«Stedtli» räumt Zahlungschaos auf
05.11.2026 WaldenburgBericht zu finanziellen Altlasten liegt vor – Sache hat ein Nachspiel
hat einen Grossteil seiner jahrelangen Rechnungsrückstände aufgearbeitet. Doch ein Teil der Forderungen ist inzwischen verjährt. Wie viel Geld der Gemeinde dadurch entgangen ist, soll nun eine ...
Bericht zu finanziellen Altlasten liegt vor – Sache hat ein Nachspiel
hat einen Grossteil seiner jahrelangen Rechnungsrückstände aufgearbeitet. Doch ein Teil der Forderungen ist inzwischen verjährt. Wie viel Geld der Gemeinde dadurch entgangen ist, soll nun eine externe Untersuchung zeigen.
Pascal Kamber
Waldenburg kommt bei der Aufarbeitung seiner finanziellen Altlasten voran. Nachdem jahrelange Versäumnisse bei der Rechnungsstellung im Sommer in der Einwohnerund der Bürgergemeinde für Diskussionen gesorgt hatten, liegt nun ein Bericht des Gemeinderats vor (die «Volksstimme» berichtete). Demnach konnte ein Grossteil der Rückstände inzwischen bereinigt werden. Allerdings sind noch nicht alle Fragen geklärt.
Bei den Wasser- und Abwassergebühren konnte die Verwaltung die mehr als 200 offenen Fälle auf 16 reduzieren. Einzelne reichen bis ins Jahr 2014 zurück. Bereits 2017 waren 20 Fälle offen, ab 2020 nahm deren Zahl stark zu. Die verbleibenden Fälle erfordern weitere Abklärungen, unter anderem zu früheren Zählerdaten. «Das war eine grosse Herausforderung für die Verwaltung. Uns fehlten zum Beispiel Datensätze im Kataster. Diese Grundlagen werden uns helfen, im Alltag schneller und effizienter zu sein», zeigt sich Gemeindepräsidentin Andrea Sulzer erleichtert.
Auch in anderen Bereichen wurden Rückstände aufgearbeitet. So wurden die ausstehenden Gabholzrechnungen für 2023 und 2025 gestellt. Bei den Anschlussgebühren für Wasser und Abwasser bestehen ebenfalls keine bekannten Altlasten mehr. Bei den Pachtzinsen hingegen standen noch Rechnungen aus dem Jahr 2022 offen. Ein erster Teil wurde Ende Oktober fakturiert, der Rest soll bis Mitte November folgen.
Verjährung wirft Fragen auf
Brisant: Ein Teil der Forderungen ist inzwischen verjährt. Wie viel Geld dem finanzgeplagten «Stedtli» dadurch entgangen sein könnte, ist noch unklar. Eine externe Firma soll den Betrag ermitteln.«Wir möchten es aufarbeiten lassen, damit wir wissen, wann und warum das genau passiert ist und welche finanziellen Folgen es hat», sagt Sulzer. Ob der Gemeinderat rechtliche Schritte einleiten wird, hängt vom Ergebnis der Untersuchung ab.
Die unabhängige Prüfung hat einen besonderen Grund: Die heutige Präsidentin der Rechnungsund Geschäftsprüfungskommission, Andrea Kaufmann, war während der Versäumnisse selbst Gemeindepräsidentin.
Die Verwaltung habe die Rückstände trotz personeller Unterbesetzung zusätzlich zum Tagesgeschäft aufgearbeitet, schreibt der Gemeinderat. «Wir konnten der Bevölkerung aufzeigen, dass wir dran sind», sagt Sulzer. Der Gemeinderat will nun das Kapitel sauber abschliessen. «Vielleicht schaffen wir das noch bis Ende dieses Jahres», so die Gemeindepräsidentin.
Im Anschluss an den Film «le chant des forêts» Gesprächsrunde mit Sarah Hummel (wissenschaftliche Mitarbeiterinvon info fauna) und Simon Tschendlik (Forstingenieur und Revierförster im Forstbetrieb Frenkentäler). Moderation: Barbara Saladin

