«Rheintunnel» soll Entlastung bringen
10.11.2023 BaselEinsprachefrist für Autobahnprojekt läuft bis Mitte Dezember
Der Rheintunnel der A2 zwischen Hagnau/Birsfelder Hafen und Schwarzwaldtunnel soll frühestens in den Jahren 2029 bis 2040 gebaut werden. Es wird von Kosten in der Höhe von rund 2,59 Milliarden Franken ...
Einsprachefrist für Autobahnprojekt läuft bis Mitte Dezember
Der Rheintunnel der A2 zwischen Hagnau/Birsfelder Hafen und Schwarzwaldtunnel soll frühestens in den Jahren 2029 bis 2040 gebaut werden. Es wird von Kosten in der Höhe von rund 2,59 Milliarden Franken ausgegangen. Vom kommenden 15. November bis 14. Dezember erfolgt nun die öffentliche Planauflage.
André Frauchiger
Zum Abschluss der Arbeiten zum Ausführungsprojekt «Rheintunnel» hat das Bundesamt für Strassen (Astra) am Mittwochabend zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Astra-Direktor Jürg Röthlisberger, Vizedirektor Guido Biaggo, Gesamtprojektleiter Götz Schackenberg sowie die baselstädtische Baudirektorin Esther Keller und ihr Baselbieter Kollege, Baudirektor Isaac Reber, orientierten über den aktuellen Stand des Projekts «Rheintunnel».
Die baselstädtische Baudirektorin Esther Keller rief gleich zu Beginn ihrer Ausführungen in Erinnerung, dass vor rund zehn Jahren im Kanton Basel-Stadt eine Petition mit rund 11 000 Unterschriften für den Bau eines Rheintunnels eingereicht worden war. Der Tunnel habe sich in der Zwischenzeit unter verschiedenen Lösungsmöglichkeiten, die geprüft worden seien, als die beste Variante erwiesen.
Deutliche Entlastung
Alle am Projekt Beteiligten, insbesondere Isaac Reber und Esther Keller, unterstrichen die Bedeutung einer sehr engen Zusammenarbeit zwischen Bund und den beiden Kantonen. Eine solche werde heute praktiziert. Nun liegen die Grundlagen für den Bau eines Basler Rheintunnels vor. Vom 15. November bis 14. Dezember erfolgt nun die öffentliche Planauflage. Vom Bauwerk direkt Betroffene können in dieser Zeit eine begründete Einsprache einreichen.
Ziel und Zweck der beiden neuen, je zweispurigen und 3,6 beziehungsweise 3,8 Kilometer langen Tunnel – Rheintunnel Ost und West – ist es, die völlig überlastete Osttangente in erster Linie vom Durchgangs- und Schwerverkehr zu entlasten. Aufgrund der Berechnungen des Bundes wird davon ausgegangen, dass rund ein Drittel des Verkehrs auf der Osttangente künftig die neue Tunnelvariante wählen wird. Dabei handelt es sich vor allem um den Transit- und besonders lauten Schwerverkehr, also um international verkehrende grosse Lastwagen. Die Entlastung der Osttangente nach der Inbetriebnahme des neuen Rheintunnels soll in erster Linie dazu verhelfen, die Lokalstrassen noch mehr zu entlasten. Dies gilt laut Regierungsrat Isaac Reber – neben den Stadtstrassen – im Baselbiet vor allem für den Ortskern von Birsfelden, der heute vom Ausweichverkehr stark betroffen ist. Deshalb könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden, ob überhaupt und, wenn ja, wie weit an gewisse Rückbauten bei der Osttangente gedacht werden könne, so die Verantwortlichen.
In Anbetracht der Tatsache, dass mit dem Bau des Rheintunnels frühestens 2029 begonnen werden könne und die Eröffnung dann auch frühestens 2040 erfolge, sei für die Feinplanung und für Entscheide über die künftige Osttangente mit 17 Jahren noch ausreichend Zeit, erklärte Regierungsrätin Esther Keller. Ausgewählte baselstädtische Strassen sollen dank des Rheintunnels laut Astra um 4, das Zentrum von Birsfelden gar um 30 Prozent vom Verkehr entlastet werden können.
Der Rheintunnel setzt sich aus mehreren Tunnelabschnitten zusammen, die an die bestehenden Achsen anknüpfen. Kernpunkt sind die beiden je zweispurigen Tunnel. Sie unterqueren den Rhein ab Flussgrund in einer Tiefe von mehr als 18 Metern. Das südliche Tunnelportal liegt beim Kreisel Rheinfelderstrasse/Birsfelderstrasse im Birsfelder Hafen. In Fahrtrichtung Norden ist das nördliche Tunnelportal beim Badischen Bahnhof, direkt neben den Gleisen, vorgesehen.
Von Deutschland her kommende Fahrzeuge werden den Rheintunnel über das Tunnelportal Wiese erreichen. Von Frankreich her wird der Anschluss zum Rheintunnel nach der Dreirosenbrücke auf Kleinbasler Seite sein: Die bisher nur als Werksausfahrt bestehende Ausfahrt Klybeck wird zur direkten Verbindung in den Rheintunnel. In einem ersten Schritt sollen der Rheintunnel West und die beiden Anschlusstunnel Klybeck und Wiese gebaut werden, danach der Rheintunnel Ost.
Auch das Baselbiet profitiert
Baudirektor Isaac Reber wies in seinen Ausführungen darauf hin, dass aus Sicht des Baselbiets der gesamte Autobahnbereich bis nach Augst eines Ausbaus bedürfe, um die Lokalstrassen wirkungsvoll entlasten zu können. Dies gelte insbesondere für den Abschnitt Schweizerhalle bis Basel. Der Ausbau der Autobahn auf acht Spuren sei notwendig. Er zeigte sich erfreut darüber, dass die Planungen vorsehen, dass die Autobahnschneise längs des Freuler-Quartiers in Muttenz/Birsfelden weitgehend zugedeckt und begrünt werden soll. Nur die Hafenbahn werde dort noch oberirdisch geführt. Und die heutigen zwei Kreisel auf der Birsfelder Lokalstrasse bei der Hard sollen durch einen neuen, grossen Kreisel für den Lokalverkehr ersetzt werden. Die Autobahn führt darunter zur Einfahrt des Rheintunnels.
Für die Bevölkerung in Basel, Birsfelden und Muttenz sind in nächster Zeit Informationsanlässe geplant. Auch steht ein digitales Besucherzentrum mit Erklärvideo des Astra zur Verfügung (www.rheintunnel.ch).

