Nach den Wahlen ist vor den Wahlen
09.10.2026 PolitikAdrian Ammann, Gemeindepräsident Känerkinden, parteilos
Die Ersatzwahl vom 14. Juni ist Geschichte. Doch Matthias Liechti als neuer Regierungsrat war noch nicht im Amt, da kam schon wieder grosse Dynamik in die Regierungsratswahlen. Mit der Ankündigung ...
Adrian Ammann, Gemeindepräsident Känerkinden, parteilos
Die Ersatzwahl vom 14. Juni ist Geschichte. Doch Matthias Liechti als neuer Regierungsrat war noch nicht im Amt, da kam schon wieder grosse Dynamik in die Regierungsratswahlen. Mit der Ankündigung von Anton Lauber, bei den Erneuerungswahlen im kommenden April nicht mehr anzutreten, beginnt das Ringen um einen frei werdenden Regierungsratssitz von vorne.
Ich habe den Überblick verloren, welche Parteien sich nur wenige Tage nach der Ankündigung bereits ins Rennen brachten. Klar, bei Erneuerungswahlen haben immer einige Parteien oder zumindest gemeinsame Listen den Versuch gestartet, einen Sitz zu erobern. Aktuell erscheint mir die Unruhe aber eher einem Wirrwarr an Anspruchsgruppen für diesen Sitz. Ja, es ist noch nicht viel Zeit vergangen, und die Parteien loten natürlich ihre Kandidaten aus. Das sollte auch so sein.
Aktuell sind im Regierungsrat die Parteien SP, EVP, «Mitte», FDP und SVP vertreten. Eigentlich eine gute Durchmischung der Parteien von «Links» nach «Rechts». Nun wird also der Sitz der «Mitte» frei. Eigentlich könnte man meinen, es ist klar, dass wieder eine Person der «Mitte» nachrücken muss. Bei einigen der letzten Wahlen für einen frei werdenden Regierungsratssitz kam es aber zu Verschiebungen der Parteien, was teilweise auch mit den jeweiligen politischen Kräfteverhältnissen zusammenhing oder die Person eine genügend breite Stimmbevölkerung hinter sich bringen konnte. Bei Gesamterneuerungswahlen kam es 2011 das letzte Mal – ich hoffe, ich habe richtig recherchiert – zu einer Abwahl eines amtierenden Regierungsrats. Dies ist natürlich keiner Regierungsrätin oder keinem Regierungsrat zu wünschen. Stecken doch sehr viel Arbeit und Energie in ihren täglichen Aufgaben.
Spannend zu sehen wird sicherlich, ob sich der Wähleranteil der Parteien bei den Landratswahlen auch in den Regierungsratssitzen spiegeln wird. Dies war nicht immer so, ist heute auch nicht so und wird, wie schon geschrieben, stark von den nominierten Persönlichkeiten abhängen. Interessant wird also, welche Parteien welche Persönlichkeiten ins Rennen schicken werden. Dabei wird es eben nicht nur auf die parteiinterne Ausrichtung und Wünsche an- kommen, sondern fast noch mehr auf die Tragbarkeit der Person über die Parteigrenzen hinaus. Zu bedenken gibt es hier, dass es auch Einwohnerinnen und Einwohner im Kanton gibt, die eine Person und nicht eine Partei wählen. Auch ich darf fünf Namen auf den Zettel schreiben, und keine Partei oder kein «Partei-Bündnis» wird wohl fünf Kandidatinnen oder Kandidaten hervorzaubern können.
Seien wir also gespannt auf die Kandidatinnen und Kandidaten der jeweiligen Parteien und freuen uns darauf, die Wahlzettel für die Wahlen mit den bestmöglichen Persönlichkeiten ausfüllen zu dürfen und somit unsere Regierung wieder arbeiten zu lassen.
In der «Carte blanche» äussern sich Oberbaselbieter National- und Landratsmitglieder sowie Vertreterinnen und Vertreter der Gemeindebehörden zu einem selbst gewählten Thema.

