Neue Event-Reihe mit Jennifer Bosshard
24.02.2026 MaisprachNach ihrem Abgang bei SRF findet Moderatorin aus Maisprach eine neue Bühne
Moderatorin Jennifer Bosshard startet in Basel die neue Gesprächsreihe «Küchlin Matinée». Das Format soll frischen Wind in den Basler Kulturkalender bringen und setzt auf inspirierende ...
Nach ihrem Abgang bei SRF findet Moderatorin aus Maisprach eine neue Bühne
Moderatorin Jennifer Bosshard startet in Basel die neue Gesprächsreihe «Küchlin Matinée». Das Format soll frischen Wind in den Basler Kulturkalender bringen und setzt auf inspirierende Gäste in historischem Ambiente.
Wendy Maltet
Vor mehr als 100 Jahren begegneten sich im legendären «Saal 1» des damaligen Küchlin-Variété-Theaters Artistik, Zeitgeist und gesellschaftlicher Austausch. Genau an diese Basler Tradition knüpft nun die neue Event-Reihe «Küchlin Matinée» an. An ausgewählten Sonntagmorgen soll der geschichtsträchtige Ort wieder zur Bühne für inspirierende Begegnungen werden.
Die Idee dazu trug Christoph Hablützel bereits seit rund drei Jahren mit sich. Lange fehlten jedoch passende Partner und eine geeignete Location. Erst im vergangenen Herbst kam Bewegung ins Projekt: Hablützel kontaktierte Jennifer Bosshard, nachdem diese infolge der Absetzung des SRF-People-Magazins «Gesichter und Geschichten» ihre Moderationsstelle verloren hatte. Gemeinsam mit Saalbetreiber Oliver Martinez, Inhaber der Saal 1 GmbH, fand sich schliesslich der passende Austragungsort.
Bereits in diesem Jahr wollen Bosshard und Hablützel fünf Matinees durchführen. Die Reihe soll sich mittelfristig als fester Bestandteil im Basler Kulturleben etablieren.
Gespräche mit Menschen
An den fünf Sonntagen im Jahr empfangen die beiden Gastgeber Persönlichkeiten aus Gesellschaft, Kultur, Medien, Wirtschaft und Wissenschaft. Die «Küchlin Matinée» versteht sich dabei als Bühne für Menschen, Meinungen und besondere Momente: sorgfältig moderiert, geistreich und unterhaltend zugleich.
Das Publikum erwartet jeweils ein Gesprächsformat im stilvollen Saal-1-Ambiente, gefolgt von der Möglichkeit zu einem ungezwungenen Gettogether mit Apéro riche in der Brasserie Küchlin. Unterstützung erhält die Reihe aus der Stadt, unter anderem vom «Les Trois Rois». Die eingeladenen Gäste erhalten zwar keine Honorare, dafür ein Wohlfühl-Paket, das einen Kurzaufenthalt im Hotel sowie Limousinenservice beinhaltet.
Für Jennifer Bosshard ist das Projekt auch emotional besetzt. Das ehemalige Pathé Küchlin sei in ihrer Jugend «Dreh- und Angelpunkt» gewesen. Sie erinnert sich an erste Dates – «gute und schlechte». Mit dem neuen Projekt möchte sie vor allem eines vermitteln: Lust, Freude und neue Perspektiven für das Publikum.
Christoph Hablützel ergänzt den inhaltlichen Anspruch. Man wolle bewusst nicht nur lokale oder bereits häufig gesehene Persönlichkeiten einladen, sondern auch nationale und internationale Gäste, die man hier noch nicht oft erlebt habe. Sein Wunsch ist klar formuliert: «Es soll zum Fixstern im Basler Kulturkalender werden.» Angesprochen werden soll ein möglichst breites Publikum von jung bis alt.
Was die zwei ausdrücklich nicht wollen, sind politische oder kontroverse Diskussionen. Vielmehr soll eine Atmosphäre entstehen, in der sich die Besuchenden wohlfühlen und in welcher der traditionsreiche Saal 1 wieder neuen Glanz erhält.
Back to the roots
Der erste Anlass findet am 29. März statt. Zum Auftakt begrüssen Bosshard und Hablützel Manuela Kampp-Wirtz, Co-CEO des Burda Verlags, den Tamedia-Kommunikationschef Edi Estermann sowie die Trend- und Zukunftsforscherin Lena Papasabbas.
Für das laufende Jahr sind insgesamt fünf Veranstaltungen geplant. Ab 2026 soll die Reihe auf rund sechs Ausgaben pro Jahr im Zweimonatsrhythmus ausgebaut werden. Der Saal 1 bietet dabei Platz für 371 Gäste. Auch persönlich steht Jennifer Bosshard derzeit für einen Neustart. Seit ihrem Weggang beim SRF ist sie freiberuflich in der Medienwelt unterwegs. Parallel dazu hat sie sich auch räumlich neu orientiert: Gemeinsam mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter lebt sie heute in Sissach.
Aufgewachsen auf der anderen Seite des Hügels in Maisprach, ist die Rückkehr in die Region für sie fast ein Heimkommen – jedoch mit deutlich besseren Busverbindungen. So waren bei der Wahl auf Sissach unter anderem die guten Zugsverbindungen sowie die Nähe zu Basel und Zürich ausschlaggebend. «Man hat alles, was man braucht – Coop, Migros, Dorfbeck – und ist schnell in Basel oder auch Zürich», sagt Bosshard. Gleichzeitig wolle sie ihrem Kind ein Aufwachsen auf dem Land ermöglichen.
Mit der «Küchlin Matinée» verbindet Bosshard nun ihre berufliche Neuorientierung mit einem Ort voller persönlicher Erinnerungen – und setzt darauf, dass das neue Format schon bald zum festen Treffpunkt im Basler Kulturkalender wird.
