Neues «Dorf» für etwa 600 Einwohner
08.05.2026 LausenDas Wohnquartier «edlematt» soll ab dem Jahr 2030 in vier Etappen gebaut werden
Auf dem Areal «Im Stutz» in Lausen soll ab 2030 das Wohnquartier «edlematt» in Etappen für etwa 600 Einwohnerinnen und Einwohner entstehen. Das Projekt setzt auf eine ...
Das Wohnquartier «edlematt» soll ab dem Jahr 2030 in vier Etappen gebaut werden
Auf dem Areal «Im Stutz» in Lausen soll ab 2030 das Wohnquartier «edlematt» in Etappen für etwa 600 Einwohnerinnen und Einwohner entstehen. Das Projekt setzt auf eine zeitgemässe Entwicklung und ersetzt den mehr als 30 Jahre alten Quartierplan «Im Stutz».
Willi Wenger
Das geplante neue Wohnquartier «edlematt» in Lausen wurde am Mittwoch im Rahmen eines Informationsanlasses erstmals vorgestellt. Gegen 150 Besucherinnen und Besucher liessen sich darüber informieren, wie das «neue Dorf im Dorf» dereinst aussehen soll. Geplant sind rund 250 bis 280 Miet- und zum Teil auch Eigentumswohnungen in unterschiedlichem Standard. «Es wird in diesem Sinne ein guter Mix entstehen», sagte Michel Gerber von der Investorin Avadis Anlagestiftung, die auch Eigentümerin des Terrains ist.
Das Projekt, das den über 30 Jahre alten Quartierplan «Im Stutz» ersetzt, wurde als richtungsweisend bezeichnet: Es setzt auf eine zeitgemässe, besser in die Umgebung eingebettete Entwicklung mit grosszügigen, öffentlich zugänglichen Freiräumen. Die «edlematt» soll auf einer Fläche von 36 000 Quadratmetern realisiert werden. Statt grossflächiger, gleichförmiger Zeilenbauten, wie sie im heute rechtskräftigen Quartierplan «Im Stutz» aus dem Jahr 1992 vorgesehen sind, ist das neue Projekt in vier kleinere Gebäudegruppen gegliedert.
Es sei, so Gemeindepräsident Peter Aerni, an sich nichts Neues, dass die Entwicklung heute vor Ort voranschreite. «Wir begrüssen das neue Bebauungskonzept, weil das alte nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht – unter anderem überzeugen uns die nachhaltige Bauweise, die Energieversorgung, die Einbettung ins Quartier sowie mehr Grün.» Aerni fügte an, dass Lausen bei einer Realisierung auch «den Rahmen» – etwa Wasserversorgung, Verkehr, Schulraum oder Infrastrukturen generell – im Griff habe. «Wir sind uns dessen bewusst und als Behörde dauernd an diesen Themen dran.»
Vier Gebäudegruppen
Das neue Projekt ist in vier kleinere Gebäudegruppen gegliedert. Diese funktionieren laut Gerber als eigenständige Nachbarschaften und bilden zusammen ein lebendiges Quartier mit dörflichem Charakter. Dazwischen entstehen grosszügige Grün- und Freiflächen mit Aufenthaltsqualität. Gerber betonte zudem, dass es von Anfang an für Architekten und Planer klar gewesen sei, dass die Rücksichtnahme auf die Nachbarschaft das A und O des Projekts sei.
Gebaut werden sollen primär Dreieinhalb- und Viereinhalbzimmerwohnungen mit verschiedenen Wohnansprüchen in drei- bis fünfgeschossigen Häusern. Diese sind verbunden mit durchlässigen, öffentlich zugänglichen Bereichen, die auch der Lausner Bevölkerung zur Verfügung stehen. Dieser «Quartierpark» sei für Umwelt und Ökologie ein Gewinn, sagte Pascal Gysin von der pg landschaften GmbH in Sissach. «Naturnahe Grünflächen, biodiversitätsfördernde Elemente und ein klimaangepasster Umgang mit Wasser tragen dazu bei, ein nachhaltiges und zukunftsorientiertes Quartier zu entwickeln.» Gysin erwähnte zudem, dass Autos in Tiefgaragen unterkommen und 25 bis 30 Besucherparkplätze zur Verfügung stehen werden.
Gemeindepräsident Aerni informierte schliesslich über den groben Zeitplan. Im Februar kommenden Jahres soll die kantonale Vorprüfung erfolgen, danach folgen ein Mitwirkungsverfahren und im März 2028 der Gemeindeversammlungsbeschluss. Gegen Ende 2028 soll der Regierungsrat darüber befinden. Als Baustart nannte Aerni das Jahr 2030.
Auch kritische Stimmen
en. Obwohl das Projekt vom Gros der Besuchenden positiv aufgenommen wurde, gab es auch kritische Voten. Diese betrafen allerdings nicht in erster Linie das neue Projekt, sondern vor allem das bestehende Gebiet «Stutz Nord». Dort liege vieles im Argen – unter anderem sei der Zustand der Einstellhalle und zum Teil auch der Wohnungen nicht akzeptabel. Ein Mann äusserte, die Avadis Anlagestiftung, die dort ebenfalls Eigentümerin ist, solle besser zuerst die dortige Infrastruktur sanieren, bevor sie die «edlematt» in Angriff nehme. Mehrere Personen waren sich einig: Das dort «zerschlagene Glas» wäre zeitnah zu ersetzen.



