Tenniken feiert und baut für die Zukunft
13.08.2026 TennikenDorffest bildet den Höhepunkt des Jubiläums «800 Jahre Tenniken»
Vom 21. bis 23. August steht Tenniken ganz im Zeichen von Begegnungen, Musik und Kulinarik. Gleichzeitig soll mit dem Erlös des Dorffestes ein nachhaltiger Beitrag für kommende Generationen geleistet werden.
Thomas Ditzler
Als das Tenniker Organisationskomitee vor rund drei Jahren mit den Vorbereitungen für das Jubiläumsjahr begann, war rasch klar: Zum 800-Jahre-Jubiläum 2026 sollte nicht nur ein gewöhnliches Dorffest entstehen. Ein zwölfköpfiges OK unter der Leitung von Marianne Iberg erarbeitete ein Jahresprogramm unter dem Motto «Gestern – Heute – Morgen». Das Jubiläumsjahr gipfelt im Dorffest vom 21. bis 23. August. «Wir wollten nicht nur ein Fest organisieren, das nach drei Tagen vorbei ist», sagt OK-Präsidentin Marianne Iberg. «Das Jubiläumsjahr soll verbinden – Menschen, Generationen und unser Dorf. Gleichzeitig möchten wir mit dem Erlös aus dem Dorffest etwas Bleibendes schaffen.»
Bereits im März eröffnete das Fasnachtsfeuer den Programmteil «Gestern» und rückte die Geschichte des Dorfs ins Zentrum. Das Dorffest steht für die Gegenwart, bevor das «Morgen-Fest» im Oktober den Blick in die Zukunft richtet. Dann übergibt das OK symbolisch den Gewinn des Dorffestes, pflanzt einen Baum und vergräbt eine Zeitkapsel.
Ein Fest für morgen
Das Motto des Dorffestes lautet deshalb bewusst «hütt für morn».
Die Überschüsse fliessen in die Neugestaltung des Spielplatzes beim Schulhaus Seematt. Passend zum 800. Geburtstag der Gemeinde kostet der Tageseintritt ans Dorffest 800 Rappen. «Jeder Franken, den wir einsparen oder zusätzlich einnehmen können, kommt dem Spielplatz-Projekt zugute», sagt Marianne Iberg.
Das Dorffest erstreckt sich rund um das Schulhaus Hofmatt und die umliegenden Strassen und Gassen bis zur Kirche. Auf der Hofmatt-Wiese steht als zentraler Treffpunkt die grosse Dorffest-Bühne. Lange war unklar, ob die Wiese wegen eines geplanten Bauprojekts überhaupt zur Verfügung stehen würde. Dass die Bauherrschaft den Baustart auf die Zeit nach dem Dorffest verschob, bezeichnet Iberg als grossen Glücksfall.
Künstler mit Tenniker Wurzeln
Zur Unterhaltung der Festbesucher prüfte das Organisationskomitee ursprünglich die Verpflichtung eines «Hauptacts». Bald entschied es sich jedoch für einen anderen Weg. «Wir haben uns gefragt, was Tenniken selbst zu bieten hat», erzählt Marianne Iberg. «Dabei haben wir gemerkt, wie viele talentierte Künstlerinnen und Künstler mit unserem Dorf verbunden sind.» So gehören nun der Pianist Mischa Cheung, Liedermacher Max Mundwiler und Zauberer Marco Caviola zum Rahmenprogramm. Regionale Namen wie Sarah-Jane oder die Band «Spruchrif» ergänzen das Angebot. Die Regionale Musikschule Sissach gibt unter anderem ein Open-Air-Konzert, während die Kirche bewusst als besonderer Ort für Konzerte ins Fest eingebunden wird.
