Pferdefl üsternd in den Sommer
02.07.2026 Sport, Weitere SportartenPferdecamp auf dem «Galms» in Lausen – zwischen Stall, Sattel und Spass
Ob beim Striegeln, Satteln oder auf dem Rücken der Pferde: Mit Spass und Spiel lernen die Mädchen des Camps an der Reitschule Galms sowohl das Reiten als auch alles rund ums Pferd herum. Der ...
Pferdecamp auf dem «Galms» in Lausen – zwischen Stall, Sattel und Spass
Ob beim Striegeln, Satteln oder auf dem Rücken der Pferde: Mit Spass und Spiel lernen die Mädchen des Camps an der Reitschule Galms sowohl das Reiten als auch alles rund ums Pferd herum. Der gesunde Reitsport für Kind und Pferd ist das Ziel.
Lea Wieser
Während draussen in der Hitze Bewegung kaum angenehm ist, herrscht in der überraschend kühlen Reithalle reges Treiben. An der Longe wird freihändig galoppiert, während in der anderen Hallenhälfte ein Parcours bereitsteht und das Rückwärtsreiten geübt wird. Das Reitcamp der MS Sports AG ist in vollem Gange. Auf dem «Equestrian Centre Galms» findet es jedes Jahr in den Sommerferien zweimal für jeweils fünf Tage statt. Über die Schweiz verteilt bietet die MS Sports AG auf 20 weiteren Reithöfen Pferdecamps an.
Die zwölf Mädchen im Alter von 8 bis 15 Jahren, die in dieser Woche mit von der Partie sind, scheinen motiviert dabei zu sein. In drei Gruppen aufgeteilt, lernen und erfahren sie alles Erdenkliche auf dem Pferd und rund um das Pferd: Bei einem der drei Posten, die sie abwechselnd durchlaufen, lernen die Teilnehmerinnen die Tiere genauer kennen. Spielerisch werden ihnen die Bezeichnungen der Körperteile des Pferds beigebracht.
Das Drumrum
«Das liegt uns besonders am Herzen. Natürlich verbessern die Kinder im Camp das Reiten, aber sie lernen eben auch das Pferd selbst kennen. Sie sollen nicht nur reiten, sondern auch verstehen», erklärt Rebecca Findelsberger, die Hauptverantwortliche für das Reitcamp auf dem Galms. Darin liege auch der Hauptunterschied zwischen dem Camp und einfachen Reitstunden: Während das Pferd für den Unterricht oft schon fertig gesattelt bereitstehe und auch nach der Stunde nicht vom Kind selber versorgt werde, seien die Teilnehmerinnen hier bei jedem Schritt dabei. Findelsberger erläutert: «Die meisten haben ohnehin einen natürlichen Respekt vor den Tieren, aber so ist ein umsichtiger Einstieg garantiert und die Kinder können erst einmal langsam mit dem Pferd in Berührung kommen. Besonders für Anfängerinnen ist dies wichtig. Und für diese ist das Reitcamp primär ausgelegt.» Die Mädchen seien also dabei, wenn das Pferd aus der Box geholt wird, würden die Hufe auskratzen, es striegeln und satteln und erst danach mit dem Reiten selbst beginnen.
Anhand eines Pferdesteckbriefs festigen die Mädchen beim zweiten Stopp das Gelernte und machen gleichzeitig eine Bastelpause. Es wird konzentriert geschnitten, gefaltet und geklebt und dabei über die Pferde und bisherigen Erfolge geplaudert. Die zehnjährige Ada erzählt von ihrem Lieblingspferd Fribi: «Auf ihn freue ich mich jeden Morgen am meisten.»
Auf dem Rücken der Pferde
Der dritte Abstecher ist die Reithalle, in welcher der eigentliche Reitunterricht stattfindet. Hier ist jeweils eine Helferin für ein Mädchen zuständig. Die Hilfsleiterinnen sind ältere Schülerinnen vom Hof oder haben eine Reitbeteiligung auf dem Galms. Die kleinen Gruppen an Kindern sorgen dafür, dass einzeln auf sie eingegangen werden kann. So erhalten sowohl Anfängerinnen als auch etwas erfahrenere Reiterinnen die Unterstützung, die sie benötigen. Zumindest zu Beginn werden die Teilnehmerinnen geführt – beim Parcours mit dem Strick, ansonsten an der Longe. Später dürfen sie ganz eigenständig mit ihrem jeweiligen Schulpferd durch die Halle reiten. Dass dabei der Spass nicht zu kurz kommt, zeigt sich immer wieder. Die Mädchen freuen sich über die gelungenen Fortschritte und lachen zwischen den Übungen gemeinsam.
Ada erzählt, dass auch Ausreiten auf dem Programm stehe. Sie freue sich schon riesig darauf, wenn ihre Gruppe mit dem Ausritt in den Wald an der Reihe ist.
«Das ist es, was wir erreichen möchten», sagt Findelsberger: «Einerseits wollen wir Wissen vermitteln, die Kinder sollen Neues lernen und neben dem Reiten auch das Drumherum kennen.» Andererseits sei ein Reitcamp erst gelungen, wenn die Teilnehmerinnen sich wohlfühlen. Findelsberger meint: «Wenn die Eltern beim Vorbeibringen der Kinder erzählen, wie glücklich sie zu Hause vom Camp berichten, ist das die beste Rückmeldung, die wir bekommen können.»
Gut organisiert
lwi. In der ganzen Schweiz veranstaltet die Firma MS Sports AG jährlich mehr als 400 Sportcamps. Von Tanzen über Ski und Snowboard bis hin zu Gaming und Sport ist eine riesige Vielfalt an Sportarten vertreten. Kindern soll in ihren Schulferien etwas Sinnvolles mit Spass und Bewegung angeboten werden, und zugleich sollen die Eltern entlastet werden.

