Revision der Nutzungsplanung schafft Grundlage für neuen Wohnraum
Die Einwohnerzahl von Rheinfelden könnte in 15 Jahren von heute rund 14 100 auf 17 100 klettern – falls die Nutzungsplanung so umgesetzt wird, wie der Stadtrat vorschlägt. Gemäss Richtplan ...
Revision der Nutzungsplanung schafft Grundlage für neuen Wohnraum
Die Einwohnerzahl von Rheinfelden könnte in 15 Jahren von heute rund 14 100 auf 17 100 klettern – falls die Nutzungsplanung so umgesetzt wird, wie der Stadtrat vorschlägt. Gemäss Richtplan wäre das aber ein zu starkes Wachstum.
Valentin Zumsteg
Die Stadt Rheinfelden zählt aktuell rund 14 100 Einwohnerinnen und Einwohner. In den kommenden Jahren könnten es deutlich mehr werden. «Rheinfelden ist eine attraktive Wohnstadt mit einer hohen Lebensqualität. Davon sollen zukünftig noch mehr Menschen profitieren können», heisst es dazu im Planungsbericht zur laufenden Revision der Nutzungsplanung.
Eine Ausdehnung der Siedlungsfläche ist wegen der Vorgaben im kantonalen Richtplan gegenwärtig nicht möglich. «Der Fokus rückt damit auf die gezielte Innenentwicklung – einerseits durch die Bebauung der noch unbebauten Gebiete im Siedlungsgebiet, andererseits durch Transformationen oder durch die Steigerung der Nutzungsdichte in bestehenden Arealen», betont der Stadtrat. Die überarbeitete Nutzungsplanung, für die aktuell die Mitwirkung der Bevölkerung läuft, macht verschiedene Vorschläge, wie dies geschehen könnte.
Im Zentrum stehen dabei Entwicklungsgebiete, in denen zusätzlicher Wohnraum und auch Arbeitsplätze realisiert werden sollen. Wird alles wie im Entwurf vorgesehen umgesetzt, liegt die Kapazität neu bei 17 100 Personen in 15 Jahren. Im Richtplan liegen die Annahmen tiefer, dieser sieht für das Jahr 2040 ein Total von 16 400 Einwohnerinnen und Einwohnern in Rheinfelden vor.
Der «Überschuss» von 700 Personen müsste laut den Bundesvorgaben im Raumplanungsgesetz eigentlich verkleinert werden. Doch das will der Stadtrat nicht: «Aus Sicht der Stadt Rheinfelden ergibt dies keinen Sinn beziehungsweise ist nicht umsetzbar.» Der Stadtrat führt dafür verschiedene Gründe an. So seien zum Beispiel die kantonalen Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung zu einem Zeitpunkt erstellt worden, als die Planung auf dem Sisslerfeld und deren Auswirkungen auf die Region noch nicht bekannt waren. Wenn im Sisslerfeld die grösste Arbeitszone im Kanton bebaut wird, dürfte die Nachfrage nach Wohnraum im ganzen Fricktal und damit auch in Rheinfelden steigen.
Keine «Zahnlücken»
Gemäss dem Raumplanungsgesetz sind die Siedlungen zu konzentrieren und der Landwirtschaft möglichst grosse zusammenhängende Flächen zuzuweisen. «Ein Blick auf die noch unbebauten Grundstücke im Baugebiet von Rheinfelden zeigt, dass sich die Baulandreserven flächig verteilen. Eine konsequente Auszonung dieser Grundstücke würde zu einem Siedlungsgebiet mit ‹Zahnlücken› führen», so der Stadtrat. Weiter weist er darauf hin, dass heute unklar ist, ob und in welchem Ausmass in der Arbeits- und Wohnzone Weiherfeld West (wirtschaftlicher Entwicklungsschwerpunkt von kantonaler Bedeutung) eine mögliche Wohnnutzung realisiert wird. «Verzichtet die Bauherrschaft auf die Wohnnutzung, reduziert sich das gesamte Fassungsvermögen der Stadt Rheinfelden um 300 Einwohner auf noch 16 800.» Bei der Bevölkerungsprognose handelt es sich also um keine genaue Wissenschaft. Klar ist aber: Der Stadtrat will ein «massvolles» Wachstum, denn das bringt zusätzliche Einnahmen.
Diesen Artikel publizieren wir in Zusammenarbeit mit der «Neuen Fricktaler Zeitung».