«Mit nichts anderem vergleichbar»
23.04.2026 SissachNeues Album, Klubtour und ein Baby: Für Baschi ist 2026 das Jahr der Superlative
2026, ein Jahr zum Feiern für Baschi: Der mittlerweile zum Kult gewordene Song «Bring en hei» feiert am Samstag sein 20-Jahre-Jubiläum, Baschi wird 40 und er wurde soeben Vater. Die ...
Neues Album, Klubtour und ein Baby: Für Baschi ist 2026 das Jahr der Superlative
2026, ein Jahr zum Feiern für Baschi: Der mittlerweile zum Kult gewordene Song «Bring en hei» feiert am Samstag sein 20-Jahre-Jubiläum, Baschi wird 40 und er wurde soeben Vater. Die «Volksstimme» sprach mit ihm zwei Tage, bevor sein Sohn zur Welt kam.
Brigitte Keller
Sebastian Bürgin, besser bekannt als Baschi, Ihre Frau Alana und Sie werden Eltern. Wie geht es Ihnen jetzt gerade?
Baschi: Obwohl das Kind noch nicht da ist, bestimmt es bereits unseren Tagesablauf. Wir sind bereit, so bereit, wie man für etwas, das man noch nie erlebt hat, sein kann. Wir werden mit guten Ratschlägen und Büchern überhäuft. Viele sagen aber auch, das bringe alles nichts, das sei intuitiv und individuell. Eines weiss ich: Das lässt sich mit nichts anderem, das man je erlebt hat, vergleichen.
In Ihrem neuen Song «Bürgin» haben Sie das Geschlecht Ihres Kindes – es ist ein Bub – ja bereits verraten. Das Lied ist eine Hommage an die Herkunftsfamilie, insbesondere an Ihren Grossvater Hans Bürgin. Welche Erinnerungen haben Sie?
Das Aufwachsen im Dorf, der Dorfplatz mit dem Coiffeurgeschäft, die grosse Familie mit ihrem Zusammenhalt und ich als Bub mittendrin – all das hat mich natürlich geprägt. Es war eine sehr behütete und entspannte Kindheit, in der ich meinen Hobbys Fussball, Singen und Chor nachgehen konnte. Für mich war es ein perfektes Aufwachsen.
Wie sieht der «Plan» aus, um genügend Zeit für Kind und Karriere zu haben?
Ich mache seit mehr als 20 Jahren Musik und weiss ganz genau, wie es läuft. Es ist ein extremer Vorteil, dass ich meinen Job so ausüben darf, weil ich Zeiten frei habe oder sogar ganze Wochen ohne Verpflichtungen, die ich mit dem Kind verbringen kann. Natürlich bin ich auch wieder im Studio und gehe auf Tour. Mit Alana habe ich jedoch jemanden an meiner Seite, der ebenfalls selbstständig tätig ist und seine Zeit selbst einteilen und Termine managen kann.
Es wird also nicht weniger?
Ehrlich gesagt spüre ich ja auch den Druck: Jetzt ist noch jemand da. Ich muss und will weiter Vollgas geben. Das Timing ist gerade nicht schlecht: Das Album ist fertig und wird im August erscheinen. Im Sommer trete ich an ein paar Festivals auf und im Oktober und November gehe ich auf Klubtour, wo ich unter anderem auch im Z7 in Pratteln auftreten werde. Es wird sicher eine Umstellung sein, klar, aber dafür sind wir gut aufgestellt.
Haben Sie Vorsätze, was Sie Ihrem Kind zeigen wollen?
Einer der Ratschläge, die ich bekommen habe, lautet, dass man das Kind überallhin mitnehmen soll. Das werden wir ausprobieren. Wir werden unser Kind also sicher nicht abschotten. Meine Werte, die ich für wichtig halte, wie Toleranz gegenüber anderen, Naturverbundenheit sowie Offenheit und Neugier, will ich ihm weitergeben, damit er ein cooler Junge wird! Und dann muss er noch FCB-Fan werden, dann ist alles gut.
Am Samstag wird es genau 20 Jahre her sein, dass der Song «Bring en hei» veröffentlicht wurde. Er wurde 20 000 Mal verkauft und erhielt Doppelplatin. Was bedeutet Ihnen dieser Erfolg und der Song im Besonderen?
Dieser Song ist einer meiner grössten kommerziellen Erfolge. Es ist der Fussball- und Sportsong auf Mundart, bei dem die Leute auch nach 20 Jahren noch mitsingen können. Mit ihm verbinde ich unglaubliche Geschichten, Konzerte und Begegnungen mit Menschen. Ich werde immer wieder gefragt, ob es nicht schwierig sei, wenn man einen so grossen Song hat und möglicherweise immer darauf «reduziert» wird. Ich sage dazu: So etwas in seiner Karriere erleben zu dürfen, dieses Gefühl ist unbeschreiblich. Der Song gehört zu mir, ich bin dankbar dafür und spiele ihn bei jedem Konzert, das ist klar.
Sie werden überall und von jedem erkannt – und sicher auch sehr oft angesprochen. Wie ist das für Sie?
Das wird spannend werden, wenn ich dann mit dem Kinderwagen unterwegs bin … Ja, es ist schon krass, ich werde auch erkannt, wenn ich in Trainerhosen, Kapuzenshirt und Sonnenbrille unterwegs bin. Oder spätestens, wenn mich die Leute reden hören, sagen sie: «Das ist doch Baschis Stimme.» Das stört mich überhaupt nicht, es ist ja, ganz ehrlich gesagt, eine Bestätigung, dass mich die Leute erkennen. Ich bin ein neugieriger Mensch und freue mich, wenn ich andere treffen und kennenlernen darf. Ich könnte mir auch vorstellen, wenn es mit der Musik einmal nicht mehr klappen sollte, ein guter Moderator zu sein, weil ich wirklich interessiert bin an Leuten und am Zuhören.
Noch drei kurze Zusatzfragen: Eine Lieblingsstadt von Ihnen?
Da muss ich schon fast Basel sagen, sonst höre ich es dann wieder, wenn ich in die Heimat komme … Nein, im Ernst: Basel ist eine wichtige Stadt für mich, wunderschön mit dem Rhein, mit viel Kultur und natürlich mit meinem absoluten Lieblingsverein FC Basel.
Mit welchem Menschen würden Sie gerne einen Tag verbringen?
Passend zu meinem 10. Studioalbum, das «Bürgin» heissen wird und in dem es um Familie und Freundschaften geht, wäre es nicht nur eine Person, sondern wieder einmal die ganze Familie Bürgin, mit allen, auch denen, die nicht mehr unter uns sind, wie früher im Garten hinter dem Haus einen guten Nachmittag haben.
Und zuletzt: Haben Sie einen Musiktipp für uns?
Da mache ich an dieser Stelle gerne ein bisschen Werbung für meine Kollegen «Les Touristes» aus dem Baselbiet, die auch bald mit einem neuen Album kommen.
Zur Person
bke. Sebastian Bürgin, bekannt als Baschi, wurde am 6. September 1986 in Gelterkinden geboren. Seine Karriere startete er mit der ersten Staffel der Castingshow «MusicStar», wo er als Sechstplatzierter frühzeitig ausschied – und dennoch einen Plattenvertrag erhielt. Heute gilt er als der kommerziell erfolgreichste «MusicStar»-Kandidat aller Staffeln.
Mit «Wenn das Gott wüsst» schaffte er als einziger Mundartkünstler drei Top-3-Hits in der Schweizer Hitparade. Sein 10. Studioalbum «Bürgin» erscheint im August.


