Millionär oder Millionärin gesucht
26.06.2026 PolitikRaymond Tanner, Gemeindepräsident Lauwil, FDP
Heute mach ich einen Aufruf: Lauwil sucht den Millionär oder die Millionärin! Wir suchen einen kräftigen Steuerzahler, der mit seinen Steuerzahlungen unsere Gemeindefinanzen ins Lot bringt. Haben Sie ...
Raymond Tanner, Gemeindepräsident Lauwil, FDP
Heute mach ich einen Aufruf: Lauwil sucht den Millionär oder die Millionärin! Wir suchen einen kräftigen Steuerzahler, der mit seinen Steuerzahlungen unsere Gemeindefinanzen ins Lot bringt. Haben Sie Interesse? Wir würden uns sehr freuen!
Wir könnten als Gegenleistung sehr viel bieten: Es gibt einige letzte schöne Bauplätze mit wunderbarer Aussicht und tiefen Bodenpreisen. Ausserdem haben wir ein schönes und intaktes Dorfleben. Es lockt die Natur rund um das Dorf. Ja, der grösste Teil der Flächen hat sogar das Prädikat «Landschaft von nationaler Bedeutung», weil sie den Übergang vom Tafeljura in den Faltenjura einzigartig darstellen. Zum ganzen Blumenstrauss an Angeboten gehört auch ein intaktes Vereinsleben in sieben Dorfvereinen. Regelmässig finden Dorfanlässe statt, an denen sich Jung und Alt zum Plaudern und «zäme chli syy» trifft.
Da wir nur ein 350-Seelen-Dorf sind, werden Sie die Namen aller aktiven Einwohnerinnen und Einwohner bald kennen. Wir sind ein Sackgassendorf, darum gibt es auch keinen Durchgangsverkehr. Bei uns spielen die Kinder noch auf der Strasse oder im nahen Wald. Was man auch sagen darf: Wir haben eine gute Art des politischen Diskurses. Der EGV-Besuch liegt meist bei mehr als 10 Prozent der Be- völkerung und wir schaffen es auch, die Diskussionen sachlich und lösungsorientiert zu halten. Sie sehen also: rundum ein gutes und spannendes Angebot! Haben wir Sie überzeugt? Dann melden Sie sich noch heute bei der Gemeindeverwaltung (Öffnungszeiten und Kontaktmöglichkeiten sind auf unserer Website zu finden). Ab einem jährlichen Gemeindesteuerbeitrag von mehr als 50 000 Franken hilft Ihnen der gesamte Gemeinderat beim Umzug!
Leider lassen sich die Gemeindefinanzen kaum so sanieren. Die nackte Realität ist eine andere. In vielen Gemeinden, so auch bei uns, geht es darum, die Zahlen fit für die nächsten Jahre zu machen. Dabei müssen auch heisse Eisen angefasst werden. Es hängt an uns Gemeinderäten (nicht nur hier in Lauwil!), der Bevölkerung das Thema Gemeindefinanzen näherzubringen. Wichtig ist aber auch, dass sich die Bevölkerung damit auseinandersetzt, um mitreden und mithelfen zu können und Wege zu finden. Es liegt an uns allen, Lösungen zu finden. Falls Sie daran keine Lust haben oder meinen, sich nicht in das Thema einarbeiten zu können oder zu wollen, dann schenken Sie Ihren Gemeinderäten das Vertrauen.
Glauben Sie mir, in den meisten Gemeinderäten sind die Finanzen das allgegenwärtige Thema, permanent abzuwägen, was wir weglassen können und was nicht. Falls Sie aber denken, dass Sie besonders für dieses Thema geeignet sind, dann kandidieren Sie bei den nächsten Gemeinderatswahlen. Der Job ist anstrengend, macht aber sehr viel Spass und Sie lernen jeden Tag etwas Neues. Meine Erfahrung ist, dass die meisten wollen, dass bei den anderen gespart wird. Wenn wir ehrlich sind, sind die meisten «Kuchen» immer noch genügend gross und süss. Es gilt, zusammenzustehen und bei dem einen oder anderen Thema halt auch mal zu verzichten.
In der «Carte blanche» äussern sich Oberbaselbieter National- und Landratsmitglieder sowie Vertreterinnen und Vertreter der Gemeindebehörden zu einem selbst gewählten Thema.

