Sanfter Griff nach den Hauben
22.10.2026 SissachDie «Krone» findet Aufnahme im Restaurantführer Gault-Millau
Im Jahr 2021 eröffnet, wird die «Krone» in der Sissacher Begegnungszone jetzt mit 13 Gault-Millau-Punkten und zwei Hauben ausgezeichnet. Mit dieser Auszeichnung kommt eine kreative Küche und ...
Die «Krone» findet Aufnahme im Restaurantführer Gault-Millau
Im Jahr 2021 eröffnet, wird die «Krone» in der Sissacher Begegnungszone jetzt mit 13 Gault-Millau-Punkten und zwei Hauben ausgezeichnet. Mit dieser Auszeichnung kommt eine kreative Küche und ein herzlicher Service zu Ehren.
Heiner Oberer
Geschafft. 13 Punkte und zwei Hauben. Sissach hat es in den renommierten Restaurantführer von Gault-Millau (siehe Kasten) geschafft. Verantwortlich für diesen kulinarischen Quantensprung ist Rino Zumbrunn (27) mit seinem vierköpfigen Team der «Krone». Mit der Aufnahme in den Restaurantführer wird eine kreative und moderne Küche ausgezeichnet, die als Kontrapunkt in der hiesigen Gastroszene für Abwechslung sorgt.
Der «Krone»-Wirt und Koch lacht und sagt: «Im ersten Moment waren wir schon überrascht und es hat ein paar Tage gebraucht, um es zu realisieren. Mittlerweile ist die Freude aber riesengross, dass wir aufgenommen wurden.» Sie hätten allerdings auf eine grosse Party verzichtet und nur im kleinen Rahmen mit ein paar Berufskollegen angestossen.
Von ungefähr kommt die Aufnahme in den Restaurantführer nicht. Nach einer Kochlehre bei der Brüderli Gastronomie in Kaiseraugst, wo ihm, wie Zumbrunn sagt, die Basis des Kochens vermittelt wurde, machte er sich auf die obligaten Wanderjahre, um sein Können zu erweitern und zu verfeinern. Unter anderem arbeitete er bei «Lampart’s» in Hägendorf, im «Stucki» in Basel, in der «Steinhalle» in Bern und bei «Eckert» in Grenzach-Wyhlen.
Anschliessend setzte er seinen beruflichen Schwerpunkt auf die Swiss Skills (Berufsmeisterschaft), wo er im Jahr 2020 die Schweizermeisterschaft der Köche gewonnen hat. Zwei Jahre später belegte er an der Berufs-Weltmeisterschaft in Shanghai den zehnten Platz. Im Jahr 2024 holte er in Stuttgart mit den Schweizer Armeeköchen die Goldmedaille.
Eigenes Lokal mit 22 Jahren
Im Jahr 2021 eröffnete Rino Zumbrunn erst 22-jährig als Geschäftsleiter die «Krone» in Sissach. Eine grosse Herausforderung, erinnert er sich. Im Dorf wurde hinter vorgehaltener Hand gemunkelt: Kann der das? In den vergangenen fünf Jahren hat er bewiesen, dass er es kann.
«Ich bin ein fokussierter und ehrgeiziger Mensch mit einem ausgeprägten Drang nach Perfektion», sagt der Koch über sich. Diese Hingabe und die Liebe zum Kochberuf haben ihm nun die 13 Punkte beschert.
Beim Gespräch macht er klar, dass die Restauranttester die Aufwartung unangemeldet und inkognito machen würden: «Nichts da mit ‹Söihäfeli – Söideckeli›». Auf die Frage, ob er wegen seiner Lorbeeren Neid erfahre, schüttelt Rino Zumbrunn den Kopf. Es sei ihm egal, was geredet werde. Er und sein Team würden ihr Ding durchziehen. «Ich kann zu 100 Prozent dahinterstehen, was wir machen. Wenn das jemand nicht versteht, kann er gerne zu uns zum Essen kommen.»
Eventuell früher reservieren
Eine Auszeichnung wie diese kann auch Druck bedeuten. Dazu Zumbrunn: «Wir machen einfach so weiter, wie gewohnt. Wir werden wegen der 13 Punkte nicht senkrecht durch die Decke gehen, sondern natürlich wachsen.» So, wie sich sein Lokal in den vergangenen fünf Jahren nach und nach weiterentwickelt habe.
Ihm sei klar, dass immer wieder Gerüchte die Runde machen würden, so der Koch, und stellt klar: «Wir werden nichts ändern. Es gibt jetzt keine preislichen Anpassungen oder kleinere Portionen.» Das Konzept habe sich bewährt, und die «Krone» werde auf dem gleichen Level weiterarbeiten. «Die Auszeichnung ist eine Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind», sagt Zumbrunn.
Er und sein Team würden weiterhin bemüht sein, eine Stimmung zu schaffen, die der Gast als angenehm empfinden würde. Dies sei nur mit vereinten Kräften und Herzblut zu erreichen. Das Einzige, was sich ändern könnte, so Zumbrunn, ist der Umstand, dass man nicht mehr so schnell einen freien Platz kriegen würde. Dass man früher reservieren oder anrufen müsse.
Zum Schluss des Besuchs der «Volksstimme» beim Gault-Millau-ausgezeichneten Koch geht es in den neu erstellten Weinkeller. Ein Bijou. Edle Gewächse warten darauf, verkostet zu werden. Man merkt es Zumbrunn an. Wein ist neben dem Kochen seine zweite grosse Leidenschaft. «Ich versuche, einen fairen Verkaufspreis zu kalkulieren», sagt er. Schliesslich soll der Wein getrunken werden und nicht vor sich hin lagern. Auch hier wird klar: Der «Kronen»-Wirt geht überlegt an die Arbeit. Dies aus Freude an der Gastronomie und Liebe zur Arbeit.
Man darf gespannt sein, wie sich die «Krone» in der Sissacher Begegnungszone weiterentwickelt. Der Anfang mit 13 Punkten und zwei Hauben ist schon einmal gemacht.
Einflussreicher Restaurant-Führer
hob.
Der Gault-Millau, im Jahr 1969 in Frankreich von Henri Gault und Christian Millau gegründet, ist neben dem Guide Michelin der einflussreichste Restaurantführer französischen Ursprungs. Er vergibt Punkte und Gault-Millau-Kochmützen (Hauben), die neben den Michelinsternen die begehrteste Auszeichnung in der gehobenen Küche sind. Die Bewertungen der Oberbaselbieter Lokale im Gault-Millau 2027: 17 Punkte: «Le Murenberg», Bubendorf. 15 Punkte: «Bad Schauenburg/ Basler Stübli», Liestal. 14 Punkte: «Osteria Tre», Bubendorf. 13 Punkte: «Krone», Sissach.
Insgesamt werden 10 Lokale im Baselbiet und 18 im Kanton Basel-Stadt im Führer erwähnt. Das «Cheval Blanc» im Trois Rois und das «Stucki» haben mit jeweils 19 von 20 Punkten die höchsten Bewertungen.



