Steigerungslauf zum Saisonhöhepunkt
04.08.2026 Sport, LeichtathletikNoah Hasler und Nevis Thommen starten an U20-WM
Am Freitag und Samstag gilt es für Noah Hasler und Nevis Thommen ernst: Die beiden Athleten der LG Oberbaselbiet treten nach jeweils schwieriger Vorbereitung bei der WM der Unter-20-Jährigen in Amerika an.
Sebastian ...
Noah Hasler und Nevis Thommen starten an U20-WM
Am Freitag und Samstag gilt es für Noah Hasler und Nevis Thommen ernst: Die beiden Athleten der LG Oberbaselbiet treten nach jeweils schwieriger Vorbereitung bei der WM der Unter-20-Jährigen in Amerika an.
Sebastian Wirz
«Ich will einen guten Wettkampf abliefern – und nach einem internationalen Wettkampf auch einmal ein positives Gefühl mitnehmen», sagt Nevis Thommen. Der Gelterkinder startet am Freitag und Samstag an der Weltmeisterschaft der Unter-20-Jährigen im Zehnkampf und kommt damit zum dritten grossen Höhepunkt seiner Nachwuchs-Laufbahn ausserhalb der Schweiz. Zweimal reiste er mit negativen Erlebnissen heim: An der U18-EM 2024 durchkreuzte eine Krankheit seine Pläne und er musste aufgeben. Ein Jahr später beendete er den Wettkampf an der U20-EM zwar, verletzte sich jedoch am Oberschenkel und kämpfte sich beim abschliessenden 1500-Meter-Lauf nur noch humpelnd über die Ziellinie.
Entsprechend will der Athlet der Leichtathletik-Gemeinschaft Oberbaselbiet im amerikanischen Eugene diese Woche als Erstes «einfach einen guten Wettkampf abliefern». Doch er hat durchaus auch resultatmässige Ambitionen: «Das Ziel mag hoch gesteckt sein», sagt er, «aber ich will unter die besten fünf.»
Ende Juni hat Thommen seinen Schweizer-Meister-Titel der U20 verteidigt und mit 7360 Punkten eine neue persönliche Bestleistung aufgestellt. Damit ist er auf der internationalen Bestenliste dieses Jahrs zwar nur auf Rang 23, doch er ist überzeugt, dass deutlich mehr möglich ist: Nach einer Fussverletzung konnte er die Vorbereitung auf die Outdoor-Saison erst sehr spät beginnen, im Weitsprung und Diskuswurf habe er an der SM «noch einiges liegen lassen» und im Speerwurf sieht er ebenfalls noch viel Potenzial. «Wegen einer Ellbogenverletzung aus dem vergangenen Jahr habe ich bisher nur mit verkürztem Anlauf geworfen», sagt Thommen. In Eugene will er erstmals sein ganzes Leistungsvermögen in dieser technischen Disziplin abrufen, mit der viele Mehrkämpfer Mühe bekunden.
«Ich fühle mich in allen zehn Disziplinen gut, aber auf den Stabhochsprung und den Speerwurf freue ich mich besonders», sagt Nevis Thommen. «Und auf das Stadion», schiebt er nach. Im «Hayward Field», dem Stadion der University of Oregon, finden nicht nur Universitäts-Sportveranstaltungen statt, sondern sind auch die Besten der Welt regelmässig zu Gast: Einerseits ist Eugene Standort der «Diamond League», anderseits geht es für die amerikanischen Athleten seit 2008 jeweils hier an den «Trials» um die Olympiaqualifikation, und nicht zuletzt wurden im Jahr 2022 hier die Weltmeister der Aktiven gekürt. «Man kennt das Stadion aus dem Fernsehen», sagt Nevis Thommen, «ich freue mich, dort auflaufen zu dürfen.»
Nur drei Wettkämpfe in den Beinen
Ähnlich sieht es bei Noah Hasler aus. «Ich kann mir noch nicht genau vorstellen, wie das dort sein wird», sagt Thommens LGO-Kollege, der ebenfalls am Freitag und bei einer Finalqualifikation am Samstag im Einsatz stehen wird. «Ich freue mich nicht nur auf meinen Wettkampf, sondern auch auf die Stimmung.» Dazu komme, dass in diesem Stadion jeweils sehr gute Resultate realisiert würden, so der Weitspringer, «die Anlage ist also sicher sehr gut.»
Weniger gut verlief auch bei Hasler die Vorbereitung: Nachdem er im Winter verletzt gewesen war, hat er in der Outdoor-Saison bisher nur gerade drei Wettkämpfe bestritten. Am vergangenen Wochenende hat er an den Schweizermeisterschaften kurzfristig auf einen Start verzichtet. «Da die Vorbereitung nicht optimal verlaufen ist, ist es für mich schwierig, abzuschätzen, welche Weiten möglich sind», sagt Hasler.
Optimistisch stimmen kann den grossgewachsenen Gelterkinder, dass er seine persönliche Bestleistung Ende Juni auf 7,65 Meter verbessert hat. Zum Vergleich: Am Wochenende reichte Cyrill Kernbach in Abwesenheit von Rekordhalter Simon Ehammer eine Weite von 7,61 Metern zum nationalen Titel bei den Aktiven.
Mit seiner PB belegt Hasler in der internationalen Jahresweltbestenliste der Kategorie Rang 37. Dennoch ist der Final der besten zwölf das Ziel des 18-Jährigen. Dort werden alle Athleten drei Sprünge absolvieren, ehe die besten acht drei weitere Versuche haben. «Ich will vorne mitspringen», sagt der U18-Schweizer-Meister des vergangenen Jahres, in dem er auch bei den Aktiven eine Medaille holte, als er sich nur von Weltklasse-Springer Ehammer überflügeln liess. Die Chancen, mit einem positiven Gefühl aus den USA heimzureisen, sind also bei beiden Oberbaselbietern gegeben.
