Teamgeist und ein letzter gemeinsamer Auftritt
25.06.2026 SissachProjektausstellung 2026 an der Sekundarschule Sissach
Im Rahmen der Projektarbeiten an der Sekundarschule Sissach wurde mit viel Herzblut und Geschick gebastelt, gehämmert, genäht, gemalt und vor allem auch viel geschrieben. Die Vielfalt der Arbeiten war ...
Projektausstellung 2026 an der Sekundarschule Sissach
Im Rahmen der Projektarbeiten an der Sekundarschule Sissach wurde mit viel Herzblut und Geschick gebastelt, gehämmert, genäht, gemalt und vor allem auch viel geschrieben. Die Vielfalt der Arbeiten war überwältigend, die Qualität beeindruckend.
Alexandra F. Oswald
Wer vor Mitte Mai einen Blick in die Arbeitsräume der Schülerinnen und Schüler warf, hätte meinen können, hier werde entweder die nächste Mondlandung vorbereitet – oder zumindest eine ziemlich anspruchsvolle Projektarbeit fertiggestellt. Gegen Ende der intensiven Arbeitsphase war der Schlussspurt jedenfalls deutlich spürbar.
Umso grösser war die Erleichterung, als die Jugendlichen ihre Projekte im Rahmen der abschliessenden Präsentationen am 15. Mai endlich vorstellen konnten. Dabei wurde schnell deutlich: Die viele Arbeit hatte sich gelohnt. Die entstandenen Projekte überzeugten mit Kreativität, Vielfalt und beeindruckender Sorgfalt – und sorgten nicht nur bei den Präsentierenden für stolze Gesichter.
Ein letztes Mal mit allen 9. Klassen
Die derzeitige 3. Stufe der Sekundarschule Sissach hatte nach den erfolgreichen Ausstellungen der vergangenen Jahre erneut entschieden, dass alle Projektarbeiten nach dem Abgabetermin öffentlich ausgestellt werden sollen. Dadurch erhielten auch Verwandte und Freunde der Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, die entstandenen Arbeiten zu bestaunen.
Da die Ausstellung bereits in den vergangenen Jahren ein voller Erfolg gewesen war, stand von Beginn an fest, dass ihr in diesem Jahr eine besondere Bedeutung zukommt: Es handelt sich um die letzte Ausstellung dieser Art. Der Kanton hat entschieden, die Projektarbeit künftig nicht mehr für alle Schülerinnen und Schüler obligatorisch durchzuführen, sondern sie als Wahlfach anzubieten. Somit war die diesjährige Präsentation die letzte grosse Ausstellung, in der die Arbeiten von insgesamt 13 Klassen gezeigt wurden.
Kreativ bis zum Schluss
Auch bei der diesjährigen Ausstellung präsentierten die Schülerinnen und Schüler eine grosse Vielfalt an Arbeiten und schufen wahre kleine Kunstwerke. Da insgesamt 13 Klassen am Anlass beteiligt waren, kann nicht auf jede einzelne Arbeit im Detail eingegangen werden. Einige Projekte stachen jedoch besonders hervor, sei es durch ihre Einzigartigkeit oder den erkennbar grossen Aufwand, der dafür investiert wurde.
Wie auch schon im vorherigen Jahr wurde der Aussenbereich von den grössten Objekten eingenommen. Bald schon hörte man das Aufheulen von reparierten und restaurierten Töffli und Töffs, die stilvoll nebeneinander aufgestellt worden waren. Sie standen frisch lackiert und sauber geputzt neben ihren stolzen Besitzern wie beispielsweise Gabriele Papa. Er hat seiner Maschine mit kleinsten Details ein kleines Stück Leben eingehaucht und einige Wochenenden für die Reparatur investieren müssen. Viel Zeit beanspruchte auch die grosse Yamaha DT 125 von Florian Clemmer. Sie schüchterte die kleineren Mofas beinahe etwas ein und ist mit ihrem überarbeiteten Exterieur und Interieur zu einem wahren Sammlerstück geworden.
Neben mechanischem Geschick überzeugten die Jugendlichen auch mit handwerklichem Können. So zierten der wunderschöne Holzbrunnen von Silvan Waibel sowie zahlreiche Holzbänke, Hochbeete und sogar ein restaurierter Bauwagen von Tim Bättig den Schulhofsplatz. Viele Projekte luden ein, sich einmal hinzusetzen, denn neben den gemütlichen Lounges und Holzpalettenmöbeln waren auch die Adirondack-Stühle von Lara Chrétien und Laurin Flückiger ein echter Hingucker. Sie waren mit dem speziellen Design der kanadischen «Bärenstühle» versehen und eigens aufgebaut worden.
