Schafferin im Hintergrund
20.10.2026 SissachSimone Tacheron wird im Buch «Freiwillig Engagiert» porträtiert
Zwölf Personen aus der Nordwestschweiz geben in einem soeben erschienenen Buch Einblicke, wie inspirierend und gesellschaftlich relevant Freiwilligenarbeit ist. Eine von ihnen ist Simone Tacheron, ...
Simone Tacheron wird im Buch «Freiwillig Engagiert» porträtiert
Zwölf Personen aus der Nordwestschweiz geben in einem soeben erschienenen Buch Einblicke, wie inspirierend und gesellschaftlich relevant Freiwilligenarbeit ist. Eine von ihnen ist Simone Tacheron, Präsidentin des Frauenvereins Sissach.
Brigitte Keller
«Für die Verantwortlichen des Buchs hat mein Engagement als Präsidentin eines grossen Frauenvereins sehr gut in ihre Auswahl gepasst», erzählt Simone Tacheron. Im Rampenlicht zu stehen, ist eigentlich nicht das, was sie am liebsten macht. «Im Hintergrund» lautet denn auch der Titel ihres Porträts im soeben erschienenen Buch «Freiwillig Engagiert».
Einsätze als Helferin bei Anlässen leistet Tacheron am liebsten in der Küche beim Abwaschen. Zum Job als Präsidentin gehöre aber – trotz Nervosität – vorne hinzustehen. Und aus diesem Grund wollte sie auch nicht Nein dazu sagen, das Buchprojekt mit dem Einblick in ihre Tätigkeit zu unterstützen.
Wer den Beitrag liest, erfährt, wer die Person hinter dem Amt der Sissacher Frauenvereinspräsidentin ist. Sie wuchs in Aesch auf und hat schon früh gewusst, dass sie einen Beruf in der Pflege ausüben will. Für eine Zusatzausbildung in der Intensivpflege zügelte sie nach Chur, wo sie für 21 Jahre bleiben sollte. Sie hatte verschiedene Funktionen auf der Intensivstation in der lokalen Klinik inne. Während zehn Jahren leitete sie die Intensivpflege, zudem war sie acht Jahre lang ehrenamtlich im regionalen Berufsverband der Pflegefachleute tätig – vier Jahre davon als Präsidentin. Während ihrer Zeit in Chur hat sie ihren Ehemann kennengelernt; zusammen entschieden sie damals, sich in Sissach eine gemeinsame Zukunft aufzubauen.
Von der Helferin zur Präsidentin
Drei Jahre nach ihrem Umzug nach Sissach trat Simone Tacheron dem Frauenverein bei. Ihr erster Einsatz als Helferin sei in der Kaffeestube an der Gewerbeausstellung gewesen. Als sie von der damaligen Präsidentin angefragt wurde, im Vorstand mitzuarbeiten, sagte sie zu, und bereits im Jahr darauf, 2012, wurde sie zu deren Nachfolgerin gewählt. «Das Organisatorische gefiel mir schon immer», sagt die 64-Jährige. Welchen Platz in ihrem Leben das Amt der Präsidentin mittlerweile einnimmt, darüber erzählt sie im Buch. Ein Amt, das sie gleichermassen erfüllt wie fordert. Und so liest man auch von Zukunftssorgen, schlaflosen Nächten und grosser Verantwortung.
«Wir hatten viele Jahre eine unglaubliche Konstanz und die wenigen Rücktritte über all die Jahre konnten wir stets ersetzen», sagt Tacheron. Die Frauen im Vorstand seien ein tolles Team. Es sei jedoch auch eine Tatsache, dass ein grosser Teil der Vorstandsfrauen, sie eingeschlossen, mehr als 10 bis gar mehr als 20 Jahre dabei seien. «Wir erleben viel Unterstützung und Wertschätzung, aber neue Leute für den Vorstand zu finden, ist nicht einfach.» Was wäre, wenn niemand gefunden würde? Eine Frage, die Simone Tacheron stark beschäftigt.
«Viele Frauen sind bereit, einen Beitrag zu leisten, möchten jedoch nicht in einem Vorstand mitwirken», fährt sie fort. Deshalb seien flexiblere Modelle in den Vereinen gefragt. «Wir haben jetzt zum Beispiel das grosse Los damit gezogen, dass sich ein Mitglied bereit erklärt hat, den Jahresbericht, immerhin 60 Seiten lang, zu machen.» Dass dies eine Person übernommen habe, die nicht im Vorstand sitzt, sei neu, gehöre aber dazu, den veränderten Lebenssituationen Rechnung zu tragen. «Ein weiteres Vorstandsmitglied hat vor Kurzem seine Funktion abgegeben, kümmert sich jedoch weiterhin als ‹normales› Mitglied um den Besuchsdienst», freut sich Tacheron. «Ebenfalls eine grosse Entlastung für den Vorstand.»
Eine gute Gelegenheit, den Frauenverein auf unkomplizierte Weise kennenzulernen, bietet neben den bewährten Angeboten beispielsweise der «Füüroobe-Apéro». An sechs Abenden pro Jahr treffen sich die Frauen neu in der Bar des Restaurants «Sonne» zum Austausch über Gott und die Welt – willkommen sind Mitglieder und auch sonstige Frauen. «Die Mischung an Frauen an diesen Abenden ist einfach toll», schwärmt Tacheron. Und danach hätten sich schon einige Frauen für eine Mitgliedschaft im Verein entschieden oder für einen Einsatz an einem der vielen Anlässe. «Wir sind für jede Unterstützung dankbar.»
Arbeit wird wertgeschätzt
Ein Kränzchen windet die Präsidentin auch den Verantwortlichen der Gemeinde, die wüssten, was der Frauenverein leistet, und dies auch regelmässig verdanken: «Das motiviert zusätzlich.» Auch die Zusammenarbeit mit dem Team der Bibliothek schätzt sie. So freut sie sich beispielsweise sehr auf eine Abendveranstaltung vom 12. November zum Thema «Eltern-Kind-Beziehung im Alter» mit der bekannten Autorin Cornelia Kazis.
Ein besonderes Dankeschön gebühre auch den vielen Mitgliedern, die den ordentlichen Jahresbeitrag jedes Mal grosszügig aufrunden. «Das hilft uns dabei, dass wir jährlich mit rund 6000 Franken unter anderem Frauen und Familien in Sissach in schwierigen Lebenssituationen mit einer kleinen Spende unter die Arme greifen können.» Es seien auch Kinder betroffen, die davon profitieren.
Das Buch «Freiwillig Engagiert» mit der Sissacherin Simone Tacheron und elf weiteren Porträts von Freiwilligen aus der Nordwestschweiz ist im Christoph-Merian-Verlag erschienen (Seite 12). Ergänzt ist es mit Interviews zur Freiwilligenarbeit – beispielsweise mit Karin Zanoskar, Geschäftsleiterin «benevol Baselland», dem Kompetenzzentrum für Freiwilligenarbeit im Kanton Baselland.

