Neue Folie für das Aussenbecken
20.10.2026 GelterkindenSanierungsarbeiten im Schwimmbad machen Forschritte
Im grossen Schwimmbecken der Gelterkinder Badi wird diesen Herbst und Winter die undichte Folie ersetzt. Bis zum Beginn der Freibadsaison sollen die Bauarbeiten beendet sein. Die Debatte um die Sanierungsart hatte für heisse ...
Sanierungsarbeiten im Schwimmbad machen Forschritte
Im grossen Schwimmbecken der Gelterkinder Badi wird diesen Herbst und Winter die undichte Folie ersetzt. Bis zum Beginn der Freibadsaison sollen die Bauarbeiten beendet sein. Die Debatte um die Sanierungsart hatte für heisse Diskussionen gesorgt.
Lea Wieser
Während das Kreischen einer Säge den Aussenbereich des Gelterkinder Schwimmbads mit Lärm erfüllt, entfernt ein Baggerfahrer den Beton rund um das grosse Schwimmbecken. Im Becken selbst sind zwei Bauarbeiter daran, die blaue Folie am Rand und am Boden zu entfernen. Ein grosser Teil davon liegt bereits am Beckenrand, bereit für die Entsorgung.
«Bislang sind wir dem Zeitplan sogar ein Stückchen voraus», sagt Boris Niederhauser, Bauleiter der Sanierungsarbeiten, die gegenwärtig im Gelterkinder Freibad stattfinden, zur «Volksstimme». Insgesamt werde die Sanierung rund ein halbes Jahr dauern. «Den Abbruch des Betonumgangs und das Entfernen der alten Folie gilt es zuerst zu Ende zu bringen. Der Plan ist, bis zum Jahresende mit dem Rückbau fertig zu sein, damit wir ab Januar mit dem Aufbau beginnen können.» Im neuen Jahr sollen die Ablaufrinne erneuert und die neue Folie, gemäss Zeitplan im März, eingesetzt werden. Bis zur Saisoneröffnung im Mai sollen die Bauarbeiten beendet und das Aussenschwimmbecken wieder zugänglich sein.
Obwohl ein wesentlicher Teil der Arbeiten im Winter ausgeführt wird, wird das Wetter laut Niederhauser kaum für Komplikationen sorgen: «Der Winter müsste dafür etwa gleich extrem ausfallen wie der diesjährige Sommer», so der Bauleiter.
Grund für die Sanierung war, dass die alte Folie spröde wurde, was zu undichten Stellen führte. Ihre durchschnittliche Lebensdauer von 20 Jahren hat die Folie mit einem Alter von fast 35 Jahren längst überschritten. Eingebaut wurde sie bei der Sanierung im Jahr 1991.
«Dass eine Erneuerung nötig ist, wussten wir schon lange», erklärt der Gelterkinder Gemeindepräsident Christoph Belser. Seit einigen Jahren habe man regelmässig undichte Stellen ausbessern müssen. Auch die Umlaufrinne sei jedes Jahr für einige Tausend Franken repariert worden. Während diese Unterhaltskosten für die Gemeinde tragbar gewesen seien, hätten sie sich dennoch von Jahr zu Jahr summiert.
Risiko wurde stetig grösser
Aufgrund der spröden Folie sei insbesondere das Risiko eines Totalausfalls des Beckens jedes Jahr gestiegen. «Das galt es zu verhindern, weshalb nun der Zeitpunkt für die Sanierung gekommen ist», fügt Belser hinzu.
Bei der Bewilligung des Kredits für die Sanierung des Beckens stand zunächst ein Chromstahlbecken im Vordergrund. Nach dem Entscheid der Gemeindeversammlung dagegen wurde ein angepasstes Finanzierungsgesuch an den Kanton gestellt: «Wir haben eine Zusage für 284 000 Franken erhalten. Die Beitragsermittlung war dabei für beide Gefässe identisch», teilt der Gemeindepräsident mit. Der Beitrag fliesse aus dem Swisslos-Sportfonds.
Die Frage nach der Art der neuen Beckenauskleidung ist im vergangenen Jahr in der Gemeinde heiss diskutiert worden. Während der Gemeinderat sich für ein Chromstahlbecken ausgesprochen hatte, entschieden sich die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger an der Gemeindeversammlung vom 18. Juni 2025 mit einer klaren Mehrheit von 69 Ja- gegen 13 Nein-Stimmen für eine Folienauskleidung.
Zwei Punkte, welche die Sanierung zum Chromstahlbecken beinhaltet hätte, können bei der Folienauskleidung nicht umgesetzt werden. Zum einen wäre ein Wechsel von horizontaler zu vertikaler Durchströmung des Beckens vorgesehen gewesen. Eine vertikale Durchströmung stelle den heutigen Standard für öffentliche Schwimmbecken dar und garantiere eine ideale hydraulische Effizienz für die Wasserumwälzung, so Belser.
Kürzere Lebensdauer
Zum anderen wäre bei Chromstahl die Beckengeometrie angepasst worden, was zu einer optimierten Wassermenge für die Umwälzung geführt hätte. Diese beiden Aspekte hätten zu einem geringeren Stromverbrauch geführt – allerdings in einem Ausmass, das laut Christoph Belser für die Steuerzahlenden nicht spürbar gewesen wäre. Mit der Folienvariante bleibe es nun bei der horizontalen Durchströmung. Da die Rücklaufrinnen ausgebaut werden, werde die Wasserumwälzung zwar nicht auf den neuesten Stand gebracht, aber dennoch zweckerfüllend sein.
Für die Bevölkerung entscheidend könnte die Langlebigkeit der Folienauskleidung werden, da diese im Vergleich zur Chromstahlvariante durchschnittlich eine weitaus kürzere Lebensdauer hat. «Schlussendlich zählt aber, was die Einwohnerinnen und Einwohner wollen», meint Gemeindepräsident Belser. «Ich bin überzeugt, dass wir die Folienvariante nun ordentlich umsetzen werden und so auch die aufgetretenen Probleme beheben können.»

