Spiel kippt nach der Pause
14.04.2026 Sport, Fussball1. Liga Frauen: SV Sissach – Luzerner SC 0:3 (0:0)
Der SV Sissach hält gegen den
Luzerner SC lange gut mit, bricht nach der Pause jedoch ein und verliert am Ende deutlich mit 0:3. Entscheidender Faktor ist eine nervöse zweite Halbzeit, in der sich die Gastgeberinnen ...
1. Liga Frauen: SV Sissach – Luzerner SC 0:3 (0:0)
Der SV Sissach hält gegen den
Luzerner SC lange gut mit, bricht nach der Pause jedoch ein und verliert am Ende deutlich mit 0:3. Entscheidender Faktor ist eine nervöse zweite Halbzeit, in der sich die Gastgeberinnen selbst aus dem Spiel nehmen.
Michael Herrmann
Im Sportzentrum Tannenbrunn in Sissach sind am Samstag die Frauen des SV Sissach in der 1. Liga auf die Auswahl des Luzerner SC getroffen. Das Endresultat von 0:3 (0:0) fiel dabei klar aus, wurde dem Spielgeschehen über weite Strecken jedoch nicht vollständig gerecht.
Denn die erste Halbzeit präsentierte sich ausgeglichen und umkämpft. Beide Teams agierten aus einer stabilen Defensive heraus und suchten ihre Chancen vor allem über schnelles Umschalten. Die Sissacherinnen überzeugten in dieser Phase mit einer kompakten Organisation und einer engagierten Zweikampfführung. Immer wieder gelang es den Gastgeberinnen, den Spielfluss der Luzernerinnen früh zu unterbinden und selbst geordnet nach vorne zu spielen. Zwar fehlte es im letzten Drittel noch an der letzten Durchschlagskraft, dennoch hielten die Frauen aus Sissach die Partie offen und gestalteten sie auf Augenhöhe.
Auch die Luzernerinnen fanden nur selten Lücken in der gut gestaffelten Defensive der Baselbieterinnen. Torchancen blieben auf beiden Seiten Mangelware, sodass das torlose Unentschieden zur Pause den Spielverlauf widerspiegelte. Für die Frauen des SV Sissach war dies eine durchaus solide Ausgangslage, auf der sich hätte aufbauen lassen.
Nach dem Seitenwechsel folgte jedoch ein Bruch im Spiel der Gastgeberinnen. Wie Trainer Michel Meier nach der Partie erklärte, starteten seine Spielerinnen «zu nervös» in die zweite Halbzeit. Der grosse Wille, die Partie für sich zu entscheiden, führte zu einer gewissen Verkrampfung. «Wir wollten das Spiel unbedingt gewinnen und haben uns daher unnötig unter Druck gesetzt und zu viele Fehler im Aufbauspiel begangen», so Meier. Die Pässe wurden ungenauer, die Abläufe weniger klar, und auch in den Zweikämpfen fehlte zunehmend die Konsequenz, die in der ersten Hälfte noch vorhanden gewesen war.
Doppelschlag bringt Entscheidung
Diese Unsicherheiten nutzten die Frauen des Luzerner SC konsequent aus. In der 52. Minute gelang Alina Grüter nach einem Ballgewinn im Mittelfeld die Führung für die Gäste. Die Sissacherinnen wirkten in dieser Phase angeschlagen und fanden nur schwer zurück in die Ordnung. Bereits in der 58. Minute erhöhte erneut Grüter auf 2:0, womit das Spiel innert kurzer Zeit eine klare Wendung nahm.
In der Folge bemühten sich die Frauen aus Sissach zwar um eine Reaktion, doch fehlte es weiterhin an der nötigen Präzision und Ruhe im Spielaufbau. Die Luzernerinnen hingegen traten abgeklärt auf, verwalteten den Vorsprung geschickt und blieben bei Kontern gefährlich. Die endgültige Entscheidung fiel in der Schlussminute, als ein unglückliches Eigentor den Endstand von 0:3 bedeutete.
Trotz der Niederlage zog Trainer Meier ein differenziertes Fazit und richtete den Blick nach vorne. Am grundsätzlichen Saisonziel habe sich nichts geändert: «Wir wollen so schnell wie möglich den Ligaerhalt sichern und danach mit der Entwicklung des Teams für den Sommer und die neue Saison weiter machen.» Die Gruppe sei jung und verfüge über viel Potenzial, benötige jedoch Zeit, um sich weiterzuentwickeln und die nötige Konstanz zu finden.
Gerade diese fehlende Konstanz zeigte sich im Spiel gegen Luzern deutlich. Während die erste Halbzeit Mut machte, offenbarte die Phase nach der Pause, wie schnell eine Partie auf diesem Niveau kippen kann. Für die Frauen des SV Sissach wird es entscheidend sein, die positiven Ansätze über die gesamte Spielzeit hinweg abzurufen und insbesondere in Drucksituationen die nötige Ruhe zu bewahren.
Die nächste Gelegenheit zur Wiedergutmachung bietet sich bereits am Samstag. Dann treten die Sissacherinnen auswärts beim drittplatzierten SC Düdingen an. Anpfiff ist um 19 Uhr. Gegen einen Gegner aus der Spitzengruppe wird eine Leistungssteigerung über 90 Minuten erforderlich sein, wollen die Frauen aus Sissach etwas Zählbares mit nach Hause nehmen.
TELEGRAMM
SV Sissach – Luzerner SC 0:3 (0:0). Sportplatz:
Tannenbrunn. Zuschauer: 70. Tore: 52. Grüter 0:1; 58. Grüter 0:2; 90. Hofstetter (Eigentor) 0:3.
Sissach: Barrio; Hofstetter, Dibrani, Zimmermann, Lessa; Spanu, Hasler (C), Racaj, Ruch; Pricoli; Graci. Weiter eingesetzt: Manser, Martin, Enz.
Luzern: Fischer; G. Di Mattia, Stutz, Drockner, Zihlmann, Grüter; Imboden, Schenk (C); Bieri, Smith; Lanz. Weiter eingesetzt: Weiss, Krummenacher, Birchler, E. Di Mattia.
Verwarnungen: 68. Zimmermann, 86. Graci.

