Nachwuchs treibt das Wachstum
17.09.2026 Sport, UnihockeyRekordzahlen schweizweit – auch in der Region mehr Lizenzen
Die Anzahl Spieler-Lizenzen im Unihockey haben schweizweit einen Rekordwert erreicht. Auch im Baselbiet steigen die Zahlen. Während für die Vereine dieser Tage die neue Saison beginnt, bleiben die Kapazitäten ...
Rekordzahlen schweizweit – auch in der Region mehr Lizenzen
Die Anzahl Spieler-Lizenzen im Unihockey haben schweizweit einen Rekordwert erreicht. Auch im Baselbiet steigen die Zahlen. Während für die Vereine dieser Tage die neue Saison beginnt, bleiben die Kapazitäten ein Thema.
Thomas Ditzler
Jeweils im Frühling kommuniziert Swiss Unihockey zum Saisonabschluss die Lizenzzahlen. Mit 36 469 lizenzierten Spielerinnen und Spielern vermeldete der Verband einen Höchststand. Mit einem Zuwachs von 774 Lizenzen im Vergleich zum Vorjahr wurde der bestehende nationale Aufwärtstrend fortgesetzt. Ein Trend, der sich auch auf das Baselbiet heruntergebrochen bestätigen lässt, wie Swiss Unihockey auf Anfrage der «Volksstimme» sagt. Das Baselbiet zählt so viele Lizenzierte wie seit 2020 nicht mehr. Getragen wird dieser Aufschwung mitunter von den steigenden Nachwuchszahlen. Von 618 Jugendlichen unter 18 Jahren im Jahr 2020 stiegen die Lizenzzahlen in diesem Bereich auf 665. Fast zwei von drei Lizenzierten sind unter 18 Jahre alt.
Mit derzeit 1072 Lizenzen wurde der Vor-Corona-Wert von 1020 im Baselbiet übertroffen. «Die Corona-Zeit hat das Unihockey in der Region sicherlich zwischenzeitlich etwas zurückgeworfen», sagt Patrick Mendelin. Im Nachwuchsbereich U12 und U14 habe in den vergangenen Jahren jedoch eine positive Entwicklung stattgefunden, so der Präsident des Verbands Unihockey Nordwestschweiz.
Mehr für Mädchen
Besonders bei den F-Junioren wurde in den vergangenen beiden Jahren an der Weiterentwicklung gearbeitet. Mit einer U12-Meisterschaft wurde ein Projektbetrieb lanciert, an dem auch viele Vereine aus dem Baselbiet teilnehmen. «Weitere Überlegungen stehen auch beim Angebot für Mädchen im Raum. Wir stellen fest, dass gerade bei den Mädchen viel Potenzial verloren geht, weil es noch zu wenig Möglichkeiten gibt», sagt Mendelin. Dafür sprechen auch die Erkenntnisse, die man beispielsweise beim TSV Bubendorf macht: «Den Mädchen fällt es nicht immer leicht, sich in den durchmischten Teams gegen die vielen Buben zu behaupten», sagt Roland Wahl, Sportchef Unihockey beim TSV Bubendorf.
Ob noch mehr Kinder und Jugendliche fürs Unihockey gewonnen werden können, hängt auch von den vorhandenen Kapazitäten ab, sagt Mendelin: «Hier stellen wir fest, dass einige Vereine in diesem Bereich eingeschränkt sind. In Gemeinden, in denen neue Hallenkapazitäten erschlossen werden konnten, stellen wir jedoch eine aufsteigende Tendenz fest.»
Freie Kapazitäten im Nachwuchsbereich zeigen sich derweil bei den Waldenburg Eagles wie auch beim TSV Bubendorf. «In gewissen Jahrgängen hätten wir durchaus noch Plätze frei, um weitere Kinder aufzunehmen», sagt Tamara Müller, Präsidentin der Waldenburg Eagles. Roland Wahl ergänzt: «Eine Warteliste haben wir zurzeit nicht. Im Gegenteil. Interessierte mit Jahrgang 2017 und jünger können derzeit bei uns direkt einsteigen.»
Das Flaggschiff zieht
Die vorhandenen Hallenkapazitäten bleiben dennoch eine der grössten Herausforderungen für die weitere Entwicklung in der Region, glaubt Mendelin. Neben genügend Trainingszeiten brauche es zusätzliche Trainerressourcen, sagt er. Potenzial für weiteres Wachstum sieht der Regionalverband insbesondere auch im unteren Kantonsteil, im Raum Liestal sowie in der Region Muttenz und Pratteln. «Auch das Laufental ist unihockeytechnisch bislang wenig erschlossen», so Mendelin. Der Verband prüfe deshalb, wie er die Entwicklung in den jeweiligen Gebieten unterstützen könne.
Eine zentrale Rolle in Bezug auf die Mitgliederzahlen sieht Mendelin beim Einstieg in die Sportart: «Kinder sollten eigentlich bereits im Alter von fünf oder sechs Jahren die Möglichkeit erhalten, Unihockey zu spielen.» Einige Vereine können Nachwuchsteams jedoch erst für ältere Kinder anbieten, was wiederum die Gefahr birgt, dass die Kinder in der Zwischenzeit bereits eine andere Sportart für sich entdeckt haben. «Wir haben im Kanton nach wie vor unausgeschöpftes Potenzial. Wollen wir weiter wachsen, brauchen wir aber die entsprechenden Ressourcen und den Platz», sagt Mendelin.
Dass die Region nach dem Verschwinden des einstigen Flaggschiffs Basel Magic von der Unihockey-Landkarte vor 18 Jahren mit Unihockey Basel Regio seit 13 Jahren wieder über ein regionales Aushängeschild verfügt, habe die Entwicklung der Sportart auch im Baselbiet vorangetrieben, glaubt Mendelin, der selber Mitglied der Geschäftsleitung und langjähriger Spieler von Basel Regio ist. Ob das Team letztlich in der höchsten nationalen Liga spiele oder – wie in dieser Saison nach dem Abstieg – in der Nationalliga B, spiele in Bezug auf die Strahlkraft keine so grosse Rolle. «Entscheidend ist, dass nach dem Rückzug von Basel Magic in der Region ein sportlicher Leuchtturm gefehlt hat und dieser wieder vorhanden ist.» Dies sei auch wichtig, damit sich der Breitensport weiterentwickeln könne.
Diese Entwicklung soll sich auch künftig in den Lizenzzahlen zeigen. Das Wachstum soll aber nicht an den Zahlen festgemacht werden: «Wichtig ist, dass der Unihockey-Sport generell weiter wächst.» Dazu zählt gemäss Mendelin auch, dass weitere Spielgefässe und damit weitere Einstiegsmöglichkeiten geschaffen werden, aus denen im besten Fall dann weitere Lizenzen resultieren.


