Portmanns letzter Heimatabend
06.11.2026 LangenbruckNach 12 Jahren räumt Thomas Portmann seinen Platz als Präsident des Bergbauernvereins
Der Bergbauer Thomas Portmann blickt auf ein Dutzend Jahre zurück, in denen er sich für die Dorftradition und die Landwirtschaft eingesetzt hat – auch über die Grenzen ...
Nach 12 Jahren räumt Thomas Portmann seinen Platz als Präsident des Bergbauernvereins
Der Bergbauer Thomas Portmann blickt auf ein Dutzend Jahre zurück, in denen er sich für die Dorftradition und die Landwirtschaft eingesetzt hat – auch über die Grenzen Langenbrucks hinaus.
Aline Schneider
Vor rund zwei Wochen wirkte Thomas Portmann am letzten Heimatabend als Präsident des Bergbauernvereins Langenbruck und Umgebung mit. In Zukunft wird er im Verein und am Heimatabend lediglich noch als Aktivmitglied dabei sein.
Portmanns Amt soll bei der nächsten Generalversammlung im April neu besetzt werden – wer seine Nachfolge antreten werde, sei noch nicht ganz klar. Portmann ist seit fast 20 Jahren im Verein dabei und hat das Amt des Präsidenten 2025 nach einigen Jahren im Vorstand übernommen. «Dass ich jetzt aufhöre, hat vielerlei Gründe. Zum einen hat es mich sehr viel Zeit gekostet, die ich wegen des Milchbetriebs zu Hause, der Familie und anderer Projekte nicht mehr im Überfluss habe. Zum anderen habe ich das Bedürfnis, einen Schritt weiterzugehen und andere Positionen einzunehmen. Ich halte es auch für möglich, in den nächsten Jahren ein politisches Amt anzutreten», so der 41-Jährige.
Der Bergbauernverein habe sich in den 82 Jahren seines Bestehens von einer politisch engagierten «Selbsthilfegruppe» für Landwirte zu einem Dorfverein entwickelt, der vor allem am kulturellen Leben des Dorfs beteiligt sei. Auf der Vereinsagenda stehen jährlich zwei wichtige Termine: Ende Sommer die Viehauktion und im Herbst der Heimatabend, eine Mischung aus Theater, Dorfabend und Konzert.
Die Viehauktion locke jährlich Landwirte und Viehhändler aus der ganzen Schweiz nach Langenbruck. «Das Preisniveau ist meist etwas höher als an anderen lokalen Viehversteigerungen. Es können sowohl Zuchtals auch Nutztiere ersteigert werden», so Portmann.
Dieses Jahr wurde die Auktion von der Trockenheit, dem Futtermangel und den gesunkenen Schlachtviehpreisen dominiert. Trotz niedriger Erwartungen und der Angst, dass die Tiere keine Abnehmer finden würden, sei die Auktion aus der Sicht von Portmann doch noch gelungen. Dies vorwiegend dank kauffreudiger Innerschweizer Landwirte, die sich auf grössere Futtervorräte stützen und sich den Ankauf von Vieh leisten konnten.
Die Preise seien im Vergleich zu den Vorjahren um die 20 Prozent tiefer gewesen. «Dieses Jahr dachten sich viele: Lieber verkaufe ich das Tier zu einem niedrigeren Preis, als dass ich es wieder nach Hause nehmen muss, wo es zu wenig Futter hat.»
Heimatabend mit Kultstatus
Auch der diesjährige Heimatabend sei gelungen. «Wir haben uns langsam vom Corona-Knick erholt. Die Halle war an beiden Tagen gut gefüllt», blickt Portmann zurück. Der Heimatabend geniesse Kultstatus im Dorf, trotzdem solle man sich nicht zu sehr auf die Tradition versteifen. Und was empfiehlt er seinem Nachfolger oder seiner Nachfolgerin? «Sich zum Ziel zu setzen, in Zukunft mehr junge Leute anzuziehen. Nicht nur als Publikum am Heimatabend, sondern auch als Vereinsmitglieder. Gerade für junge Landwirte bietet der Verein eine gute Plattform, um sich untereinander auszutauschen.»
Nicht nur die neuen Mitglieder, sondern auch der Verein, dessen Mitgliederzahl etwas rückläufig ist, würden von einem Zuwachs profitieren. Obwohl es der grösste Verein in Langenbruck sei, gebe es nur einen kleinen harten Kern, der sich den Grossteil der Verantwortung und der Arbeit teile. Auf ihn als Mitglied müsse der Verein aber nicht verzichten, er werde ganz sicher als Aktivmitglied im Verein bleiben. «Mit meinen Erfahrungen kann ich bestimmt immer wieder hilfreich sein und Tipps geben.» Dem Bergbauernverein stehen laut Thomas Portmann auch künftig alle Türen offen. «Die Grenzen der Vereinsphilosophie dürfen auch gerne durchbrochen werden. Vielleicht werden wir auch an anderen Veranstaltungen im Dorf mithelfen, um uns mehr einzubringen.» Das Wichtigste sei, nicht stehen zu bleiben und als Verein attraktiv für Jung und Alt zu bleiben.

