Müllers Saison endet im Play-in
19.03.2026 Sport, EishockeyElvis Schläpfer spielt mit Ajoie gegen den Abstieg
Der EHC Biel ist dem SC Bern unterlegen und verpasst erneut die Play-offs. Damit endet die Saison für Nicolas Müller schon kurz nach der Genesung von seiner Schulterverletzung. Elvis Schläpfer spielt dagegen mit Ajoie ...
Elvis Schläpfer spielt mit Ajoie gegen den Abstieg
Der EHC Biel ist dem SC Bern unterlegen und verpasst erneut die Play-offs. Damit endet die Saison für Nicolas Müller schon kurz nach der Genesung von seiner Schulterverletzung. Elvis Schläpfer spielt dagegen mit Ajoie in den Play-outs.
Sebastian Wirz
So ausgeruht war Nicolas Müller zum Ende einer Saison wohl noch nie. Der EHC Biel ist im Play-in der National League am SC Bern gescheitert und verpasst damit wie schon im Vorjahr die Play-offs. Für Müller waren die Duelle mit Bern erst die Spiele vier und fünf nach seiner Genesung von einer Schulterverletzung. «Körperlich geht es mir gut, aber das Ausscheiden ist ärgerlich», sagt Müller auf Anfrage, «ich habe gedacht, ich könnte einen Push geben und wir könnten noch etwas länger spielen.»
Nach seinem ersten Profijahr, in dem er sich in Biel nicht ganz nach Wunsch hatte durchsetzen können, sollte die neue Saison besser werden. Doch auch abgesehen von Müllers Schulterverletzung, die eine Operation nach sich zog und den Arisdörfer lange pausieren liess, lief es dem EHCB nicht. Biel punktete wenig, war bald im Tabellenkeller. Am 19. Januar verkündete der Club die Trennung von Coach Martin Filander. «Ich habe das zum ersten Mal erlebt», sagt Müller, der auch während seiner Verletzung täglich bei der Mannschaft gewesen sei. «Ich habe richtig gespürt, wie das Team nicht mehr auf die Ansprache des Trainers reagiert hat.»
Filanders Ersatz Christian Dubé stabilisierte die Punkteausbeute. Er setzte sich auch mit Müller in Verbindung, um zu fragen, wie der Fahrplan für eine Rückkehr aussehe, aber «er kannte mich nicht», so Müller. Entsprechend war der 26-Jährige froh, in den letzten Spielen der Saison überhaupt wieder zum Kader zu gehören. Als Center der vierten Linie tastete er sich ins National-League-Hockey zurück.
Dass die «Eiszeit» nun nach nur fünf Spielen wieder zu Ende sein soll, kann der eishockeyverrückte Oberbaselbieter kaum fassen. Er habe sich überall umgesehen, ob er irgendwo noch weiterspielen könnte, aber eine sinnvolle Möglichkeit gibt es nicht. «Ich bin richtig ‹Hockeygiggerig›, aber es bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als zu warten und einfach mit Vollgas ins Sommertraining zu starten», sagt Müller. Der Stürmer steht auch für kommendes Jahr in Biel unter Vertrag.
Von «Play-offs» zu «Play-outs»
Gegenteilig ist die Gefühlslage bei Elvis Schläpfer. Der Sissacher kann es kaum erwarten, einen Haken hinter die Saison zu machen. Beim HC Ajoie in der National League gestartet, verstärkte der 25-Jährige ab Mitte Oktober den verletzungsgeplagten EHC Basel in der «Swiss League», wo er deutlich mehr Eiszeit erhielt. Als Center der zweiten Linie sammelte er in 37 Spielen 15 Skorerpunkte.
«Die Play-offs gegen Visp waren sehr intensiv», sagt Schläpfer, der in dieser Serie in sechs Spielen auf vier Skorerpunkte kam, auf Anfrage. «Wir waren schon sehr enttäuscht, vor allem auch, weil wir in der entscheidenden Partie gefühlt besser waren als Visp», sagt Schläpfer. Doch statt das Ausscheiden am 8. März mental verarbeiten zu können, stand Schläpfer am 9. März bereits wieder für Ajoie in der höchsten Liga im Einsatz. «Ich bin froh, dass wir seither ein paar Tage zum Durchatmen hatten», sagt Schläpfer eine gute Woche später. Denn während die Eishockey-Schweiz auf die Play-ins von Biel und Konsorten blickte, konnte sich der HC Ajoie in aller Ruhe auf die bevorstehenden Aufgaben vorbereiten: Am Samstag beginnen die Play-outs des abgeschlagenen Tabellenletzten (42 Punkte) gegen das darüber klassierte Ambri-Piotta (59). «Ich bin überzeugt, dass Ambri schlagbar ist», sagt Schläpfer. «Am liebsten wäre mir eine schnelle Serie und dann das Saisonende, aber ich stelle mich auf ein intensives und langes Duell ein.»
Der Sieger der Play-outs behält seinen Platz in der höchsten Liga. Der Verlierer muss sich – sofern ein Team «Swiss League»-Meister wird, das aufstiegsberechtigt ist – in der Liga-Qualifikation behaupten. Es dürfte also noch mehrere Wochen dauern, bis die sportliche Zukunft des HC Ajoie geklärt ist. Und erst danach wird sich auch Elvis Schläpfer um seine Zukunft kümmern. Sein Vertrag in Pruntrut läuft aus. «Doch im Moment gibt es nur einen Fokus», sagt Schläpfer, «und der heisst: Play-outs.»
