Paralympics
10.04.2026Die Paralympischen Winterspiele sind Geschichte – und was für eine Geschichte!
Das Ziel der Delegation lautete: dreimal Edelmetall.
Das Ergebnis: Das Team kehrte mit sechs Medaillen und drei Diplomen zurück.
Damit sind es die erfolgreichsten Spiele seit ...
Die Paralympischen Winterspiele sind Geschichte – und was für eine Geschichte!
Das Ziel der Delegation lautete: dreimal Edelmetall.
Das Ergebnis: Das Team kehrte mit sechs Medaillen und drei Diplomen zurück.
Damit sind es die erfolgreichsten Spiele seit mehr als 20 Jahren.
An manchen Tagen war es hart, in der Rehaklinik zu sitzen und nicht vor Ort sein zu können. Beispielsweise als mein Teamkollege Fabrice im Training stürzte und aufgrund einer Gehirnerschütterung den Wettkampf im Snowboardcross aussetzen musste. Ich wäre ihm gerne in der Nähe zur Seite gestanden als nur per Telefon. Und als mein anderer Kollege Aron kurz darauf die Bronzemedaille im Cross holte, hätte ich ihn unheimlich gerne vor Ort gefeiert.
Mein persönliches Highlight war, als Fabrice von seiner Verletzung zurückkam und im Banked Slalom Silber holte. Da hatte ich den schönsten Gänsehaut-Moment. Robin Cuche vom Para-Ski-Alpine-Team reiste mit sage und schreibe vier Medaillen im Gepäck heim. Vier!
Dank des Livestreams lernte ich, gerade über den Para-Ski-Sport, eine Menge dazu. Auch war es schön, die positive Entwicklung zu beobachten. Seit ich vor vier Jahren die Schweiz in Peking vertreten durfte, ist einiges vorangegangen.
Meine eigenen Möglichkeiten, etwas beizutragen, waren aufgrund der Reha stark begrenzt. Lediglich mit einem Fernsehauftritt bei «Para Graf», der Berichterstattung vom Schweizer Fernsehen, und ein paar Interviews versuchte ich, das Team von der Schweiz aus zu unterstützen.
Paradoxerweise half es mir, dass mein linker Arm noch deutlich zu schwach war. So musste ich mir nicht den Kopf darüber zerbrechen, ob es richtig war, nicht selber auf dem Board zu stehen. Eine Teilnahme war schlichtweg unrealistisch. Damit fiel mir das Akzeptieren leichter. Was mir die Situation ebenfalls erleichterte, waren die tollen Begegnungen mit anderen Patienten und Therapeuten.
Während dieser intensiven Reha-Zeit durfte ich grossartige Personen kennenlernen. Wenige dieser Verbindungen fühlen sich besonders und selten an.
Freundschaften, die fürs Leben sein könnten.
Vielleicht war es genau so richtig. Nicht trotz der Verletzung, sondern wegen ihr.
Diese Vorstellung macht das Leben wohl einfacher. Vielleicht ist genau das der Weg, die schwierige Situation zu bewältigen, indem wir die positiven Aspekte dankbar annehmen.
Mein Wille wird dadurch nur gestärkt. Denn eines ist klar: Ich komme zurück.
Inzwischen habe ich entscheidende Fortschritte erzielt und kann Ende April nach fünf langen Monaten aus der Klinik austreten. Der Heilungsprozess wird zwar noch etwas länger dauern, doch das Wichtigste ist: Ich kann meinen Alltag selbstständig bewältigen.
Nun freue ich mich auf die Zeit zu Hause gemeinsam mit meinem Mann.
Romy Tschopp
Vom Rollstuhl aufs Snowboard: Die Sissacherin Romy Tschopp (1993) ist die erste Schweizer Para-Snowboarderin, die an Paralympischen Spielen teilnehmen konnte. Sie wurde 2023 Vizeweltmeisterin im Snowboardcross.