Auf einen musikalischen Höhepunkt freut sich Marianne Iberg bei der Uraufführung eines eigens komponierten Tenniker Lieds. Liedermacher Max Mundwiler, der in Tenniken aufgewachsen ist, schrieb Text und Musik, der Zunzger Stefan Furter den Chorsatz. Erstmals erklingt das Werk am Dorffest auf der grossen Hofmatt-Bühne, vorgetragen vom Chor «… ma non troppo». Auch der Musikverein Tenniken präsentiert einen weiteren Leckerbissen: Im Auftrag der Gemeinde entstand im Hinblick auf das Dorfjubiläum ein neuer «Tenniker Marsch», der am Dorffest ebenfalls seine Premiere feiert.
Das ganze Dorf macht mit
Rund 20 Marktstände und 14 Beizli bieten während des Wochenendes kulinarische Vielfalt. Viele werden von Vereinen oder Familien aus Tenniken betrieben. Daneben locken zahlreiche Attraktionen. Neben Strassenclowns, «Alpaka-Trekking» oder «Bullriding» präsentiert die Feuerwehr ihr Hilfeleistungsfahrzeug (HLF). Auf einer 10-Meter-Luftpistolenanlage können sich Interessierte mit Unterstützung von Weltmeister und Schützenkönig Adrian Schaub aus Zunzgen messen. Gemeinsam mit Para-Snowboarderin Romy Tschopp nimmt Schaub am Dorffest zudem an einem Sport-Talk teil. Die Bibliothek lädt zum «Bücherwurm-Emoji-Trail» über das Festgelände ein, während für Kinder unter anderem eine Kinderdisco stattfindet.
Marianne Iberg bezeichnet den Bereich im Gebiet «Chilchacher» als besondere Ruhe- und Begegnungszone. «Unter dem Namen ‹Tschill-Acher› lädt eine Lounge die Gäste bei schönem Wetter dazu ein, dem Festbetrieb für einen Moment zu entfliehen und das Dorffest auf eine andere Art zu geniessen», erzählt die OK-Präsidentin.
Stück Tenniken fürs Handgelenk
Der Sonntag steht zum Abschluss der Feierlichkeiten im Zeichen eines kleinen Festumzugs. Daran beteiligen sich 13 Gruppen aus Vereinen, Familien und Dorfgruppen aus Tenniken und der Region. Mit dabei sind unter anderem die Tenniker Hornusser, die Posamenter-Frauen, der Frauenverein Tenniken, der Musikverein Tenniken, die Tenniker Familiengugge «Bölchefrösch» sowie die Trachtengruppe Sissach.
Über ein Erinnerungsstück der besonderen Art freut sich OK-Präsidentin Marianne Iberg: Seit einigen Wochen ist eine limitierte Jubiläumsuhr erhältlich. «Die Besonderheit an dieser Uhr ist, dass es nur 100 Stück davon gibt. Jede Uhr ist nummeriert», sagt Iberg. Die Tenniker Uhrenfabrik Grovana fertigte die Exemplare mit einer speziellen Gravur, die auf der Rückseite unter anderem das Tenniker Dorfwappen zeigt. Die Uhren können im Voraus reserviert oder während des Dorffestes im OK-Büro erworben werden. «Sie soll die Erinnerungen an dieses Jubiläumsjahr noch lange wachhalten – ganz im Sinn unseres Dorffest-Mottos ‹hütt für morn›», sagt Marianne Iberg.
800 Lampions für 800 Jahre Tenniken
td. Was ursprünglich mit der Idee von 800 Lichtern begann, wurde zu einem besonderen Gemeinschaftsprojekt: Für das 800-Jahre-Jubiläum häkelten rund 30 Frauen aus Tenniken sowie Freundinnen und Bekannte während fast 15 Monaten insgesamt 800 farbige Lampions. Verwendet wurden Garnreste und recyceltes Garn, das gespendet wurde. Die Lampions schmücken das Dorffestgelände und können im Anschluss gekauft werden. So bereiten die Lampions aus dem Garn von gestern nicht nur während des Dorffestes Freude, sondern bleiben als Erinnerung an das Jubiläum auch in der Zukunft erhalten. Passend zum Jahresmotto: «Gestern – Heute – Morgen».





