Olympia-Teilnehmer zu Besuch
13.09.2024 SportKunstturnen | Schweizermeisterschaften der Mannschaften finden in Liestal statt
Wenn nächste Woche kantonale Teams im Kunstturnen gegeneinander antreten, sind auch die Olympia-Teilnehmer Matteo Giubellini und Florian Langenegger dabei. OK-Mitglied Emanuel Senn ...
Kunstturnen | Schweizermeisterschaften der Mannschaften finden in Liestal statt
Wenn nächste Woche kantonale Teams im Kunstturnen gegeneinander antreten, sind auch die Olympia-Teilnehmer Matteo Giubellini und Florian Langenegger dabei. OK-Mitglied Emanuel Senn erklärt, dass der Wettkampf dieses Jahr eine neue Regel hat.
Luana Güntert
Am Wochenende des 21. und 22. Septembers finden die Schweizermeisterschaften im Kunstturnen der Mannschaften in Liestal statt. Dabei stellen nicht die Vereine die Teams, sondern die Kantone. Für einen Kanton können mehrere Teams starten. Geturnt wird in den Nationalligen A, B und C, wobei es in der Nati A um den Schweizer-Meister-Titel geht.
Den Anfang machen die Männer, die am Samstag in 18 Teams gegeneinander antreten. «Das Favoritenteam ist definitiv ‹Aargau 1›», sagt Emanuel Senn vom Organisationskomitee. Mit Matteo Giubellini und Florian Langenegger sind gleich zwei Olympiateilnehmer ein Teil des Teams. «Aber auch ‹Zürich 1› hat Chancen auf den Titel, hat es doch eine Mannschaft, gespickt mit Nationalkader-Athleten», sagt Senn.
Persönlich erhoffe er sich natürlich, dass das Baselbieter Team, das NKL, den Sprung aufs Podest schafft. «Zu Hause in Liestal wäre das natürlich eine grosse Sache.» Bei den 20 Frauenteams, die am Sonntag ihren Wettkampf austragen, favorisiert Senn ebenfalls «Aargau 1» und «Zürich 1», wo Nationalmannschafts-Athletinnen vertreten sind. Das Baselbiet startet bei den Frauen mit einem sehr jungen Team in der Nationalliga C.
Ein Team besteht aus mindestens sechs Mitgliedern, wobei pro Gerät fünf an den Start gehen. Von diesen fünf Turnerinnen oder Turnern fliessen die besten vier Resultate in die Wertung. Dieses Jahr gibt es zudem eine neue Regel: «Jede Mannschaft kann einen Joker-Turner haben», sagt Senn. Jener Joker werde direkt vor dem Gerät bestimmt und das Resultat des Jokers zähle dann doppelt. «Dies ermöglicht den Teams Strategiespiele», erklärt Senn.
Die Geräte der Team-Schweizermeisterschaften unterscheiden sich von den Einzel-Meisterschaften nicht. So turnen die Männer auf sechs Geräten (Ringe, Boden, Sprung, Barren, Reck und Pauschenpferd) und die Frauen auf vier (Sprung, Boden, Stufenbarren und Schwebebalken).
Halle wird zum «Kessel»
Das OK besteht zu einem grossen Teil aus Mitgliedern des NKL und wird von Personen des TV Ziefen unterstützt. Apropos: Mit Janick Brunner und den beiden Munsch-Brüdern Jonas und Benaja sind für das Baselbieter Team NKL-Athleten dabei, die mittlerweile beim TV Ziefen zu Hause sind. Auch der Maispracher Turner Jan Imhof wird für das Baselbieter Team in der Nationalliga A antreten.
Vor rund zwei Jahren begann das OK mit der Planung. Dabei musste die Frenkenhalle in Liestal reserviert werden, die für Senn optimale Bedingungen bietet. «In der Halle hat es zwei Tribünen, sodass den Turnenden von zwei Seiten her zugeschaut wird. Das erzeugt dann den berüchtigten ‹Kessel›, den die Athletinnen und Athleten so lieben.» Pro Tag rechnet Senn mit rund 800 Kunstturn-Fans.
Bei der Planung gab es für das OK einige Herausforderungen. «Die Finanzen waren immer ein Thema», sagt Senn. Es werde immer schwieriger, genügend Geld für Anlässe zu beschaffen. Aber auch das Suchen von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern war nicht einfach. «Umso dankbarer sind wir, dass uns Turnvereine am Anlass unterstützen.» Neben der Planung vor Ort in Liestal musste sich das OK regelmässig mit dem Schweizerischen Turnverband (STV) absprechen, was viel Abstimmung brauchte und ebenfalls eine kleine Herausforderung darstellte.
Senn freut sich auf die Schweizermeisterschaften in Liestal, vor allem weil er sich an keine in der Baselbieter Kantonshauptstadt erinnern kann. «Es gab einmal eine in Lausen und eine in Muttenz, aber das ist schon lange her, da war ich selber noch aktiv», sagt er.
Senn hofft auf einen reibungslosen Ablauf der Wettkämpfe und darauf, dass auch die geplanten «Side-Events» Anklang finden. Für diese hat sich das OK je ein medizinisches und ethisches Thema ausgesucht. Am Samstag findet ein Treffen des «Medical Boards» des STV statt. Das Ziel ist es, einen besseren Austausch zwischen allen im medizinischen Bereich der Stützpunkte und im STV involvierten Personen zu ermöglichen. Dazu gibt es eine Diskussionsrunde und einen Apéro.
Am Sonntag steht ein Meeting für die Präventionsverantwortlichen der Stützpunkte an. Ziel dieses Treffens ist es, Aufgaben und Verantwortlichkeiten dieser Funktion gemeinsam zu besprechen, Wissen im Bereich Ethik und Prävention zu teilen sowie Interessen bei den Anwesenden abzufragen.

