Nachhaltige Pflege
02.06.2026 PolitikNicole Spiegel-Roth, Landrätin SVP, Sissach/Allschwil
Es geht nicht nur im Baselbiet bei den Regierungsratswahlen um einen Richtungsentscheid, sondern mit der «Nachhaltigkeitsinitiative» auch auf nationaler Ebene. Ich arbeite in einem Beruf, der auf ...
Nicole Spiegel-Roth, Landrätin SVP, Sissach/Allschwil
Es geht nicht nur im Baselbiet bei den Regierungsratswahlen um einen Richtungsentscheid, sondern mit der «Nachhaltigkeitsinitiative» auch auf nationaler Ebene. Ich arbeite in einem Beruf, der auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen ist und stimme trotzdem mit Überzeugung Ja.
Die Pflege in der Schweiz steht schon seit längerer Zeit unter massivem Druck. Pflegefachpersonen kommen teilweise an ihr Limit, Spitäler und Altersheime kämpfen mit Personalmangel und gleichzeitig steigt die Belastung unseres Gesundheitswesens Jahr für Jahr weiter an. Wer heute über Nachhaltigkeit spricht, darf deshalb nicht nur an Klima oder Energie denken, sondern muss auch die Realität in der Pflege ernst nehmen. Genau hier setzt die «Nachhaltigkeitsinitiative» der SVP an.
Die Schweiz verzeichnet seit Jahren ein starkes Bevölkerungswachstum. Mehr Menschen bedeuten automatisch auch mehr Patienten, mehr Behandlungen, mehr Pflegebedarf und höhere Kosten im Gesundheitswesen. Doch das Pflegepersonal wächst nicht im gleichen Tempo mit. Bereits heute fehlen Tausende Fachkräfte. Die Folgen spüren nicht nur die Mitarbeitenden, sondern auch die Patienten. Für persönliche Betreuung, Gespräche oder menschliche Nähe bleibt oft kaum noch Zeit. Nachhaltigkeit bedeutet deshalb auch, unser Gesundheitswesen vor einer Überlastung zu schützen.
Es ist nicht nachhaltig, wenn die Bevölkerung ständig wächst, während Infrastruktur, Wohnraum und Pflegekapazitäten an ihre Grenzen geraten. Bereits heute stossen Spitäler, Notfallstationen und Pflegeeinrichtungen vielerorts an ihre Belastungsgrenzen. Gleichzeitig steigen die Krankenkassenprämien jedes Jahr weiter an – eine enorme Belastung für Familien, Rentner und den Mittelstand. Die Schweiz braucht deshalb eine Politik mit Verantwortung und Augenmass.
Die «Nachhaltigkeitsinitiative» fordert keine Abschottung (eine Einwanderung von 40 000 Personen pro Jahr ist weiterhin möglich), sondern eine Entwicklung, die sich an den tatsächlichen Möglichkeiten unseres Landes orientiert. Denn ein kleines Land mit begrenztem Raum und begrenzten Ressourcen kann nicht unbegrenzt wachsen, ohne dass die Lebensqualität darunter leidet.
Gute Pflege braucht Zeit, genügend Personal und stabile Strukturen. Wer das Gesundheitssystem dauerhaft funktions- fähig erhalten will, muss auch den Mut haben, die Ursachen der Überlastung anzusprechen. Dazu gehört das starke Bevölkerungswachstum ebenso wie die zunehmende Verdichtung unseres Landes.
Nachhaltigkeit heisst, Verantwortung gegenüber den Menschen zu übernehmen, die unser Land tragen – auch im Gesundheitswesen. Am 14. Juni geht es deshalb um die Frage, welche Schweiz wir unseren Kindern hinterlassen wollen: mit funktionierenden Spitälern, menschlicher Pflege und tragbaren Gesundheitskosten – oder mit Systemen, die zunehmend an ihre Grenzen geraten.
Die «Nachhaltigkeitsinitiative» setzt ein Zeichen für Verantwortung, Stabilität und eine lebenswerte Schweiz. Gerade auch im Interesse unserer Pflege. Stimmen Sie noch heute Ja zur «Nachhaltigkeitsinitiative» und wählen Sie im Sinne des Baselbiets Matthias Liechti in die Regierung.
In der «Carte blanche» äussern sich Oberbaselbieter National- und Landratsmitglieder sowie Vertreterinnen und Vertreter der Gemeindebehörden zu einem selbst gewählten Thema.

