Gebäude der Kirchgemeinde soll einer Neunutzung zugeführt werden
Die leer stehende Pfarrscheune gegenüber dem Bretzwiler Pfarrhaus soll in eine rund 70 Quadratmeter grosse Studiowohnung umgebaut und vermietet werden. Dies plant die Stiftung Kirchengut Baselland als ...
Gebäude der Kirchgemeinde soll einer Neunutzung zugeführt werden
Die leer stehende Pfarrscheune gegenüber dem Bretzwiler Pfarrhaus soll in eine rund 70 Quadratmeter grosse Studiowohnung umgebaut und vermietet werden. Dies plant die Stiftung Kirchengut Baselland als Eigentümerin der Immobilie.
André Frauchiger
Die Stiftung Kirchengut Baselland hat einerseits die Aufgabe, Kirchen, Pfarrhäuser und deren Nebengebäude zu erhalten, andererseits soll sie die Immobilien in ihrem Eigentum nach kaufmännischen und denkmalpflegerischen Grundsätzen bewirtschaften. Mit Ausnahme der Kirchen kann die Stiftung Kirchengut also Gebäude und Areale vermieten, verpachten, verkaufen oder im Baurecht abgeben.
Die Aufgabe der Stiftung ist nicht immer leicht. Denn Kirchgemeinden sind häufig gezwungen, wegen fehlender finanzieller Mittel und Nichtgebrauchs der bestehenden Infrastruktur – aufgrund abnehmender Steuern zahlender Kirchenmitglieder
– Gebäude und Areale an die Stiftung abzugeben. Diese muss sich dann um eine sinnvolle und ertragbringende zukünftige Nutzung kümmern.
Ein Beispiel hierfür gibt es in Bretzwil: Die Pfarrscheune gegenüber dem Pfarrhaus an der Kirchgasse 7 soll in eine Studiowohnung mit rund 70 Quadratmetern Wohnfläche umgenutzt werden. Das letztmals in den 1940er-Jahren umgebaute kleine Haus diente früher als Schulzimmer und später als grosser Pfarrsaal für das kirchliche Leben. Wie der von der Stiftung beauftragte Architekt Matthias Werthmüller aus Gelterkinden auf Anfrage der «Volksstimme» ausführt, wird sich an der Bretzwiler Pfarrscheune äusserlich nicht viel ändern. Vorgesehen seien im äusseren Bereich im Wesentlichen nur der Anbau einer Aussentreppe sowie der Einbau neuer Fenster. Damit soll dem Denkmalschutz Genüge getan werden.
Kosten: etwa 250 000 Franken
Im Gebäudeinnern soll es im Eingangsbereich eine Nasszelle mit Toilette und Dusche sowie eine neue Garderobe geben. Ebenfalls im Eingangsbereich ist anstelle der bisherigen Teeküche auf rund acht Quadratmetern eine moderne Küche vorgesehen.
Die Loftwirkung der Studiowohnung im bisherigen Saal wird verstärkt durch unterschiedliche Deckenhöhen. Im Eingangsbereich beträgt die Deckenhöhe nur gerade rund 2,3 Meter. Die Saaldecke ist viel höher. Der ganze Deckenbereich wird isoliert. Der über der zukünftigen Wohnung bestehende Estrich soll grundsätzlich ungenutzt bleiben, aber neu über eine kleine Treppe erreichbar sein.
Die Stiftung Kirchengut rechnet mit Umbaukosten für die Studiowohnung von rund einer Viertelmillion Franken. Sie hofft, den Umbau noch in diesem Jahr verwirklichen zu können. Die Publikation des Baugesuchs ist bereits erfolgt.