Wurstsalat-Weltmeisterschaft mit kulinarischer Kreativität
Ein wahrer Tsunami an einzigartigen Kreationen ergoss sich an der 12. Weltmeisterschaft im «Joker» über das Publikum. Die 29 Teilnehmenden machten sich in einem fleischigen Wettkampf auf die Suche nach dem ...
Wurstsalat-Weltmeisterschaft mit kulinarischer Kreativität
Ein wahrer Tsunami an einzigartigen Kreationen ergoss sich an der 12. Weltmeisterschaft im «Joker» über das Publikum. Die 29 Teilnehmenden machten sich in einem fleischigen Wettkampf auf die Suche nach dem perfekten Wurstsalat. Gewonnen hat ein Aargauer.
Sander van Riemsdijk
An der 12. Wurstsalatweltmeisterschaft vom Samstag im «Joker» lieferten sich die Teilnehmenden einen hart umkämpften Wettkampf. Mit der eigenen Wurstsalatkreation bei Jury und Publikum ein wahres Inferno an sinnlicher Begeisterung zu entfachen, war alles andere als einfach. Der Anlass unter dem Patronat des Weltwurstsalatverbands – ja, der heisst wirklich so – wurde 2013 aus einer Bierlaune heraus von Stefan Buser und Michel Bürgin ins Leben gerufen. Als sommerliche Glückseligkeit zog er immer eine Vielzahl von kulinarischen Neugierigen an.
Der Aussenbereich der Bar «Joker» in Sissach war dann auch sehr gut besetzt, als die mehrheitlich aus der Region und den angrenzenden Kantonen stammenden 29 Wurstsalatspezialisten auf fünf Tischen ihre teils originellen Kreationen nach einer halben Stunde Zubereitungszeit präsentierten. Im Zentrum der unwiderstehliche «Chlöpfer», eine Ikone der Schweizer Wurstkunst.
Löffel als Handwerkzeug
Eine zehnköpfige Jury, der unter anderem regionale Metzger und Wirtinnen angehörten, urteilte über die Qualität der eingereichten Wurstsalate. An der Mimik einzelner Jurymitglieder war so dann und wann abzulesen, ob ihr Gaumen Glücksmomente erlebte oder rasch, aber diskret der nächste Teller in Angriff genommen wurde. Bewertet wurden die Kreationen auf vom Veranstalter vorgegebenen Tellern nach Schnitttechnik, Sauce, Harmonie und Geschmack der Zutaten und Gesamteindruck.
Nachdem die Jury intensiv und herzhaft den Geschmack der Kreationen in zwei Runden mit Ausschlussverfahren getestet hatte, stand nach gut einer Stunde Bangen und Hoffen der neue Weltmeister fest: Remo Marchioni aus Muri im Kanton Aargau. Er nahm zum vierten Mal teil und konnte sich gegen starke Konkurrenz aus dem Baselbiet durchsetzen. Nachdem er die ersten zwei Male unter ferner liefen klassiert war, hatte er auch diesmal nicht mit einem guten Resultat gerechnet. Sein diesjähriges Wurstsalat-Erfolgsgeheimnis erklärte er dann so: «Die Haussauce, die ich beim Dorfmetzger bezogen habe, und der spezielle Mont-Vully-Käse machten vermutlich den Unterschied.» Beim Spezialpreis des Publikums mit nur sechs Teilnehmenden ging es mit einem eigenen Gefäss nur um die Kreativität, wobei nicht alle Wurstsalatkunstwerke jugendfrei waren. Hier siegte das junge Duo Samira Sutter (13) und Julia Hachen (12) aus Diegten mit einer Giesskanne als Blumentopf-Gefäss und mit einem Strauss an wurstigen Blumen. Die Idee sei ihnen spontan in den Sinn gekommen, wie sie sagten. Die offizielle Rangverkündigung mit Moderator Beat Buser zu späterer Abendstunde schloss eine Wurstsalat-WM ab, die mit auffallend weniger Teilnehmenden als 2025 besetzt war. Ob sich da Abnützungserscheinungen manifestieren?