Grösste Sicherstellung in der Schweiz
Bei einer Hausdurchsuchung in Pratteln hat die Baselbieter Polizei im September mehr als 3200 Injektionsfläschchen mit illegal importierten Peptiden gefunden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelt es sich um die bislang grösste ...
Grösste Sicherstellung in der Schweiz
Bei einer Hausdurchsuchung in Pratteln hat die Baselbieter Polizei im September mehr als 3200 Injektionsfläschchen mit illegal importierten Peptiden gefunden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelt es sich um die bislang grösste Sicherstellung solcher Substanzen, die auch als Doping Verwendung finden können, in der Schweiz. Zusätzlich stiess die Polizei auf Spritzen, Verpackungsmaterial und Etiketten.
Die Staatsanwaltschaft führt laut eigener Mitteilung aufgrund einer Strafanzeige eine Untersuchung gegen eine 38-jährige Frau und einen 34-jährigen Mann aus dem Kosovo. Sie stehen im Verdacht, gegen das Sportförderungsgesetz und das Heilmittelgesetz verstossen zu haben.
Das Verfahren steht im Zusammenhang mit einer Schwerpunktaktion von Swissmedic, dem Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) und Swiss Sport Integrity (SSI). Die drei Stellen kontrollierten im Juni gezielt Sendungen, bei denen der Verdacht auf illegal importierte Peptide bestand. Laut SSI wurden dabei 46 Sendungen mit «dubiosen peptidhaltigen Präparaten» entdeckt.
Peptide sind kleine Proteinmoleküle, die auch in Arzneimitteln vorkommen. Zunehmend werden sie über unkontrollierte Online-Kanäle angeboten. Bei solchen Produkten sei unklar, unter welchen Bedingungen sie hergestellt und gelagert worden seien und ob die Angaben zu Wirkstoffen und Konzentrationen stimmten, schreibt die Staatsanwaltschaft. Mit ihrer Verwendung könnten deshalb erhebliche gesundheitliche Risiken verbunden sein. Import und Handel solcher Produkte seien verboten.
Laut Swiss Sport Integrity werben Händlerinnen und Händler im Internet unter anderem mit mehr Muskelmasse, weniger Körperfett, schnellerer Regeneration, gebräunter Haut oder einer gesteigerten Libido. Angepriesen werde auch eine bessere körperliche und geistige Leistungsfähigkeit.
Wer solche Produkte anwende, riskiere neben möglichen gesundheitlichen Folgen auch einen Verstoss gegen Anti-Doping-Bestimmungen im Sport, hält SSI fest. Die Staatsanwaltschaft führt ihre Ermittlungen gegen die beiden beschuldigten Personen weiter.