Stopp für Abschlussfeiern
23.06.2026 SissachVandalismus von Jugendlichen hat Folgen
Nach Vandalismus am Schulabschluss-Wochenende zieht die Bürgergemeinde Sissach die Notbremse. Der Waldspielplatz Tännligarten wird für künftige Feste und Anlässe geschlossen. Die Einwohnergemeinde prüft weitere ...
Vandalismus von Jugendlichen hat Folgen
Nach Vandalismus am Schulabschluss-Wochenende zieht die Bürgergemeinde Sissach die Notbremse. Der Waldspielplatz Tännligarten wird für künftige Feste und Anlässe geschlossen. Die Einwohnergemeinde prüft weitere Massnahmen.
Melanie Frei
Umgestossene Festbänke, verstreuter Abfall, Glasscherben und beschädigtes Inventar: Nach Schulabschlusspartys vom vergangenen Wochenende bot sich im Tännligarten in Sissach ein Bild der Verwüstung. Die Bürgergemeinde zieht nun Konsequenzen. Solche Feste sollen auf dem Areal künftig nicht mehr stattfinden dürfen. Über weitere Massnahmen berät nun die Einwohnergemeinde.
Der Entscheid sei auf Antrag von Bürgerratspräsident Christoph Tschan und Waldchef Niggi Bärtschi gefallen. Die Bürgergemeinde habe sich in den vergangenen Jahren wiederholt mit Vandalismus und Littering auf dem Gelände konfrontiert gesehen. «Wir haben drei bis vier Jahre zugeschaut und immer wieder Vandalismus erfahren», sagt Bärtschi zur «Volksstimme». Nun sei der Punkt erreicht, an dem gehandelt werden müsse.
Nach längerem Dialog mit den Jugendlichen habe die Bürgergemeinde beschlossen, dass Abschlussfeste im Tännligarten nicht mehr tolerierbar seien. Der Waldspielplatz selbst werde jedoch nicht geschlossen. Familien mit Kindern, Vereine und andere Besucher könnten das Areal weiterhin nutzen. Besonders besorgt zeigt sich Bärtschi über den Alkoholkonsum Minderjähriger. «Wo sind die Eltern?», fragt der zweifache Vater. Er appelliert an die Erziehungsberechtigten, ihre Kinder nicht unbeaufsichtigt ziehen zu lassen. Die Folgen seien nicht nur Sachschäden, sondern könnten auch Menschen gefährden. So habe das Team des Forstreviers Sissach das Gelände nach Glasscherben absuchen müssen, damit sich spielende Kinder nicht verletzten.
Bärtschi betont, dass die Bürgergemeinde Jugendlichen nicht Freiräume nehmen wolle: «Sie nehmen sie sich mit solchen Aktionen selber weg», sagt er.
Einwohnergemeinde am Zug
Mit dem Entscheid der Bürgergemeinde ist die Angelegenheit nicht abgeschlossen. Fragen der Sicherheit und deren Kontrolle fallen in den Zuständigkeitsbereich der Einwohnergemeinde. Deshalb wurde die Situation am Montagabend auch im Gemeinderat diskutiert.
Gemeindepräsident Peter Buser sieht nach den jüngsten Vorfällen Handlungsbedarf. «Es zeigt sich wie in anderen Jahren rund um die Schulabschlüsse, dass gewisse Jugendliche sich nicht im Griff haben», sagt er. Der Entscheid der Bürgergemeinde sei zwar bedauerlich, die Probleme müssten aber ernst genommen werden.
Welche weiteren Massnahmen getroffen werden, liegt nun bei der Einwohnergemeinde. Diskutiert werden unter anderem konsequentere Anzeigen bei Sachbeschädigungen sowie verstärkte Kontrollen an bekannten Treffpunkten. Auch ein Einsatz des privaten Sicherheitsdienstes 24 Security steht zur Diskussion.
«Die Bürgergemeinde möchte nicht länger die Rolle einer Polizistin übernehmen müssen», sagt Bärtschi. Für die Durchsetzung von Regeln und die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit sei letztlich die Einwohnergemeinde zuständig.
Gemeindepräsident Buser bedauert ebenfalls, dass ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche von den Vorfällen betroffen ist. «Es ist nicht schön, Jugendlichen Freiräume einzuschränken. Aber es braucht Massnahmen. So kann es nicht weitergehen.»

