Kompakt wie ein Sackmesser war der diesjährige Banntag in Rothenfluh. Witterungsbedingt wurde die Route verkürzt und der Feldgottesdienst, die Ansprache des Gemeindepräsidenten und die Jungbürgeraufnahme vor dem Abmarsch in die Kirche verlegt. Dort ...
Kompakt wie ein Sackmesser war der diesjährige Banntag in Rothenfluh. Witterungsbedingt wurde die Route verkürzt und der Feldgottesdienst, die Ansprache des Gemeindepräsidenten und die Jungbürgeraufnahme vor dem Abmarsch in die Kirche verlegt. Dort gestand die aus dem Berner Oberland stammende Pfarrerin Gabriella Schneider, dass sie eine Banntagsnovizin sei. Doch traf sie mit ihren Erinnerungen an Wandersocken vom Grosi und energiespendende und motivierende Sugus auf Wanderungen mit der Familie den Nerv ihrer Zuhörer im Gotteshaus.
Der neue Gemeindepräsident, Cleto Cudini, hatte die Ehre, die Jungbürgerinnen und Jungbürger in den Kreis der Gemeinde-Familie aufzunehmen, und machte ihnen die Teilnahme an Gemeinde-Anlässen unter anderem mit Toblerone schmackhaft. Wobei viel Schoggi übrig blieb: Weniger als die Hälfte der beiden Jahrgänge, die zur Jungbürgeraufnahme eingeladen worden sind, nahmen an der Zeremonie teil.
Cudini nutzte die Gelegenheit, auf die prekäre Personalsituation der Gemeinde hinzuweisen. Für einen der zwei freiwerdenden Sitze im Gemeinderat habe eine interessierte Person gefunden werden können; sie werde demnächst vorgestellt. Weitere Kandidierende seien willkommen, denn ein funktionierendes Dorf lebe davon, dass Menschen Verantwortung übernähmen und sich für die Gemeinschaft engagierten.
Dann wurde «gearbeitet»: Die wetterbedingt stark abgekürzte Route führte via Hof Kählen, Humbelsrain und Ruebholden zur Festwirtschaft bei der Waldhütte, wo die kaum zur Hälfte geleerten Energiespeicher mit Spaghetti und Kuchen wieder aufgefüllt werden konnten.
Während die Beine unterwegs geschont wurden, waren bei einem Wettbewerb umso mehr Köpfchen und Vorstellungsvermögen gefragt: Zehn Bäume an der Route waren zu bestimmen sowie deren Stammumfang und Höhe zu schätzen. 70 Teilnehmende des Banntags, unter ihnen wie immer viele Heimweh-Rothenflüher, stellten sich der Herausforderung. 50 von ihnen reichten den Wettbewerbstalon vollständig ausgefüllt ein. Als Top-Waldwisserinnen erwiesen sich Julia und Lena Spycher, die als Siegerpreis drei Ster Holz erhielten. Die Plätze zwei und drei belegten ebenfalls Frauen.
Christian Horisberger