ‹Zig› regne es sowieso immer. In den vergangenen Jahren hatten wir aber fast durchgehend perfektes Open-Air-Wetter. Dass wir nun den Anlass wegen zu schönem Wetter absagen müssen, hätte früher wohl niemand geglaubt», heisst es in der Medienmitteilung.
Der Verein hofft, dass das Open-Air-Kino im kommenden Jahr wie gewohnt durchgeführt werden kann. Bis dahin bleibt abzuwarten, ob in den kommenden Tagen und Wochen auch andere Veranstaltungen der Trockenheit und den damit verbundenen behördlichen Auflagen zum Opfer fallen.