Auch Tische und Stühle durften nicht fehlen, wobei der Eichentisch von Louis Ehrsam schon im Vorfeld von Interessenten und sogar potenziellen Käufern begutachtet wurde. Gleiches gilt für den von Melina Gass geschreinerten Esstisch, der nicht nur eine einladende Grösse hatte, sondern auch mit dem verzierenden Epoxidharz herausstach.
Wer noch etwas Bewegung brauchte, konnte dafür die unterschiedlichen Fussballtore und deren Übungswände testen oder sich bei den Gokarts, beim «Simrig» (Racing Simulations) und bei den «Hybrid Racetracks» von Jonas Reinhard und Louc Nicoli Sana beweisen.
Klein, aber fein
So beeindruckend der Aussenbereich der Ausstellung war, so vielseitig und interessant waren auch die kleineren Projekte. Mit kleiner ist aber keinesfalls der zeitliche Umfang gemeint.
Andrin Hersberger und Jarno Georg Buser haben in ihr Diorama des D-Days rund 180 Stunden Arbeit gesteckt. Sie haben sich schon immer für den Zweiten Weltkrieg interessiert und selbst die kleinsten Panzer und Soldaten zusammengebaut und angemalt.
Mit kleinsten Besonderheiten hielt sich auch Sarina Keller auf, die mit ihren «Ils lieurs» ein selber gebautes Puppen-Musiktrio präsentierte. Die Figuren wurden aus Modelliermasse und verschiedenen Stoffen für die Kleider gefertigt und schienen ihrer Rolle als Barden und Schauspieler gerecht zu werden.
Bei solchen kleinen Bekleidungen blieb es bei der Projektausstellung aber nicht. Auch dieses Jahr wurde viel genäht, gehäkelt und gestrickt. Noa Schaub hatte für seine Cousine ein Kleid entworfen und anschliessend Geld gesammelt, um ihr ein Fotoshooting zu finanzieren. In seinem Projekt «Aus Idee wird Mode» steckte deshalb nicht nur viel Arbeit, sondern auch viel Liebe zum Detail. Auch viele «Suits» und «Upcyclings» wurden gemeinsam als Gruppenarbeit präsentiert, so auch der von Lena Oetiker und Aimée Weichert aufgewertete «Hoodie», der mit seinen Glitzersteinen und weichem Stoff besonders bequem und modisch wirkte.
Neben einigen Accessoires wie selbst genähten Rucksäcken für einen optimalen Tragekomfort, Taschen und der Häkelkunst von Julia Hostettler hatten einige Projekte aber auch zum Ziel, der Tierwelt zu gefallen. So wurden von Luisa Riek Hundebetten und Spielzeug für ihren Hütehund Goma genäht, es wurden eine Vielzahl an weiterem Hundespielzeug hergestellt und auch Kratzbäume für Katzen sowie grosse Ställe für Meerschweinchen gebaut.
Fantasie ohne Grenzen
Mitunter wurden zahlreiche weitere handwerkliche Projekte ausgestellt, darunter eine Vielzahl an Sesseln, Lampen, ausgefallenen Schminktischen und weiteren Möbelstücken. Auch kreative und originelle Werke wie Felgentische, Poker- und Spielkartentische, Modellhäuser, Miniaturwohnungen im Koffer, aufwendig gestaltete Dioramen und vieles mehr sorgten für Begeisterung.
Im Bereich Sport und Bewegung standen Gesundheit und Aktivität im Mittelpunkt. Neben Projekten rund um Fitness und Training wurden auch selbst entwickelte oder umgebaute Sportgeräte präsentiert. Besonders ins Auge fielen dabei die zwei Stand-up-Paddels von Flavia Emmenegger und Nelli Vock sowie ein sogenanntes «Skivelo», die alle von handwerklichem Geschick und Kreativität zeugten.
Technikbegeisterte Schülerinnen und Schüler widmeten sich der Welt der Computer und Medien. Mit viel Geduld und Liebe zum Detail entstanden Stop-Motion-Filme, zum Beispiel im «Star Wars»-Stil, sowie eine Vielzahl an Kurzfilmen, Animationen und kleine Spielsimulationen. Bild für Bild wurden Figuren bewegt, Szenen aufgebaut und Geschichten zum Leben erweckt.
