Gutbürgerliche schweizerisch-italienische Küche bleibt Konzept
Mit einer sanften Renovation will das neue Pächterpaar den erfolgreichen Itinger Gasthof weiterführen. Die Küche soll an das schweizerisch-italienische Angebot anschliessen. Mittelfristig sollen wieder ...
Gutbürgerliche schweizerisch-italienische Küche bleibt Konzept
Mit einer sanften Renovation will das neue Pächterpaar den erfolgreichen Itinger Gasthof weiterführen. Die Küche soll an das schweizerisch-italienische Angebot anschliessen. Mittelfristig sollen wieder mehr Zimmer im Hotelbetrieb angeboten werden.
Peter Sennhauser
Sie sind keine Anfänger: Das Ehepaar Kemal und Nülüfer Görgülü, das den Itinger «Ochsen» von der Besitzerfamilie Kirmizitas gepachtet hat und ihn seit Juli betreibt, kennt sich im Gastgewerbe aus. Beide leben seit Jahrzehnten in der Schweiz und haben in Restaurants gearbeitet; zuletzt habe er, erzählt Kemal Görgülü, mit seinem Cousin das «Tramstübli» in Pratteln geführt.
Dann kam das Angebot für die Pacht des «Ochsen», und Görgülüs haben sich mit Ibrahim Kirmizitas geeinigt und den Betrieb von dessen Lebenswerk übernommen. In der Küche wirkt der ebenfalls seit Jahren in der Region tätige Johnny Balaban, der unter anderem im Restaurant «Dorenbach», im «Casa Nostra» in Basel und in der Liestaler «Stadtmühle» tätig war.
Am Angebot will das neue Wirtepaar wenig ändern; neben der grossen Auswahl an Cordon bleu finden sich andere Varianten der gutbürgerlichen Küche, vor allem «verschiedene Speisen vom heissen Stein», sagt Kemal Görgülü. Weiterhin sind über Mittag vier verschiedene Lunch-Menüs zu haben, und natürlich steht Pizza weiterhin auf der Speisekarte. Das Restaurant und die Aussensitzplätze sollen im kommenden Jahr leicht renoviert und mit neuem Mobiliar ausgestattet werden, so Kemal Görgülü, der sich und sein Team soeben mit einem Apéro der Itinger Dorfbevölkerung vorgestellt hat.
Vom «Hotel» zum «Gasthof»
Der Itinger «Ochsen» hat eine lange Vergangenheit. Ursprünglich ein Etappen-Gasthof an der Nord-Süd-Reiseroute durchs Baselbiet an der «Landstrasse» am Kopfende des T-förmigen Itinger Dorfkerns, schaffte das Haus dank einer riesigen orangen «HOTEL»-Leuchtschrift den Übergang ins Autobahn-Zeitalter: Nach der Eröffnung der A2 lag der Gasthof zwar nicht mehr direkt an der Reiseroute, aber der Schriftzug war von der Schnellstrasse auf der anderen Talseite aus gut zu sehen, und der Gasthof dank der Ausfahrt Sissach direkt erschlossen.
Zu seiner grossen Blüte aber kam der «Ochsen» erst mit der Übernahme durch die Familie Kirmizitas in den 1980er-Jahren: Sie machte aus dem etwas heruntergekommenen Gasthof in kurzer Zeit ein beliebtes Restaurant mit währschafter, gutbürgerlicher Küche und Pizzeria. Inhaber Ibrahim Kirmizitas orientierte sich kompromisslos an der hiesigen Mentalität, belebte mit seiner Offenheit das Stammgeschäft und das Dorfleben – und erarbeitete sich mit der ganzen Familie und der Crew auch im Internetzeitalter einen Top-Platz bei «Tripadvisor» und Co. Im Juli dieses Jahres hat er als Eigentümer den Gasthof seinem Pächter-Ehepaar übergeben, bleibt Itingen aber zusammen mit seiner Frau im Ruhestand erhalten.