PFAS fliessen in die Hintere Frenke
30.10.2026 ReigoldswilKanton erläutert Entwässerung der Deponie Eichenkeller
Das gefasste Sickerwasser der Deponie Eichenkeller gelangt unbehandelt vom Eichenbächli in die Hintere Frenke. Laut Kanton ist davon auszugehen, dass ein weiterer Teil versickert. Welchen Einfluss die Deponie auf die ...
Kanton erläutert Entwässerung der Deponie Eichenkeller
Das gefasste Sickerwasser der Deponie Eichenkeller gelangt unbehandelt vom Eichenbächli in die Hintere Frenke. Laut Kanton ist davon auszugehen, dass ein weiterer Teil versickert. Welchen Einfluss die Deponie auf die PFAS-Belastung ihrer Umgebung hat, ist unklar.
Melanie Frei
Das Sickerwasser der stillgelegten Deponie Eichenkeller ist laut einem neuen Regierungsbericht stark mit schwer abbaubaren PFAS belastet. Die Erkenntnisse werfen Fragen zum geplanten Abschluss und zur Rekultivierung auf (die «Volksstimme» berichtete). Inzwischen hat der Kanton ergänzende Fragen zur Entwässerung und zu den bisherigen Untersuchungen beantwortet.
Die Deponie verfügt über keine Abdichtung an ihrer Unterseite und ihren Flanken. Eine solche ist laut Kanton für Deponien des Typs B nach aktueller Rechtsgrundlage nicht vorgeschrieben. Das Sickerwasser lässt sich deshalb nicht vollständig auffangen. Laut Kanton ist davon auszugehen, dass ein Teil des Sickerwassers versickert. Gleichzeitig könne seitlich Hangwasser in die Deponie gelangen. Das gefasste Wasser wird über Leitungen zu einem Schacht am Deponiefuss geführt. Von dort gelangt es ins Eichenbächli, das am Talgrund in die Hintere Frenke mündet. «Eine Behandlung findet nicht statt», schreibt der Kanton.
Wie stark die Deponie zur PFAS-Belastung ihrer Umgebung beiträgt, kann der Kanton aufgrund der bisherigen Daten nicht abgrenzen. Weitere Quellen im Umfeld seien nicht ausgeschlossen. So könnte auch bereits belastetes Hangwasser in die Deponie fliessen.
Nächste Probe im Dezember
Die drei bisherigen Sickerwasserproben wurden 2022, 2024 und 2025 genommen. Bei allen Messungen sei die Wassermenge allerdings so gering gewesen, dass die gemessenen Konzentrationen das Ergebnis verzerrten. Die Datenlage berge deshalb erhebliche Ungewissheiten. Konkrete Konzentrationen nennt der Kanton in seiner Antwort nicht. Die nächste Probe ist für Dezember dieses Jahres vorgesehen.
Zum Trinkwasser verweist der Kanton dagegen auf eine solide Datengrundlage des Amts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen. Die aktuell geltenden PFAS-Höchstwerte würden von allen Wasserversorgern eingehalten. Die Deponie ist seit dem Jahr 2014 ausser Betrieb. Weshalb sie noch nicht abgeschlossen ist, erläutert der Kanton nun ebenfalls: Nach der Verfügung zu Abschluss und Nachsorge vom Juni 2019 hätten zunächst finanzielle Gründe bei der Bürgergemeinde Reigoldswil zu Verzögerungen geführt. In den vergangenen drei Jahren seien die neuen PFAS-Erkenntnisse hinzugekommen.
Diese könnten Anpassungen an den bisherigen Plänen sinnvoll machen. Dafür brauche es jedoch mehr Daten. Noch ausstehend seien punktuelle Arbeiten an der Geländeform, der Rekultivierungsschicht beziehungsweise dem Bodenaufbau sowie an der Aufforstung.
Eine Anfrage der «Volksstimme» beim kantonalen Jagd- und Fischereiwesen zu möglichen Auswirkungen auf Fische in der Hinteren Frenke sowie zum Verzehr gefangener Fische blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet.