Auch Literaturfreunde waren am Werk. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler schrieben eigene Bücher – von fantasievollen Fantasyromanen über liebevoll gestaltete Kinderbücher bis hin zu griechischen Sagen und Reiseführern. Die Projekte zeigten nicht nur Freude am Schreiben, sondern auch die Faszination für fremde Länder, Kulturen und Geschichten. Andere Arbeiten beschäftigten sich mit gesellschaftlichen Fragen. In Sozialexperimenten wurden Umfragen unter Schülerinnen und Schülern durchgeführt und ausgewertet. Dabei standen Themen des Alltags ebenso im Fokus wie menschliches Verhalten und unterschiedliche Meinungen.
Einen Blick in die Vergangenheit ermöglichten verschiedene historische Projekte. Man setzte sich unter anderem mit dem Leben in der DDR, der Geschichte des Feminismus sowie dem Schicksal der Verdingkinder auseinander. Die sorgfältig recherchierten Arbeiten machten deutlich, wie wichtig die Auseinandersetzung mit Geschichte auch für die Gegenwart ist.
Musik und Tanz
Für Unterhaltung sorgten kreative Beiträge aus Musik und Tanz. Mitreissende Showdance-Choreografien im Hip-Hop-Stil begeisterten ebenso wie ein selber kreierter Trachtentanz und ein eigens komponierter Mittelalter-Rock-Song über die Pest von Fabian Wernli. Und auch wenn das Mittelalter im kulinarischen Sinne etwas überholt wurde, dann waren es die Gerichte der Lernenden bestimmt nicht. Rezepte und Spezialitäten aus verschiedenen Ländern und Kulturen wurden fein duftend präsentiert. Von österreichischen und italienischen Gerichten über Speisen aus dem Balkan bis hin zur Habesha-Küche entstand eine genussvolle Reise durch internationale Geschmackswelten.
Gerührt, gemischt und getestet wurde jedoch nicht nur in der Küche, sondern auch im Bereich Pflege und Kosmetik. Hier wurden Shampoos getestet und Studien durchgeführt, eigene Pflegesets wie «Larinea» entwickelt sowie Lippenbalsame, Bodybutter, Bodyscrubs, Badesalze und Raumdüfte hergestellt. Die Ergebnisse konnten teilweise ausprobiert werden.
Auch im künstlerischen Bereich bot die Ausstellung zahlreiche eindrucksvolle Werke. Farbenfrohe Blumenarrangements, kunstvoll gestaltete Bilder wie die «Griechische Landschaft» oder verschiedene Werke zu Farbverläufen zeigten die kreative Vielfalt der Schülerinnen und Schüler. Besonders hervorzuheben ist die Bildergalerie von Deva Puntel und Aijla Mujic, die mit ihren Arbeiten viele Besuchende zum Verweilen einlud.
Kunst, Handwerk und Fantasie
Darüber hinaus wurden selbst gefertigte Spiel- und Schachbretter, kunstvoll gestaltete Messer sowie weitere handwerkliche Arbeiten präsentiert. Ein besonderes Highlight war die beeindruckende Drachenskulptur von Lionel Erny. Inspiriert von einer Ausstellung mit Figuren aus Alteisen investierte er rund 80 Arbeitsstunden in sein Werk. Aus unzähligen Einzelteilen – von Zahnrädern über Muttern bis hin zu Gabeln und Schrauben – entstand eine detailreiche Figur, die er als Überraschung für seine Mutter geschaffen hatte. Die wunderschöne Skulptur zog berechtigterweise alle Blicke auf sich und wurde zu einem der meistbewunderten Werke der Ausstellung.
Zu den aussergewöhnlichsten Projekten gehörten zweifellos die Trainings mit unseren tierischen Freunden. So auch ein Hühnerzirkus, der bei vielen Besuchenden für Schmunzeln und Begeisterung sorgte. Mit viel Geduld und Training wurde gezeigt, was die Tiere alles lernen können. Nora Brandt hatte den Hühnern beigebracht, wie sie auf Befehl auf ein Podest hüpfen, sich drehen und umrunden, dem Laserpointer folgen, ihre Läufe geben können, durch Reifen springen und vieles mehr.
Dies war ein weiteres der vielen Projekte, die deutlich machten, wie viel Engagement, Kreativität und Durchhaltevermögen in den Schülerinnen und Schülern stecken. Nach ihrer erfolgreichen Ausstellung konnten sie stolz und zufrieden nach Hause gehen.













