Nun warten drei Matchpucks
26.02.2026 Sport, EishockeyDer EHC Zunzgen-Sissach hat im zweiten Spiel des Gruppenfinals gegen Zuchwil eine effiziente Leistung gezeigt. Mit dem 6:2-Auswärtssieg haben sich die Oberbaselbieter eine hervorragende Ausgangslage für die dritte Partie heute Abend erspielt.
Luana ...
Der EHC Zunzgen-Sissach hat im zweiten Spiel des Gruppenfinals gegen Zuchwil eine effiziente Leistung gezeigt. Mit dem 6:2-Auswärtssieg haben sich die Oberbaselbieter eine hervorragende Ausgangslage für die dritte Partie heute Abend erspielt.
Luana Güntert
Der Dosenöffner – in den vergangenen Partien suchte der EHC Zunzgen-Sissach öfters lange danach. Beim zweiten Spiel des Gruppenfinals gegen den EHC Zuchwil Regio am Dienstagabend lag er nicht nur bereit – er war überflüssig. Denn was serviert wurde, war kein Konservenhockey, sondern ein sportliches Offenbier: Bereits nach zwölf Sekunden netzte Silian Gyger zur Führung für ZS ein.
Bei nur einem Schluck blieb es nicht: Es folgte ein nahezu ununterbrochener Zug aufs gegnerische Tor und konzentrierte 60 Minuten der Gäste in der Zuchwiler Regiobank Arena. Mit zwei, drei und einem Tor pro Drittel sowie nur zwei Gegentoren im gesamten Spiel siegten die Oberbaselbieter 6:2 und legten in der «Best of Five»-Serie 2:0 vor. ZS würde mit einem Sieg in Spiel 3 heute Abend (20.15 Uhr, Kunsteisbahn Sissach) also in den Zentralschweizer Final einziehen.
«Wir haben von Anfang an unser Spiel durchgezogen», sagte David Arm nach der Partie. Der 22-Jährige war zu Beginn der Saison zum EHC Zunzgen-Sissach gestossen und erzielte vorgestern in der 29. Minute das Tor zur zwischenzeitlichen 3:0-Führung. «Uns war klar, dass die Zuchwiler diesmal aggressiv auf uns zustürmen würden und nicht passiv bleiben wie beim ersten Finalspiel auf der ‹Kunsti›.»
Die Solothurner Offensive zeigte sich zwar engagiert, doch durch die ZS-Verteidigung kam sie selten durch. Die Defensive stand hoch, um das Aufbauspiel der Gäste früh zu stören. Dies gelang nicht immer – doch das frühe Verteidigen eröffnete den Oberbaselbietern immer wieder Lücken vor dem gegnerischen Tor. «In der Verteidigung waren wir sehr aufsässig und liessen wenig zu. Und im Angriff war unsere Chancenauswertung viel besser als am Samstag», sagte Arm. «Wir konnten bei den Angriffen jeweils gut nachsetzen.»
Mitteldrittel als Schlüsselmoment
Besonders im Mitteldrittel lief es ZS gut. Zu Beginn musste sich die Mannschaft einer doppelten Unterzahl stellen. Ueli Dietrich, Remo Hunziker und Raoul Seiler wehrten alles ab, was auf sie und Goalie Michele Lepori kam. Wenig später stand ZS selbst mit zwei Mann mehr auf dem Eis – und nutzte die Situation konsequent: David Arm, Mattia Di Biase, Remo Hunziker, Raoul Seiler und Marco Model setzten den Gegner unter Druck, sodass Arm nach 28 Sekunden zu seinem siebten Saisontreffer kam. Vier beziehungsweise fünf Minuten später waren es nochmals Silian Gyger sowie Marco Model, die das Score auf ein zwischenzeitliches 5:0 für Zunzgen-Sissach hochschraubten. Nach diesem Tief wechselte Zuchwil den Goalie: Flavio Müller raus, Jean-Luc Chéhab rein.
Der Wechsel und das genommene Time-out zeigten Wirkung. Zuchwil kam offensiver zurück aufs Eis und übernahm erstmals das Spielgeschehen. Angriff um Angriff rollte nun auf ZS zu, und in der Defensive liessen die Solothurner kaum etwas anbrennen. Nicht einmal eine fünfminütige Überzahl konnte ZS ausnutzen. Dafür erzielte Zuchwil nach 52 Minuten seinerseits erstmals ein Powerplay-Tor und profitierte dabei davon, dass ein zusätzlicher Feldspieler den Goalie ersetzte.
Trotz der Zuchwiler Dominanz in der Schlussphase erzielte Remo Hunziker kurz darauf sein zweites persönliches Tor. Die Solothurner verkürzten nochmals – sogar in Unterzahl. «Das letzte Drittel hat uns gefordert», sagte David Arm. «Wenn es gut läuft, besteht immer die Gefahr, dass man anfängt zu ‹künsteln› und das Spiel unnötig kompliziert macht.»
Das «Künsteln» zeigte sich vor allem kurz nach dem 5:0, als ZS mutig, teils leichtsinnig, auf spezielle Spielzüge setzte und von weitem auf das Zuchwiler Tor schoss – erfolglos.
Showdown heute Abend
Trotz des nicht idealen Schlussdrittels zeigte sich Arm zufrieden: «Es war sicher unser bestes Spiel gegen Zuchwil diese Saison und eines unserer besten insgesamt.»
Wie geht das Team heute in die Partie, wenn ein Sieg nicht zwingend nötig ist? «Wir wollen an unserem Spiel festhalten und Spass haben. Dann wird es klappen», so Arm. Die Play-offs gehen dem Team noch nicht an die Substanz. «Ich hoffe, wir können uns während der Fasnacht etwas zurückhalten und heute Abend den Sack zumachen.»
TELEGRAMM
EHC Zuchwil Regio – EHC Zunzgen-Sissach 2:6 (0:2; 0:3; 2:1). Eishalle: Zuchwil. Zuschauer:
152. Schiedsrichter: Schädler, Hofer. Tore: 1. Gyger (Seiler, Hunziker) 0:1; 10. Hunziker (Gyger, Lenz) 0:2; 29. Arm (Hunziker, Seiler/Ausschlüsse K. Niederhauser und Tanner) 0:3; 33. Gyger (Lenz, Hunziker) 0:4; 34. Model 0:5; 53. Keller (K. Niederhauser/Ausschluss M. Niederhauser) 1:5; 55. Hunziker (Seiler, Model) 1:6; 57. T. Niederhauser 2:6. Strafen: 6-mal 2 Minuten und 1-mal 5 Minuten gegen Zuchwil, 8-mal 2 Minuten gegen ZS.
Zunzgen-Sissach: Lepori; Di Biase, Dietrich; C. Lanz, Gusset; Lenz, Wyser; Schneider; Hunziker, Seiler, Gyger; Spreyermann, Model, J. Lanz; M. Niederhauser, R. Müller, D. Müller; Imhof, Arm, Bertschy.

