Grosser Rat nimmt Sonderbericht nach einer langen Debatte zur Kenntnis
sda. Der Basler Grosse Rat hat am Mittwoch mit 94 zu 1 Stimmen den Spezialbericht der Geschäftsprüfungskommission (GPK) zur Polizei zur Kenntnis genommen. Die Probleme rund um das Korps ...
Grosser Rat nimmt Sonderbericht nach einer langen Debatte zur Kenntnis
sda. Der Basler Grosse Rat hat am Mittwoch mit 94 zu 1 Stimmen den Spezialbericht der Geschäftsprüfungskommission (GPK) zur Polizei zur Kenntnis genommen. Die Probleme rund um das Korps sorgten im Parlament für eine fast dreistündige Debatte. GPK-Präsident Tim Cuénod (SP) hielt zum Schluss fest, dass die Regierung nahezu alle Feststellungen und Empfehlungen im Bericht nicht in Frage stelle. Einzig bei der Einschätzung zur Freistellung des Polizeikommandanten Martin Roth im Juni 2024 gingen die Meinungen auseinander. Die GPK hatte in ihrem Spezialbericht kritisiert, dass dafür kein zwingender Grund bestanden habe. Roth könne kein arbeitsrechtliches Fehlverhalten nachgewiesen werden. Justiz- und Sicherheitsdirektorin Stephanie Eymann (LDP) verteidigte diesen Personalentscheid. Das Vertrauen in die Führung sei zentral und wenn dieses verloren gehe, sei eine weitere Zusammenarbeit schwierig. Daher habe sie personelle Konsequenzen gezogen, sagte Eymann vor dem Parlament. Hintergrund ist der zuvor veröffentlichte Bericht Schefer, der Führungsmängel im Polizeikorps aufzeigte. Als Konsequenz stellte Eymann unter anderem den Kommandanten Martin Roth frei.
Polizeikorps noch nicht am Ziel
Dieser Entscheid sorgte im Parlament für Debatten. Andrea Strahm (Mitte/EVP) sagte, der Bericht Schefer habe «wie eine Bombe eingeschlagen» und der Polizeileitung die Möglichkeit genommen, selbst weitere Massnahmen einzuleiten.
Für Diskussionen sorgten die im GPK- wie auch im Schefer-Bericht geäusserten Missstände wie etwa sexistische und rassistische Vorfälle im Korps. Ebenfalls zur Sprache kam die Belastung des Polizeikorps wegen vieler Wochenendeinsätze.
Eymann hielt fest, dass das Polizeikorps noch nicht am Ziel sei, doch seit dem Bericht Schefer sei «sehr viel gegangen». Der interimistische Kommandant Thomas Würgler habe «organisatorische und kulturelle Weiterentwicklungsschritte angestossen».