Ormalinger Junioren träumen vom WM-Podest
21.07.2026 Sport, Weitere SportartenMannschaft reist mit grossen Ambitionen nach Luxemburg
Ab heute tritt der TV Ormalingen erstmals am «Junior World Cup» im Indiaca an. Nach Erfolgen an regionalen Jugendturnieren wagt der Nachwuchs den Schritt auf die internationale Bühne. Das ambitionierte Ziel ist ein Podestplatz.
...Mannschaft reist mit grossen Ambitionen nach Luxemburg
Ab heute tritt der TV Ormalingen erstmals am «Junior World Cup» im Indiaca an. Nach Erfolgen an regionalen Jugendturnieren wagt der Nachwuchs den Schritt auf die internationale Bühne. Das ambitionierte Ziel ist ein Podestplatz.
Noel Bühlmann
Der TV Ormalingen (TVO) nimmt als eine von 28 Mannschaften am «Junior World Cup» im Indiaca teil und reist nach Luxemburg. Die Konkurrenz kommt aus fünf verschiedenen Ländern. Eine eigentliche Qualifikation war für das Turnier zwar nicht nötig, allerdings halfen vergangene Resultate des Ormalinger Teams, um für die Meisterschaft infrage zu kommen. Ganz entscheidend war der Sieg der Ormalinger beim «Jugendcup» in Gelterkinden, da nach diesem Erfolg die Anmeldeunterlagen an das Siegerteam verschickt wurden.
«Die neun Jungs waren von Anfang an sehr motiviert und wollten sofort mehrmals pro Woche trainieren», sagt Trainer Roger Schär, «dieser Ehrgeiz war für mich der Hauptgrund, diese Aufgabe zu übernehmen.»
«Indiaca ist dynamischer»
Die Jugendlichen erzählen begeistert von ihrem Sport: «Indiaca fühlt sich im Vergleich zu Volleyball viel dynamischer an. Man muss schnell denken, reagieren und den Spielzug aufbauen.» Beim Indiaca brauchen die Sportler oft nur eine Hand zum Spielen, während man beim Volleyball mit beiden Händen spielt. Indiaca sei etwas Besonderes, da man es nicht überall sieht und es noch relativ neu sei, sagt ein Mitglied des Teams. Besonders schätzen die Spieler am Sport aber den Zusammenhalt und die Stimmung in der Mannschaft.
Die Positionen sind beim Indiaca ähnlich wie beim Volleyball. Es spielen fünf Spieler auf dem Feld. Beim TVO stehen jeweils drei Angreifer (Schläger) und zwei Ballverteiler (Passeure) auf dem Feld. Die Teammitglieder erklären, dass sie während eines Matches verschiedene Spielzüge verwenden, um zu punkten: «Je nach Taktik spielen wir unterschiedliche Varianten, zum Beispiel sehr schnelle, kurze Pässe oder Überkopf-Zuspiele nach hinten.»
Das Podest als Ziel
Nur mit der Teilnahme sind die Ziele des Teams noch lange nicht erreicht: «Wenn man keine Ambitionen hat, muss man gar nicht erst hinfahren. Wir reisen mit der Einstellung nach Luxemburg, dort sportlich etwas zu erreichen», sagt ein Spieler. Obwohl es sehr schwierig sei, die Teams der anderen Nationen einzuschätzen, hat die Mannschaft grosse Ambitionen: «Das oberste Ziel ist der Titel. Realistisch betrachtet wäre ein Podestplatz für uns aber schon eine tolle Leistung», gibt der Trainer an. Der Schlüssel zum Erfolg liegt laut Schär beim Teamgeist. Dieser habe auch bei der TVO-Aktivmannschaft schon zu grossen Siegen geführt. Der Teamzusammenhalt habe damals geholfen, direkt bei der ersten Teilnahme die Schweizermeisterschaft zu gewinnen, obwohl Ormalingen technisch nicht das beste Team gewesen sei.
Der Trainer betont, dass die jungen Sportler immer motiviert gewesen seien. Im Hinblick auf den «World Cup» sei die Konzentration und Intensität im Training aber noch einmal deutlich gestiegen. «Die Jungs treiben sich an, und wenn einmal jemand unkonzentriert ist, weisen sie einander gegenseitig an, sich wieder zu konzentrieren», erklärt der Trainer, «die Intensität muss ich selbst kaum fordern.»
Vorfreude auf Luxemburg
Neben dem Turnier stehen auch die gemeinsamen Erlebnisse in Luxemburg im Zentrum. «Wir freuen uns darauf, das Land und die Stadt kennenzulernen, da viele von uns noch nie dort waren. Wir sind gespannt auf die Atmosphäre und die Menschen vor Ort», erzählen die Teammitglieder.
Neben der Vorfreude stieg zuletzt auch die Nervosität. Wie Roger Schär vergangene Woche sagte, halte sie sich aber in Grenzen. «Richtiges Lampenfieber wird dann erst in der Halle aufkommen. Wenn es in der entscheidenden Phase plötzlich 20:20 steht und jeder Ballwechsel zählt, wird der Puls garantiert in die Höhe schiessen.» Weil viele Spieler noch in den Sommerferien waren, konnte das Team kein Trainingslager durchführen. Vergangene Woche fanden aber noch einige intensive Abschlusstrainings statt. Damit wollte das Team noch die letzten Abläufe festigen.
Die Finanzierung stemmen die Spieler übrigens grösstenteils selbst. Zwar erhält der Verein für das Turnier Subventionen vom Sportamt Baselland, diese reichen allerdings nur, um einen Teil der Reise zu bezahlen. Den Rest finanzieren Sponsoren, Gönner sowie die Teammitglieder. Fürs Turnier erhält die Mannschaft zudem von einem Hauptsponsor neue Trikots. Geht es nach den jungen Ormalingern, sollen sie bei Turnierschluss auf dem Bild des Podests zu sehen sein.
Junioren-Klub-WM
nbu. Indiaca ist eine Team-Rückschlagsportart und funktioniert ähnlich wie Volleyball, wird aber mit einer Art Handfederball gespielt, die dem Sport seinen Namen gibt. Vom 21. bis 24. Juli findet in Luxemburg der «Junior World Cup» statt. Bei diesem Jugendturnier dürfen ausschliesslich Spieler unter 20 Jahren mitspielen. Während an Weltmeisterschaften Nationalteams antreten, spielen am «World Cup» Vereinsmannschaften gegeneinander. Am diesjährigen Turnier spielen Teams aus der Schweiz, Deutschland, Polen, Luxemburg und Japan. Veranstaltet werden die Meisterschaften von der «International Indiaca Association» (IIA).



