Paul Aenishänslin, Gelterkinden
08.05.2026 GelterkindenAm 26. Oktober 1943 erblickte Paul Aenishänslin das Licht der Welt. In seinem erfüllten Leben durfte er viele Länder und Orte kennenlernen. Bis zuletzt war Paul gerne unterwegs und unter Menschen. Er war vielseitig interessiert und besuchte politische, wirtschaftliche wie auch ...
Am 26. Oktober 1943 erblickte Paul Aenishänslin das Licht der Welt. In seinem erfüllten Leben durfte er viele Länder und Orte kennenlernen. Bis zuletzt war Paul gerne unterwegs und unter Menschen. Er war vielseitig interessiert und besuchte politische, wirtschaftliche wie auch kulturelle Veranstaltungen. Selbst als ihm das Gehen zunehmend schwerfiel, nahm er aktiv am sozialen und gesellschaftlichen Leben teil.
Und das nicht nur privat: Paul, der auch für die «ObZ» schrieb, war seit dem Jahr 2019 als freier Mitarbeiter für die «Volksstimme» tätig. Er war ein geschätzter und zuverlässiger Kollege, der mit seiner Spontanität so einige kurzfristige Zeitungsartikel überhaupt erst möglich machte. Dabei kamen ihm seine breite Bildung und sein grosser Erfahrungsschatz zugute.
Aufgewachsen in Gelterkinden und Bürger von Ormalingen, liess sich Paul in Schiers (GR) zum Primarlehrer ausbilden. Es folgte ein Studium der Nationalökonomie in Basel mit Doktorat. Von 1972 bis 1988 war Paul für den Bund tätig: zuerst im Volkswirtschaftsdepartement, dann als Sektionschef zuständig für die Beziehungen zur OECD und zuletzt als Botschaftsrat auf der Schweizer Mission bei der Europäischen Gemeinschaft in Brüssel. In diese Zeit fällt ein zweijähriger Aufenthalt in Manila (Philippinen), wo er die Schweiz, Belgien, Frankreich und Italien bei der Asiatischen Entwicklungsbank vertreten hat. 1989 wechselte Paul zum Vorort, dem heutigen Wirtschaftsdachverband «economiesuisse». Er war zunächst als Delegierter in Brüssel (bis 1997) und danach ein Jahr als Mitglied der Geschäftsleitung in Zürich tätig. Ab 1998 arbeitete Paul in der Schweiz als Kommunikationsberater – für renommierte Agenturen sowie auf selbstständiger Basis.
Durch seine Zeit im Ausland und die Arbeit in Bundesbern beherrschte Paul mehrere Sprachen. Trotz seiner hochrangigen Kontakte und Erfahrungen auf Diplomatenebene blieb er im persönlichen Umgang stets bescheiden. Paul war ein freundlicher, zuvorkommender Mensch. Bis zu seinem Tod lebte er in seinem Haus am Handschinweg in Gelterkinden.
Er war Mitglied der FDP und in der «Literarischen Gesellschaft Baselland» engagiert, deren Mitgründer er war. Zudem schrieb er eigene Bücher, die er im Selbstverlag veröffentlichte.
Durch seine Erfahrungen, seine Weltoffenheit und sein Wissen war Paul ein äusserst interessanter Gesprächspartner. Politische und wirtschaftliche Entwicklungen verfolgte er bis zuletzt. In Erinnerung bleiben auch Pauls soziale Ader, seine Hilfsbereitschaft und sein Blick für das Gesamtwohl der Gesellschaft. Am 24. April ist Paul im 83. Lebensjahr während eines Spitalaufenthalts gestorben. Er hinterlässt einen Bruder, einen Sohn und zwei Enkelkinder.
Mit Paul verliert das Oberbaselbiet einen engagierten und unternehmensfreudigen Menschen. Bei seinen Angehörigen, Freunden und Bekannten wird er jedoch in guter Erinnerung weiterleben. «Mach’s guet, Paul!»
Janis Erne, Redaktor «Volksstimme»

